Gemeinsam für eine gerechtere Welt

Die Gruppe der Mitwirkenden bei der Konferenz Anders wachsen

Die Gruppe der Mitwirkenden bei der Konferenz Anders wachsen. Foto: Petra Kurbjuhn

Konferenz in Miesbach

Wie ist ein Wandel der Gesellschaft hin zu einer gesünderen, gerechteren, solidarischen Welt möglich? Bei der Konferenz „Anders wachsen“ suchten Akteure aus unterschiedlichen Bereichen gemeinsam mit den Teilnehmenden nach guten Lösungen für den Landkreis.

Seit der ersten Konferenz im Jahr 2016 hat sich viel getan. Initiatorin von Anders wachsen Monika Ziegler hat Verbündete und Partner gefunden und die bereits im Landkreis bestehenden Projekte und Initiativen gebündelt, um gemeinsam nach Alternativen für das Oberland zu suchen. Mit der diesjährigen Konferenz probierte sie ein neues Format aus. Nicht die bekannten Leuchtturmprojekte sollten in Referaten vorgestellt werden, sondern zehn unterschiedliche Menschen bekamen jeweils fünf Minuten Zeit, ihre Arbeitsfelder und Visionen vorzustellen.

drei Schülerinnen der Oberland-Realschule Holzkirchen: Jessica Lechner, Elora Ademaj und Sedef Akin
Schülerinnen der Oberland-Realschule Holzkirchen stellen ihr Projekt vor. Foto: IW

Charmant und kompetent, vor allem aber als langjähriger Unterstützer von KulturVision mit viel Herzblut, führte BR Moderator Stefan Scheider durch die vier Stunden. Wer sich jetzt eine theoretische, hoch ernste Veranstaltung vorstellt, liegt zum Glück daneben. So war es diesmal kein bekannter Redner, der den Abend mit einem Impulsreferat eröffnete, sondern drei Schülerinnen der Oberland-Realschule Holzkirchen: Jessica Lechner, Elora Ademaj und Sedef Akin. Gemeinsam stellten sie ihre Ergebnisse der Konferenz der Kinder vor – mit der Kernbotschaft: „Es lohnt sich, den Kindern mehr zuzuhören“.

Tolle Musikbegleitung von Trio „Drei d’Accord“

Die Zeit der zehn informativen, fünf-minütigen Kurzpräsentationen von Politik über Bildung bis zu Religion und Landwirtschaft wurde vom Trio Drei d’Accord mit Harfe, Kontrabass und Saxofon gestoppt. Ihr Anspiel von „Wer hat an der Uhr gedreht?“ sorgte für große Erheiterung und ihre musikalische Begleitung für willkommene Abwechslung. In zwei lockeren Workshop-Runden hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, gemeinsam mit den Rednern zu diskutieren und neue Ideen zu entwickeln, die danach dem Publikum präsentiert wurden. Das Format ermöglichte in der relativen Kürze der Zeit viele neue Ideen und Denkanstöße.

Initiatorin der reihe Monika Ziegler mit Moderator Stefan Scheider
Initiatorin der Reihe Monika Ziegler mit Moderator Stefan Scheider. Foto: Petra Kurbjuhn

Nach ihrem Plädoyer für mehr Bürgerinnenbeteiligung in der Politik nahm Laura Mandl, Studentin und Stadträtin in Tegernsee, beispielsweise neue Impulse für die Bereiche bezahlbarer Wohnungsbau und E-Mobilität mit. Für Simon Orlando, Vizechef vom Kreisjugendring Miesbach, kristallisierte sich nach Impuls und Diskussion heraus, dass es mehr Angebote von Jugendlichen an Jugendliche geben müsse sowie eine bessere Vernetzung, beispielsweise mit der VHS. Der Integrationsbeauftragte des Landkreises Max Niedermeier konnte mit einem konkreten Hilfsangebot von Frauen aus Bayrischzell für geflüchtete Frauen nach Hause gehen.

Lesetipp: Max Niedermeier über Integration und Vertrauen

Diskussions- und Nachholbedarf

In der Runde um Kreisbäuerin Marlene Hupfauer im Bereich Landwirtschaft wurde ein Diskussionsbedarf deutlich: „Beide Seiten“ müssten einander mehr zuhören, um gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Dass der DAV nicht nur ein Bergsport- sondern insbesondere auch ein Naturschutzverband ist, erläuterte Alfons Bogner. Gemeinsam mit seiner Diskussionsgruppe sah er den meisten Nachholbedarf darin, ohne Auto Richtung Bergsport aufzubrechen. Dabei könne beispielsweise eine App helfen, die Fahrgemeinschaften unterstützt.

Alfons Bogner vom DAV
Alfons Bogner vom DAV . Foto: Jürgen Haury

Das Credo von Tilo Wondollek: Sei Unternehmer deines Lebens. Seine Vision und die Ideen seiner Mitdiskutanten zielten auf Kulturwandel in Unternehmen sowie den Einzelnen. Nur wer den Mut entwickele, seinen Träumen zu folgen, könne etwas bewirken, im Kleinen wie im Großen. Die Leiterin des Instituts für Bildung und Beratung Miesbach Helga Böhme-Konrad entwickelte mit ihrer Gruppe Visionen zur Bildung in der Region. Ideen waren beispielsweise ein Elternführerschein, dass Mütter und Väter in gleichen Anteilen die Erziehung von Kindern übernähmen und auch die Großeltern stärker einbezogen würden.

Nele von Mengershausen
Künstlerin Nele von Mengershausen und Stefan Scheider. Foto: Petra Kurbjuhn

Wie der Auftrag der Kultur in der Gesellschaft umgesetzt werden könne, stellte Nele von Mengershausen anhand zahlreicher Projekte von Kultursprung e.V. vor, die Künstler und Gesellschaft unterstützen. Eine „Kunst als Pioniertat“ wird gemeinsam mit dem Waitzinger Keller anhand der Impulse aus der Konferenz entwickelt.

Gesellschaft, Religion, Integration

Kaplan Korbinian Wirzbergers Utopie einer guten Gesellschaft geht hin zum Ausbruch aus dem Normalsein. Alle sollten dabei ihren Verstand, das Herz und die Seele benutzen, damit Empathie, Gerechtigkeit und Dankbarkeit gediehen. Dazu müssten vor allem die Jugendlichen zum Fragen animiert werden. Wie Inklusion funktionieren könne, machte eindrucksvoll die Theaterpädagogin Sarah Thompson vor. Die Kultur müsse sich dabei stärker vernetzen, als Grundlage der Vernetzung der Gesellschaft statt dem Ich und Ich.

Open Space
Diskussionen im Open Space. Foto: Petra Kurbjuhn

Das war dann auch das Stichwort zu einem wichtigen Fazit der Konferenz: Die Vernetzung der unterschiedlichen Bereiche. Es gab viele Synergien, die genutzt werden können. Zur Vernetzung rief auch Elisabeth Dasch, zweite Bürgermeisterin von Holzkirchen, auf, als sie den Startschuss zum „Ideen Award“ von Holzkirchen engagiert gab. Die stattliche Summe von 5.000 Euro wurde ausgelobt für Projekte, Initiativen und Einzelpersonen, die ihre gesellschaftlichen, nachhaltigen und sozialen Ideen für Holzkirchen umsetzen wollen.

Anders wachsen – Alternativen für das Oberland“ vereint Ideen und Visionen, Projekte und Initiativen und lädt zum Mitmachen ein, beispielsweise bei der „Wirkstatt“, wo nicht geredet, sondern gehandelt wird. Weitere Veranstaltungen der Initiative im Veranstaltungskalender von Anders wachsen. Hier bewerben Sie sich beim Ideen Award.

Weiterlesen: Erste Konferenz „Anders wachsen“ 2016

 

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Bitte besuchen Sie uns auf
KulturVision auf facebook
KulturVision auf facebook
Instagram
Google+
Google+
https://www.kulturvision-aktuell.de/gesellschaftswandel-konferenz-anders-wachsen-miesbach-2019

Werden Sie Kulturförderer

Als Mitglied oder Partner von KulturVision e.V. fördern Sie unser Magazin „KulturBegegnungen“, unser täglich aktuelles Online-Magazin und viele weitere kulturelle Projekte.

mehr…

Neue Beiträge

Projekte

Hier erfahren Sie mehr über unsere vielfältigen Projekte (Spurwechsel, Anders wachsen, Schreib-Seminare, Warngauer Dialog, Kulturbegegnungen).

mehr…

Kontakt

Sie haben Fragen zum Verein, zu kulturellen Projekten oder wollen mit der Redaktion Kontakt aufnehmen? Wir freuen uns auf Ihre E-Mail.

mehr...

KulturVision e.V.

KulturVision wurde im Juli 2004 mit dem Ziel gegründet, das reiche kulturelle Leben im Landkreis Miesbach darzustellen, zu vernetzen und außergewöhnliche Kulturbegegnungen zu ermöglichen. Mit unseren Magazinen liefern wir aktuelle Kultur-Themen aus dem Landkreis. Zudem haben wir einige Projekte ins Leben gerufen – und haben noch einiges mehr vor!

mehr…

Impressum… Datenschutzerklärung

Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial