29.08.2026, 17:00 Uhr, Orgelzentrum Altes Schloss Valley/Zollinger Halle, Valley
Die Organisten Matthias Gampe und Alexandra Schlotterer lassen mit einem Doppelkonzert die Orgeln erklingen. „Natürlichen Klängen auf der Spur“, so der Titel des Programms.
Schlotterer und Gampe waren im Sommer 2025 das erste Mal in der Zollingerhalle im Rahmen einer Blindenführung. Beide Musiker sind blind und begegnen ihrem Instrument mit besonderer Klangsensibilität. Spontan setzten sie sich an zwei verschiedene Orgeln und begannen einen musikalischen Dialog improvisierend zu entfalten. Die Begeisterung war groß, die Idee, ein Konzert in der Zollingerhalle zu geben, war geboren.
Der Natur musikalisch auf der Spur
Das Programm spannt einen weiten Bogen von Buxtehudes Präludium, Fuge und Ciacona über Johann Sebastian Bachs Gavotte aus der Französischen Suite Nr. 5 bis zu Haydns „Stücken für die Flötenuhr“. Besonders naturnah wird es bei Hans Jakob Knechts humorvoller Tonmalerei „Die durch ein Donnerwetter unterbrochene Hirtenwonne“. Auch Camille Saint-Saëns‘ „Der Schwan“ und „Der Kuckuck in der Tiefe des Waldes“ aus dem „Karneval der Tiere“ – gespielt vierhändig an zwei Orgeln – sowie Marco Enrico Bossis „Chant du soir“ greifen Naturbilder und Stimmungen auf. Den Abschluss bilden Louis Viernes „Berceuse“ und eine gemeinsame Orgelimprovisation über „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“.
Zwei Wege zur Orgel
Matthias Gampe, 1977 in Magdeburg geboren, entdeckte schon als Kind seine Liebe zur Musik. Nach dem Abitur studierte er Kirchenmusik und wandte sich dabei dem Orgelspiel zu. Seit Mai 2005 ist er hauptamtlicher Kirchenmusiker in Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Alexandra Schlotterer wurde in Aalen in Baden-Württemberg geboren und erhielt schon während der Schulzeit Klavier- und später Orgelunterricht; auch der Chorgesang begeisterte sie früh. Nach dem Kirchenmusik-Studium in Regensburg war sie als Kirchenmusikerin in Augsburg und in Haar bei München tätig. Auch nach einer beruflichen Neuorientierung 2024 bleiben die Kirchenmusik und vor allem das Orgelspiel ihr Steckenpferd.
Eine lange Tradition blinder Organisten
Ein Blick in die Musikgeschichte der Orgel zeigt eine oft herausragende und prägende Rolle blinder Organisten. Bereits im 15. Jahrhundert verfasste der blinde Organist Conrad Paumann mit seinem „Fundamentum organisandi“ die älteste erhaltene Orgelschule überhaupt. Im 20. Jahrhundert prägten gleich mehrere blinde Organisten die Konzertsäle: der deutsche Bach-Interpret Helmut Walcha ebenso wie die französischen Organisten André Marchal, Jean Langlais und Gaston Litaize. Zu den bedeutendsten unter ihnen zählt Louis Vierne (1870–1937), dessen Berceuse im heutigen Konzert erklingt. Vierne war von 1900 bis zu seinem Tod Organist an der berühmten Orgel von Notre-Dame de Paris.
Ort
Orgelzentrum Altes Schloss Valley/Zollinger Halle
Graf-Arco-Straße 30
Valley
Telefon:
08024 4144
Webseite:
www.lampl-orgelzentrum.com
