Mensch und HUnd

Hundstage

Eröffnung des Humorparcours mit Tini Polt, Florian Reinthaler sowie Florian Denk und Peter Herrnberger jun. von der Huabaoim Musi. Foto: Paul Warburton

Zum dritten Mal in Folge wurde im Schlierseer Kurpark der sogenannte Humorparcours installiert — mit vierunddreißig Tafeln von namhaften Cartoonisten. Das diesjährige Thema: Mensch und Hund.

Wer demnächst im Schlierseer Kurpark spazieren geht, wird auf Schritt und Tritt Hunden jeglicher Art und Größe begegnen. Dennoch, seien Sie unbesorgt: Die munteren Vierbeiner sind – dafür haben Gemeinde und Bauhof Sorge getragen — gemeinsam mit ihren Hundehaltern fest angeleint.

Dreiundzwanzig Cartoonisten gastieren — nun schon zum dritten Mal— im Schlierseer Kurpark. Damit ist die komische Kunst wohl endgültig angekommen im Ort: Schliersee und der Humor – das funktioniert eben einfach. Das meint auch der neue Bürgermeister Florian Reinthaler, der sich über Hund und Mensch in seinem Kurpark freut. Humor, so meint er, sei doch schließlich die Basis für unser aller Leben.

Gerhard Polt und der Nicht-Schwimmer

Mensch und Hund
Prolog mit Gerhard Polt. Foto: Paul Warburton

Zur Auftaktveranstaltung ist es dem Veranstalter dieses Jahr gelungen, Gerhard Polt zu engagieren. Der, als Co-Inspirator des Vereins für Humor und Komische Kunst, sah das Engagement vermutlich ohnehin als heilige Pflicht an. Dass aus dieser Pflicht eine unnachahmliche Kür wurde, überrascht nicht. Der Meister der Satire reüssierte mit einem Sketch, in dem es um einen Nicht-Schwimmer geht, der (dank der mangelnden Hilfsbereitschaft des Erzählers) im See ersauft. Polt zerpflückt aufs Feinste die vordergründig vernünftigen Beweggründe fürs Zuschauen und Wegschauen der Menschen, die in einem Vorwurf an die Gemeinden à la „selber schuld, was haben die denn auch einen See“ gipfeln und in dem Vorschlag münden, Seen doch besser zuzuschütten und einen Parkplatz darauf zu bauen. Meisterhaft, wie Polt mit dem Wort umgeht und seine Sätze baut – das Publikum kommt in den Genuss einer bitterbösen Gesellschaftskritik.

Bayerische und preußische Hunde

Mensch und Hund
Gerhard Polt vor Cartoon von Peter Butschkow. Foto: Paul Warburton

Die Sonne scheint, zahlreiche Besucher sind gekommen, Gerhard Polt marschiert, begleitet von der Huabaoim-Musi, von Cartoon zu Cartoon, lässt sich von dem, was er sieht, inspirieren, kommentiert mal ernst, mal witzig, und driftet zuweilen ins Philosophische ab. Die Cartoons zeigen Hunde und Hundehalter in allen Lebenslagen – es gibt nichts, was es nicht gibt: Hunde beim Sport, Hunde in der Hundetagesstätte, Hunde beim Schafkopfen (Oliver Ottitsch: „Sein Pokerface war legendär, doch am Ende verriet ihn immer sein Schwanz“), Hunde im Bett, Hunde beim Musizieren (Alter Ego Hans Reiser zu seinem Hund Bello: „Wenn du nicht übst, spielst du nie so wie Waldi!“).


Birgit Dodenhoff: Auf Klimaforscher hört man nicht. Foto: Paul Warburton

Eine echte Prüfung für den Charakter des Menschen sei es, kommentiert Polt das Django-Cartoon von Johann Mayr, wenn man in Hundescheiße tritt. Und wenn Dörthe Landschulz ihren Hund siezen lässt, erkennt Polt messerscharf, dass es sich um einen preußischen Hund handeln muss: Ein bayrischer Hund würde duzen, da gäbe es nicht solch ein imperiales Gehabe. Prompt meldet sich die Künstlerin unter den Gästen. Wo sie denn her sei, wird sie gefragt, und verkündet unter großem Gelächter: aus Hamburg.

Wie der Herr, so’s Gscherr


Cornelia Heinzel-Lichtwark mit Hund Hasso. Foto: Paul Warburton

Die in Schliersee ansässige Künstlerin Cornelia Heinzel-Lichtwark beleuchtet die Ähnlichkeit zwischen Hundehalter und Hund – eine Angelegenheit, die nicht selten die Realität widerspiegelt. Die einzig unbeantwortete Frage dabei bleibt: Gleichen sich über die Jahre die Gesichtszüge des Hundes an sein Herrchen an oder ist es doch eher umgekehrt? Vermutlich beides. Vielleicht gehen Sie dieser Tage ja mal in den Kurpark und denken über diese und andere Hundefragen nach.

Übrigens: Nach Abbau der Tafeln Anfang November können diese gegen eine Spende (Richtwert in Höhe der Herstellungskosten von 150 Euro) unter info@forum-humor.de erworben werden. Das Forum Humor und Komische Kunst dankt dem Sponsor LAG Miesbacher Land.

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