
Kulturblitz | Kunstprojekt im Oberland Hospiz
Blick in die Ausstellung. Foto: Innklinik Mühldorf
Ausstellung in Bad Wiessee
Was bedeutet Menschenwürde am Ende des Lebens? Dieser Frage widmet sich die Wanderausstellung „WÜRDEMENSCHEN im Hospiz“, die vom 14. November 2026 bis zum 8. Januar 2027 im Oberland Hospiz Bad Wiessee zu sehen ist. Mit eindrucksvollen Porträts und persönlichen Gedanken lädt der Künstler Jörg Amonat dazu ein, über Würde, Menschlichkeit und den Umgang mit dem Sterben nachzudenken.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Mit diesem Satz beginnt Artikel 1 des Grundgesetzes. Doch was bedeutet dieser Anspruch, wenn das Leben zu Ende geht? Wie lässt sich Würde bewahren, wenn Menschen auf Hilfe und Begleitung angewiesen sind?
Diesen Fragen geht die Ausstellung „WÜRDEMENSCHEN im Hospiz“ nach. Das außergewöhnliche Kunstprojekt entstand anlässlich des 35-jährigen Jubiläums des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes (BHPV) und rückt die Werte in den Mittelpunkt, die die Hospizarbeit prägen: Menschlichkeit, Respekt, Solidarität und die Achtung der Würde jedes einzelnen Menschen.
Würde als lebendiger Gestaltungsprozess
Für die Wanderausstellung hat sich der Künstler Jörg Amonat intensiv mit Hospizgästen sowie haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden ausgetauscht. In persönlichen Gesprächen erkundete er, was Würde am Lebensende bedeutet und wie unterschiedlich Menschen sie erfahren. Aus diesen Begegnungen entstanden ausdrucksstarke Porträts und sogenannte Würdetafeln. Sie geben individuellen Erfahrungen, Hoffnungen, Ängsten und Gedanken Raum und machen sichtbar, dass Würde weit mehr ist als ein abstrakter Begriff.
Jörg Amonat versteht seine künstlerische Arbeit als offenen Prozess, in dem unterschiedliche Ausdrucksformen zusammenwirken können – von Fotografie und Text über Grafik und Film bis hin zur Skulptur. Unabhängig vom gewählten Medium betrachtet er seine Arbeit aus der Perspektive eines Bildhauers, der einem Thema Gestalt verleiht. „Und so betrachte ich auch die Würde als einen lebendigen Gestaltungsprozess“, erklärt der Künstler.
Die Ausstellung lädt dazu ein, den eigenen Blick auf das Leben, das Sterben und die unverlierbare Würde des Menschen zu hinterfragen. Zugleich macht sie deutlich, welche Bedeutung menschliche Zuwendung und respektvolle Begleitung gerade am Lebensende haben.
Ausstellungseröffnung mit Musik und Grußworten
Nach bisherigen Stationen in Mühldorf und Regensburg ist die Wanderausstellung nun im Oberland Hospiz Bad Wiessee zu Gast. Die feierliche Eröffnung findet am Samstag, 14. November 2026, um 17 Uhr statt. Für die musikalische Umrahmung sorgt das Ensemble Dr. Groh. Alexander Daxenberger, Geschäftsführer und Leiter der Oberland Hospiz gGmbH, begrüßt die Gäste. Grußworte sprechen Landrat Jens Zangenfeind, Dr. N. Johann Meierhofer, erster Vorsitzender des Hospizvereins Werdenfels, sowie Lisa Brandl-Thür, erste Vorsitzende des Hospizvereins im Landkreis Miesbach.
Begleitprogramm zur Ausstellung
Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm vertieft die Auseinandersetzung mit dem Thema Menschenwürde:
• Samstag, 28. November 2026, 17 Uhr: „Sterbemund“ – Lesung mit Petra Frey
• Samstag, 5. Dezember 2026, 17 Uhr: „Der BHPV stellt sich vor“ – Rede und Laudatio
• Samstag, 5. Dezember 2026, 17.30 Uhr: „Würdehaltung, Würdearbeit, Würdemenschen“ – Vortrag von Dr. Roland Hanke
• Samstag, 12. Dezember 2026, 16 Uhr: „Was ist für mich Würde?“ – Dialogforum mit Sonja Reichel