Eine (fast) normale Familie – Maiers machen Musik

Erik Maier, Magarita Oganesjan, Sophia Maier, Markus Maier

Erik Maier, Magarita Oganesjan, Sophia Maier, Markus Maier (v.l.). Foto: Michael Harris

Konzert in Miesbach

Ein besonderes Kammerkonzert hörten die Gäste am Samstag in Miesbach. In der musikalischen Familie von Margarita Oganesjan und Markus Maier spielt jeder mindestens ein Instrument. Das Besondere: Sophia ist erst zehn Jahre und Erik 12, aber sie sind schon fast Profis.

Zum Glück gibt’s auch nach Mozart noch musikalische Wunderkinder. Sie wachsen in Familien auf, wo Musik und Leidenschaft den Alltag bestimmen, sie bekommen früh ein Instrument in die Hand und lernen, darauf zu spielen wie andere Kinder das Fahrradfahren. Erik Maier ist erst zwölf und spielt die Geige wie ein junger Paganini. Seine kleine Schwester Sophia ist erst zehn, aber dass sie dereinst so virtuos am Klavier spielen wird wie Mama Margarita Oganesjan, steht außer Zweifel. Da liegt die Musik im Blut und auch die gewisse Portion Ehrgeiz, die notwendig ist, und vor allem auch der Spaß am gemeinsamen Musizieren.

Üben gehört zum täglichen Brot

Dass die Qualität der Musik dann in dieser Familie über das Übliche von gemeinsamen Wohnzimmerkonzerten hinausgeht, ist kein Wunder. Papa Markus Maier ist Echo-Klassik-Preisträger und die Mama eine hervorragende Pianistin. Das Üben gehört also zum täglichen Brot, einzeln und gemeinsam.

Wunderkind an der Geige: Erik Maier
Virtuos an der Geige: der 12-jährige Erik Maier. Foto: Michael Harris

Zwar spielt in der Musik und auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen die Harmonie eine große Rolle, aber im Alltag sieht es hier wie da realistischerweise anders aus. Da spielen auch Kontrapunkt und die Auseinandersetzung, die Reibung und die Dissonanz eine mindestens genauso große Rolle. „Das Musizieren verlangt eben den eigenen Kopf“, erläuterte Markus Maier auf der Bühne den Familienalltag und die gemeinsame Musik. Und so spielten die Familienmitglieder im Konzert Solo, im Duo, und auch im Trio. Und gäbe es im Waitzinger Keller einen zweiten Flügel, sie hätten gewiss auch im Quartett gespielt.

Kammermusik in Miesbach Magarita Organesjan und Echo-Klassik-Preisträger Markus Maier
Pianistin Magarita Organesjan und Echo-Klassik-Preisträger Markus Maier. Foto: Michel Harris

Die Stücke indes waren keineswegs „kindgerecht“, sondern äußerst anspruchsvoll. Der Facettenreichtum des musikalischen Repertoires spannte einen Bogen von Bach über Sibelius bis Gershwin. Das beeindruckende Solo „Loure“ aus der Partita No. 3 von Johann Sebastian Bach des 12-Jährigen auf der Violine verursachte Gänsehaut im Publikum, ebenso wie der erste Satz des komplexen und anspruchsvollen Violinkonzertes No. 5 von Henri Vieuxtemps unter Begleitung Margarita Oganesjans auf dem Klavier.

Lesetipp: Programmvorschau für den Waitzinger Keller in der ersten Jahreshälfte

Harmonie und Dissonanz in Musik und Familie

Fantasie, Humor, Experimentierfreude und Leidenschaft steckte indes in der Carmen Fantasie von Francois Borne. Das lebendige, lebenslustige Zusammenspiel der Erwachsenen schien zugleich auch einen kleinen Einblick ins Familienleben zu geben, in dem die Spielfreude mit Harmonie und Dissonanz ein formschönes Dreieck zu bilden scheint, mit einer ansteckenden Portion Humor. Das Baritonsaxofon Markus Maiers steuert dem gemeinsamen Konzert harmonisch die warmen, tiefen Töne dazu, Klarinette und Saxofon ergänzen Violine und Klavier – ein perfektes Zusammenspiel.

Familienfoto: Harmonie und Dissonanz
Familienfoto: Harmonie und Dissonanz – jeder hat seinen eigenen Kopf. Foto: KN

Auf die Zugabe haben sich die Gäste besonders gefreut, komplettierte sie doch das Familienprogramm mit dem Auftritt der Tochter Sophia. Diese, ganz in die Fußstapfen ihrer Mutter tretend, spielte virtuos und mit frischer Leichtigkeit zwei Stücke von Martini und Debussy am Klavier. Der Apfel fällt eben doch nicht weit vom Stamm, Gott sei Dank. Und deshalb gab es natürlich gebührend Applaus und Bürgermeisterin Ingrid Pongratz überreichte höchstselbst Blumen an die talentierten Kinder der Musikfamilie.

Tochter Sophia Maier virtuos am Klavier beim Kammerkonzert in Miesbach
Tochter Sophia Maier virtuos am Klavier beim Kammerkonzert in Miesbach. Foto: IW

Ein Besuch im Waitzinger Keller lohnt sich

All denen, die dieses Konzert verpasst haben und die sich jetzt womöglich ärgern, sei noch einmal versichert: Der Katastrophenzustand ist aufgehoben, die Straßen frei, das Dach abgeräumt, der Parkplatz bereinigt, dank der großartigen Arbeit der unermüdlichen Helfer. Und das Culinaria hat ein neues Wirtspaar, eine neue Karte und ein frisches, schickes Ambiente bekommen – einem Veranstaltungsbesuch im Waitzinger Keller steht nichts mehr im Wege.

Den Veranstaltungsplan entnehmen Sie der Website vom Waitzinger Keller – Kulturzentrum Miesbach.

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