Menschen zusammenbringen

Das Logo der „Dorfrunde“, ein Bürgerbeteilingsprojekt der Gemeinde Weyarn, das die Menschen der Weyarner Ortsteile zusammenbringen soll. Foto: Lisa Pause

Weyarner Dorfrunde mit Veranstaltungen in Sonderdilching und Kleinhöhenkirchen

Vor drei Jahren startete das Bürgerbeteiligungsprojekt „Dorfrunde“ mit dem Ziel, die Dörfer und Menschen im Gemeindegebiet Weyarn zusammenzubringen, sich gegenseitig besser kennenzulernen und zu vernetzen. Nach Stationen in Wattersdorf, Gotzing und im Goldenen Tal macht die Dorfrunde am kommenden Samstag, den 19. September 2026, im nördlichsten Teil der Gemeinde Halt. Die Bürgerinnen und Bürger aus Sonderdilching und Kleinhöhenkirchen bieten ein Programm für alle Generationen und unterschiedlichste Interessen.

Bürgerbeteiligung auf dem Land

Die Bürgerbeteiligungssatzung der Gemeinde Weyarn sieht vor, dass sich Gemeinderat und Vertreter der Bürgerbeteiligungsgremien immer wieder zusammentun, um über Planungsergebnisse zu beraten und gemeinsam Prioritäten für die zukünftige Entwicklung festzulegen. Meist geschieht das in einer zweitägigen Klausur an einem von Weyarn entfernten Ort. Die physische Entfernung vom alltäglichen Lebensumfeld hilft dabei, den Kopf freizubekommen und sich auf die gemeinsame Sache zu konzentrieren. Bei der Rückfahrt werden oft schon die ersten Pläne für die Realisierung neuer Projekte geschmiedet. So entstand Ende 2023 auch das Projekt „Dorfrunde“ – als Veranstaltungsserie auf dem gesamten Gemeindegebiet und über mehrere Jahre hinweg, bei dem die 22 Ortsteile, Weiler und Dörfer zeigen, was sie ausmacht und was ihnen wichtig ist, wie sie gesehen werden möchten und was sie sich wünschen. Veranstalter ist jeweils das Steuerungsgremium der Gemeinde Weyarn, das auch ein überschaubares Budget dafür bereithält. Die Ideen und die Umsetzung leisten engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Vielfalt auf dem Land

Die bisherigen Veranstaltungen der Dorfrunde waren ganz unterschiedlich und jede auf ihre Art besonders: Historisches, Kulturelles, Gewerbliches, Landwirtschaftliches, Vereinsjahrtag und Vorführungen, Besichtigungen und Ausstellungen. „Grabe, wo du stehst“, der Aufruf von Sven Lindqvist von 1978 zur Demokratisierung der Geschichte durch die Forschung vor Ort ist auch ein passendes Motto für die Ortsteilveranstaltungen der Dorfrunde. Überall gibt es Altbekanntes und -bewährtes zu zeigen, Unscheinbares und Verborgenes ans Licht zu bringen, Neues zu entdecken und zu erfahren. Und weil die Menschen auf dem Land meist mit handwerklichem Geschick und Kreativität – oder Herz und Verstand – an die Dinge herangehen, lassen sich Ideen, oft gemeinschaftlich, erfolgreich umsetzen.

Vormittag in Sonderdilching

Entsprechend der Topographie des nördlichen Gemeindeteils am Mangfallknie erwartet die Besucher der Dorfrunde am kommenden Samstag ein zweigeteiltes Programm: Eröffnet wird die Veranstaltung um 10.30 Uhr beim Feuerwehrhaus Sonderdilching. Hier soll zunächst alles vorgestellt werden, was es an diesem Tag zu erleben gibt: Die Feuerwehr Sonderdilching richtet dazu ein Weißwurstfrühstück an, Annemarie Bacher und Franz Gröbmeyer sorgen für die Musik. Direkt am Feuerwehrhaus wird auch eine kleine Ausstellung über die Höfe der beiden Dörfer einst und jetzt zu sehen sein, Sepp Floßmann wird das eine oder andere Anwesen bei seinem Vortrag zur Landwirtschaft im Wandel der Zeit miteinbeziehen. Ebenfalls am Feuerwehrhaus wird das brandneue E-Carsharing der Gemeinde erstmals vorgestellt. Peter Pham vom AK Verkehr wird zeigen, wie es funktioniert und auch Shuttle-Fahrten absolvieren.
Ab 11.30 Uhr kann nach Osten zum Gartmeier-Hof oder nach Westen zum Hagn-Anwesen ausgeschwärmt werden. Unter dem Motto „Leben und Arbeiten am Hof“ wird Thomas Gartmeier die Leitziele seines Betriebes erläutern, aktuelle Werkstücke in der Ausstellung und der Schreinereiwerkstatt zeigen und sein neues Hirschhof-Projekt vorstellen.


Der Hagn-Hof. Foto: Rosi Schnitzenbaumer

Auf dem Hagn-Hof kann man Einblick in die Arbeit von „Neuraum“ und „Hoc Modo“ bekommen. Martina Immich und Gustav Kask sind mit ihren Firmen seit einigen Jahren im ehemaligen Wirtschaftsteil des historischen Anwesens ansässig. Sie zeigen sich glücklich über die freundliche Aufnahme durch die Alteingesessenen und die Möglichkeit, Gewerberäume nahe am Wohnort gefunden zu haben.

Nachmittag in Kleinhöhenkirchen

Ab 14.00 Uhr geht es dann in Kleinhöhenkirchen weiter. In der Kirche Mariä Heimsuchung werden Maria Floßmann und Magdalena Perkmann das Bauwerk mit seinen Kunstschätzen vorstellen und außerdem über die „Rußländermesse“ und den „Rußländer-Jahrtag“, der seit 1816 bis heute abgehalten wird, informieren. Voraussichtlich wird auch die originale Reiterstandarte in der Kirche zu sehen sein, da am Sonntag, den 20. September 2026 „Rußländer-Jahrtag“ ist. Ebenfalls ab 14.00 Uhr ist die Kunstausstellung „Ansichtssache“ auf dem Wieser-Hof zu sehen. Agnes Wieser hat hier mit 12 weiteren Künstlern eine sehenswerte Ausstellung im früheren Heustadel des elterlichen Anwesens geschaffen.


Das Künstlerteam am Eröffnungstag der Ausstellung „Ansichtssache“. Foto: Günther Lautenbacher

Schon allein die Verwandlung des historischen Gebäudes ist eine Schau. Wenn man dann als Besucher durch den „Geburtskanal“ (Agnes Wieser) an den witzigen, verstörenden und ausdrucksstarken Kunstwerken vorbei schließlich im riesengroßen Hauptraum landet, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.


Weitblick – auf die Werke von Jack Griesbech, die ebenfalls in der Ausstellung „Ansichtssache“ zu sehen sind. Foto: Günther Lautenbacher

Stärkung in der Mangfalltalalm

Auch der Weg zum Ausgang führt wieder über und an Ausstellungsobjekten und Kunstinstallationen vorbei, die Interaktion einfordern. Beim Verlassen des Heustadels ins Freie bleiben viele tiefe Eindrücke zurück. Bei der Dorfrunde kann man sie beim Spaziergang zur Birg oder der Besichtigung „Bewusstes Bauen“ der Firma Holzbau Wieser (beides jeweils um 14.30 Uhr) oder bei Kaffee und Kuchen in der Mangfalltalalm verarbeiten. Wenn der Tag mit vielen Eindrücken, neuen Erkenntnissen und hoffentlich schönen Begegnungen und interessanten Gesprächen zu Ende geht, dann hat sich die intensive Vorbereitung der Bürgerinnen und Bürger am Mangfallknie gelohnt.

Das Programm der Dorfrunde „Am Mangfallknie“ kann hier heruntergeladen werden.

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