
Von realistisch bis abstrakt
Das Organisatoren-Team der 76. Tegernseer Kunstausstellung: Kurt Gmeineder, Hilo Fuchs, Hans Weidinger und Uwe Göbel (von links). Foto: Privat
76. Tegernseer Kunstausstellung beginnt
Am Samstag, den 19. September 2026 öffnet das Alte Schalthaus in Tegernsee seine Räume und heißt zur 76. Tegernseer Kunstausstellung willkommen. Bis einschließlich den 4. Oktober 2026 können dann Arbeiten von Künstlern aus dem Tegernseer Tal und Gastkünstlern betrachtet werden.
Sichten, Sortieren und Hängen
Innerhalb von drei Tagen werden die Räume des Alten Schalthauses in eine der renommiertesten Kunstausstellungen des Landkreises Miesbach verwandelt. Nach einer ersten Sichtung lehnen viele Werke bereits an den Wänden. Immer wieder wird noch ein Blick darauf geworfen, abermals umsortiert und schließlich werden die ersten Bilder an die Wand gehängt. Ein Prozess, bei dem die Ausstellung langsam wächst und Form annimmt. Das Organisatoren-Team wählt gemeinsam die Werke aus und den erfahrenen Ausstellungsgestaltern Kurt Gmeineder und Hans Weidinger obliegt es, die Bilder schließlich aufzuhängen und die Skulpturen zu positionieren.

Auswählen und Sortieren. Foto: Privat
Ausgewogene Mischung
So haben dieses Jahr die Arbeiten von 37 KünstlerInnen ihren Platz in der Tegernseer Kunstausstellung gefunden. Eine ausgewogene Mischung aus gegenständlichen und abstrakten Werken füllen die zwei großen Räume des Alten Schalthauses. Luftig gehängt, nicht überfrachtet und sich formal sowie inhaltlich ergänzend sind die Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie und Papierkunst zu sehen. Die zahlreichen Skulpturen sind bedacht im Raum verteilt und ergeben dadurch ein spannendes Zusammenspiel mit den benachbarten Werken. Das Auge wandert und entdeckt fortwährend neue Bezüge.
Realistisches und Abstraktes
Thematisch ist viel Natur vertreten, einige Portraits sind zu sehen und großflächigen, expressiven Arbeiten wird Raum gegeben, damit sie ihre Wirkung entfalten können. Szenen aus dem Leben vermitteln eine Nahbarkeit und Karikaturen überspitzen herrlich Situationen aus dem Alltag. Die Organisatoren haben bei der Auswahl großen Wert darauf gelegt, dass die Werke vor allem durch ihre hohe Qualität überzeugen.
Junge Kreative
Schülern des Gymnasiums Tegernsee wurde eine Wand zur eigenen Gestaltung reserviert. Unter der Leitung ihres Lehrers Michael Petters haben die Abiturienten des Leistungsfachs Kunst in der Q13 zu dem Thema ‚Landschaftsmalerei‘ ihre Arbeiten gestaltet. Ihre Bilder geben einen Einblick, wie junge Kreative an dieses klassische Genre herangehen und worauf sie dabei den Fokus richten.
Persönlich Note
Während der Ausstellung ist immer mindestens einer der Kunstschaffenden vor Ort und gibt zu den Werken Auskunft. Bei einem direkten Gespräch mit Künstlern bekommen die Besucher oft einen tieferen Einblick in das Schaffen und können währenddessen neue Facetten eines Bildes oder einer Skulptur entdecken. Es ist den Organisatoren der Kunstausstellung laut eigener Aussage ein Anliegen, dass die Werke zur Diskussion anregen. Die Arbeiten dürfen berühren und sie dürfen provozieren. Die Besucher können sich zudem in der Broschüre ‚Über Künstler und Werk‘ einen Überblick über alle ausstellenden Künstlern, ihre gezeigten Arbeiten und ihre Intentionen verschaffen. Das Booklet gibt es in limitierter Auflage zu kaufen oder kostenfrei online auf der Homepage der Tegernseer Kunstausstellung verfügbar.

Die Ausstellung nimmt Form an. Foto: Privat
Neuerungen
Die Ausstellungsleitung liegt seit diesem Jahr in den Händen der Tegernseer Künstlerin Hilo Fuchs, nachdem die langjährige Leiterin, Eva Knevels, aus privaten Gründen ihr Amt niedergelegt hat. Hilo Fuchs war seit mehreren Jahren eng in die Organisation der Ausstellung eingebunden. Zum Organisatoren-Team neu hinzugekommen ist Uwe Göbel, der durch seine Erfahrung als Art-Direktor im Bereich der visuellen Kommunikation wertvolle Impulse einbringt.
Film-Matinee
Ein Highlight im Rahmen der 76. Tegernseer Kunstausstellung ist die Film-Matinee am 4. Oktober 2026 um 11:00 Uhr im Kino am Tegernsee. Der international renommierte Holzkünstler Ernst Gamperl wird in einem Filmessay von Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich vorgestellt. Die Liste der Galerien, Museen und Sammlungen, in denen Ernst Gamperls Arbeiten vertreten sind, ist lang. Neben europäischen Ländern sind auch die USA, Korea und Japan in seinem Portfolio zu finden. In der diesjährigen Kunstausstellung sind im Alten Schalthaus ebenfalls seine Holzskulpturen zu sehen.