Lesung, WeinGerg, Maximilian Ferreira Cress, Am Ende der Wahrheit

Ein Thriller und viel Wein

Maximilian Ferreira Cress bei der Lesung im WeinGerg in Rottach. Foto: Corinna Schneider

Lesung in Rottach-Egern

Vor kurzem lud WeinGerg in Rottach zu einem besonderen Abend ein: Der Münchner Autor Maximilian Ferreira Cress war zu Gast und las aus seinem neuesten Thriller „Am Ende der Wahrheit“. Dazu servierten die Gastgeber edle Tropfen aus ihrem Sortiment.

Einmal im Monat lädt die Weinhandlung Gerg in der Südlichen Hauptstraße in Rottach zu ihrer Veranstaltung „Spaß im Glas“ ein. In kleiner Runde präsentiert sie dabei edle Tropfen und Köstlichkeiten lokaler Partner – ein beliebtes Format bei Liebhabern des Rebensaftes und Fans dieser etablierten Weinhandlung. In Kooperation mit der Seebuchhandlung Rottach entstand nun eine neue Idee: nämlich die Verknüpfung einer Weinverkostung mit einer Lesung. Das Publikum war begeistert und Sitzplätze im Weinladen waren restlos ausverkauft.

Zu Gast war der Münchner Autor Maximilian Ferreira Cress, der aus seinem vor kurzem erschienenen Roman „Am Ende der Wahrheit“ las. Der 46-Jährige ist kein Unbekannter: Neben seinen Tätigkeiten als Journalist für den Bayerischen Rundfunk und als Filmproduzent stand er auch als Schauspieler in vielen Film- und Fernsehrollen vor der Kamera, etwa für „Soko Leipzig“ und die „Rosenheim-Cops“.

Maximilian Ferreira Cress‘ zweiter Roman

Der studierte Psycholinguist setzte sich schon als Journalist mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander, wie etwa dem Leben der Kurden im Irak, dem Kosovo und den Strukturen innerhalb der Polizei in Deutschland. Ein Thema, das auch in seinen ersten Roman mit einfloss, den Politthriller „Um jeden Preis“ aus 2024, den er zusammen mit dem Schriftsteller Bernd Blaschke schrieb. Darin geht es um ein rechtsextremes Netzwerk innerhalb der Hamburger Polizei.

Lesung, WeinGerg, Maximilian Ferreira Cress, Am Ende der Wahrheit
Die beiden Romane von Maximilian Ferreira Cress: der Politthriller „Um jeden Preis“ und „Am Ende der Wahrheit“. Foto: CS

Für seinen neuen Roman „Am Ende der Wahrheit“ hat sich der Autor wieder ein spannendes Thema nah an der Realität ausgesucht: Diesmal geht es um Macht und Einfluss Superreicher auf Politik und Gesellschaft. Die Protagonistin seines Romans, Louisa, lebt in Berlin und arbeitet für eine internationale Non-Government-Organisation zur Bekämpfung des Klimawandels, die von einem der reichsten Männer der Welt finanziert wird. Als ihr Mann Erik, ein Investigativjournalist, bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kommt, bricht ihre Welt zusammen. Sie beginnt zu recherchieren, warum ihr Mann an Bord dieses Hubschraubers war, der einem jungen Unternehmer gehörte. Dabei gerät sie immer weiter in ein Netz aus globalen Konzernen, Lobbyismus und Machtstrukturen – und bringt damit sich und ihre Kinder in Gefahr.

„Die Idee zum Buch entstand im Sommer 2024 in einem Münchner Biergarten mit meiner Frau und Freunden, als wir darüber philosophiert haben, wie viel Macht und Einfluss Superreiche haben“, erzählt er bei der Lesung. Wer so viel Geld und Einfluss habe, stehe immer auch außerhalb der Demokratie, weil er sich letztendlich alles kaufen könne. Die Brisanz dieses Themas zeigte sich dann recht schnell beim Schreiben des Buches, als etwa die Epstein-Files veröffentlicht wurden und der Kahlschlag bei der Washington Post durch ihren Eigentümer und Amazon-Gründer Jeff Bezos bekannt wurde.

Zwei Welten treffen aufeinander

„Ich habe mir eine Hauptfigur Louisa ausgedacht, die stellvertretend für normale Menschen steht“, erzählt der Autor bei seiner Einführung. Bewusst liest er als Erstes eine Szene aus seinem Buch vor, als der Gründer der Future World Foundation, einer der reichsten Männer der Welt, Louisa zum Essen in ein Luxusrestaurant ausführt. Ein Sinnbild dafür, wie zwei Welten aufeinandertreffen – und wie weit die Maßstäbe zwischen normal und unvorstellbar reich auseinanderliegen. Der Roman beginnt aber ganz woanders: Nämlich als plötzlich eines Abends die Polizei vor Louisas Tür steht und ihr Leben aus den Angeln hebt: Sie soll die Leiche ihres Mannes identifizieren, die beim Absturz eines Helikopters gefunden wurde.

Lesung, WeinGerg, Maximilian Ferreira Cress, Am Ende der Wahrheit
Von links: Robert Gerg, Maximilian Ferreira Cress, Nicole Pröscholdt und Constanze Glemnitz vom WeinGerg. Foto: CS

Zwischen den spannenden Passagen, die Maximilian Ferreira Cress aus seinem Roman vorliest, gibt es immer wieder Pausen zur Weinverkostung. So hatten Gäste beispielsweise die Gelegenheit, einen Vinho Verde aus Portugal zu probieren, einen „mineralig“ schmeckenden Tropfen und Lieblingswein des Autors. Wie gut die kredenzten Weine mundeten, machte sich nach der Lesung bemerkbar, als das Publikum in Plauderlaune war und den Autor mit Fragen geradezu bombardierte.

Fortsetzung nicht ausgeschlossen

Wie viel Wahres in seinem Roman stecke, will etwa eine Zuschauerin wissen. „Es ist eine Geschichte, die Spaß machen soll und kein Journalismus“, stellt der Autor klar. Deshalb hätte er 70 Prozent an Wahrem weggenommen, sonst würde es keiner glauben. Das Schöne am Erfinden von Geschichten sei, dass man als Basis real existierende Probleme aufgreifen und bearbeiten kann, um zum Denken anzuregen, betont er.

Mit seinem Roman jedenfalls scheint ihm genau das gelungen zu sein, denn das Publikum kaufte den Thriller eifrig bei der Seebuchhandlung Rottach, die mit einem Tisch präsent war. Auch der Weinhändler Robert Gerg, alias Mandi, und seine Frau Conni freuten sich über den Erfolg der Veranstaltung. Dass sie bald wieder mal eine Lesung mit einer Weinverkostung kombinierten, sei alles andere als ausgeschlossen.

„Am Ende der Wahrheit“ ist im März 2026 beim Atrium Verlag erschienen und unter anderem in der Seebuchhandlung Rottach für 20 Euro als Softcover erhältlich. Mehr Info über die Weinhandlung und ihre Veranstaltungen unter weingerg.de.

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