Heinz Stoewer

Heinz Stoewer und die neue Leichtigkeit

Color spot arrangement #15 (dragon snake). Foto: Heinz Stoewer

Ausstellung in Rottach-Egern

Tierisch bunt! So nennt sich die Ausstellung von Isabelle Stremme, Heinz Stoewer und Zhenya Li, die am Freitag, 15. Mai um 18 Uhr in der Galerie RNP fine arts in Rottach-Egern eröffnet wird. Während die beiden Künstlerinnen mit gegenständlicher Kunst aufwarten, überrascht Heinz Stoewer mit abstrakten Werken.

Der Tölzer Künstler ist auch im Landkreis Miesbach kein Unbekannter und zeigte seine Werke in Einzel- und Gruppenausstellungen. Der studierte Jurist kam vor 25 Jahren zur Kunst und nahm ein Studium an der Kunstakademie Esslingen. Seitdem vervollständigte er stetig seine Ausbildung bei Seminaren in Bad Reichhall und Salzburg.

Er sagt: „Mit Anfang 40 hatte ich das Bedürfnis nach einer grundlegenden Veränderung in meinem Leben, das bis dahin wesentlich durch meine Karriere als Banker und Jurist bestimmt wurde. Ich wollte meine Kreativität intensiver und anders nutzen, etwas Bleibendes schaffen, das mich vielleicht überdauern würde und das Leben anderer bereichern könnte.“


Heinz Stoewer in seiner Ausstellung in RAUMdurchKUNST in Sindelsdorf. Foto: MZ

Mit einer Einzelausstellung war er 2016 im Seeforum Rottach-Egern zu Gast, beteiligte sich an den Kunstausstellungen in Bayrischzell und Tegernsee und war mit der Künstlergruppe Delta im Jagerhaus Gmund präsent. Darüber hinaus zeigte er seine Werke auch überregional und im Ausland.

Heinz Stoewer besticht in seiner Kunst durch kräftige Farben, individuelle Formen und vielfältige Bildkompositionen. Thematisch befasst er sich vorrangig mit zwei Themen: Verständnis und Akzeptanz für queere Lebensentwürfe und eine neue Sicht auf den männlichen Körper sowie der Schutz natürlicher Lebensräume und die Schönheit und Vielfalt der Natur.


csa #19 und falling paint balls #1. Foto: heinz Stoewer

In der aktuellen Ausstellung in Rottach-Egern trennt er sich von der gegenständlichen Malerei. Bisher verband er zumeist figurative Elemente mit abstrakten, jetzt aber hat er seine abstrakten Formen weiterentwickelt. Sie kommen auf weißer Leinwand isoliert und minimalistisch daher und zeugen von seiner langjährigen künstlerischen Erfahrung.

Die abstrakten Formen schwingen und schweben durch das Bild, sind von großer Leichtigkeit und nehmen den Betrachter mit auf die Reise durch das Bild. Sie erinnern an Mobiles, die an Fäden hängend, im Wind bewegt werden.


csa #23. Foto: Heinz Stoewer

„Bei den Formen bin ich ganz bei mir“, sagt Heinz Stoewer, „ich fange rechts oben an und arbeite mich nach links unten durch“.

Er nennt die Serie, in der immer wieder charakteristische Formen auftreten und den Bertachter auf eine Entdeckungsreise in fremde oder bekannte Welten eintauchen lassen, „color spot arrangement“.

„Die Quellen seiner Inspiration könnten gegensätzlicher nicht sein: zum einen die Bilderflut des Internets, zum anderen die uns umgebende Natur und seine eigene Gedankenwelt!“ heißt es auf seiner Webseite. Dem Künstler ist es wichtig, Beziehungen zu aktuellen Entwicklungen der Gegenwartskunst als auch zu Malerei früherer Zeiten und Bezügen zur Kunstgeschichte herzustellen.

In der Tradition abstrakter Malerei

So lässt sich seine aktuelle Werkserie einordnen in die Tradition der abstrakten Malerei, wie sie etwa von Wassili Kandinsky begonnen wurde. Ebenso lassen sich Parallelen zur organischen Formensprache von Juan Miro erkennen. Mit seinen neuen abstrakten Werken, hervorgegangen aus jahrelanger figürlicher Malerei mit abstrakten Elementen, hat Heinz Stoewer eine eigenständige Bildsprache gefunden.

In der jetzigen Zeit, so betont er, sei es die Aufgabe des Künstlers, Sachen zu schaffen, die den Menschen guttun. Das erreicht er mit den aktuellen, in hellen, zarten Farben gemalten Bildern zweifellos.


Zhenya Li: Kois mit Blättern. Foto: privat

Er habe schon seit drei Jahren immer wieder Einzelarbeiten in der Galerie RNP fineart ausgestellt und freue sich über die erste große Ausstellung gemeinsam mit zwei Künstlerinnen. Isabelle Stremme aus Hamburg zeigt die Serie „Hidden Champions“ in der sie Tierporträts mit prägnanten, teils humorvollen Statements verbindet. Damit macht sie auf bedrohte und oft übersehene Tierarten und ihre Rolle im Ökosystem aufmerksam.

Zhenya Li aus München war schon bei der Tegernseer Kunstausstellung dabei. In ihrer „Koi“-Serie verbindet sie Erinnerungen an ihre Heimatstadt Shanghai mit asiatischen Glückssymbolen, während sie in Arbeiten zu japanischen Schneeaffen menschliche Verhaltensweisen und gesellschaftliche Strukturen spiegelt.

Die Ausstellung „Tierisch bunt!“ in der Galerie RNP fine arts in Rottach-Egern, Leo-Slezak-Straße 4 ist bis zum 11. Juli 2026 zu sehen, die Vernissage findet am Freitag, 15.5. um 18 Uhr statt.

Zum Weiterlesen: MENSCH FORMt NATUR

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