Kulturblitz | Junge Kunst im Waitzinger Keller

Marina Clayton und Katharina Schuster. Foto: Kulturamt

Noch bis zum 26. Juli präsentiert die Gunetzrhainer Realschule Miesbach im Eingangsfoyer des Kulturzentrums Waitzinger Keller in Miesbach eine Ausstellung mit Arbeiten ihrer Kunstschülerinnen und Kunstschüler.

Ein Teil davon sind Linoldrucke der Kunstklasse 8d, die im vergangenen Jahr unter der Leitung von Kunstlehrerin Marina Clayton im Rahmen der Miesbacher Radlkultour entstanden. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten eigene Fahrradmotive und fertigten dafür Druckstöcke in der Technik des Weißlinienschnitts an. Dabei wird das Motiv selbst aus der Linolplatte herausgeschnitten und erscheint beim Druck in der Farbe des Untergrunds, während die eingefärbten Flächen das Bild als Negativ sichtbar machen.

Die Druckstöcke kamen anschließend bei einem von der Kunstklasse vorbereiteten Druckworkshop während der Radlkultour zum Einsatz. Besucherinnen und Besucher konnten T-Shirts, Stofftaschen und andere Textilien mit den eigens entworfenen Motiven bedrucken. Die Schülerinnen und Schüler begleiteten den gesamten Druckprozess und unterstützten die Teilnehmenden bei der Umsetzung. So entstanden rund 150 individuelle Textildrucke, die seither in Miesbach und der Region unterwegs sind. Die im Waitzinger Keller ausgestellten Linoldrucke zeigen nun einen Teil dieses besonderen Gemeinschaftsprojekts.


Linoldrucke der Kunstklasse 8d. Foto: MZ

Einen ganz anderen gestalterischen Ansatz verfolgen die ausgestellten Gliederpuppen mit ihren kunstvoll gestalteten Papierkleidern, die unter der Leitung von Kunstlehrerin Katharina Schuster entstanden sind. Inspiriert von der opulenten Mode des Barocks beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der 8e mit der Frage, wie sich aus dem alltäglichen Material Papier ein Kleid gestalten lässt. Dabei wurde fleißig experimentiert. Entstanden sind fantasievolle Entwürfe, die die Vielfalt gestalterischer Möglichkeiten eindrucksvoll vor Augen führen und den kreativen Umgang mit einem vermeintlich einfachen Werkstoff zeigen.

Die Ausstellung macht deutlich, dass Kunstunterricht weit über das Erlernen handwerklicher Techniken hinausgeht. Sie zeigt, wie Ideen entwickelt, Materialien erforscht und gestalterische Lösungen gefunden werden – und wie schulische Projekte den Weg in den öffentlichen Raum finden können.

Die Ausstellung der Gunetzrainer Realschule ist noch bis zum 26. Juli im Foyer des Waitzinger Kellers zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9:00 bis 13:00 Uhr, Donnerstag von 14:00 bis 16:00 Uhr und bei Veranstaltungen im Saal.

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