Comedy Slam, WeyHalla, Kulturvision, 2026

Der Comedy Slam und die Lanzen der Lustigkeit

Andreas Wolkenstein von KulturVision mit den Teilnehmern des Comedy Slams Dominik Kirschner, Natalie Zaschka, Nikolaus Ruml und WeyHalla-Chef Girgl Ertl (von links). Foto: CS

Comedy Slam in der WeyHalla

In der WeyHalla fand der erste Comedy Slam von KulturVision statt. Drei aufstrebende junge Comedians aus der Region kämpften dabei um den Gewinn des Oberland Horns. Vom Publikum zur Siegerin gekürt: Natalie Zaschka.

Lustig ging es am 9. Juli in Weyarn zu, als zum Auftakt der Veranstaltungsserie „Sommertraum“ in der WeyHalla der erste Comedy Slam von KulturVision stattfand. Bei schönstem Sommerwetter begrüßten Organisator Andreas Wolkenstein und Gastgeber Girgl Ertl die zahlreichen Zuschauer, die gekommen waren, um ihre Lachmuskulatur zu trainieren. Am Start als Comedians waren Dominik Kirschner aus Rosenheim, Nikolaus Ruml aus Miesbach und Natalie Zaschka aus Sauerlach.

Dominik Kirschner: „Der Rosenheimer kotzt nicht, weil er muss, sondern weil er will“

Andreas Wolkenstein, der den Abend moderierte, freute sich riesig über den Event und die zu erwartenden „Lanzen der Lustigkeit“. Weil er zu Hause keine Witze mehr erzählen darf, schwebte ihm schon lange ein Comedy-Format vor, das nun endlich realisiert werden konnte.

Als Erstes rief er Dominik Kirschner auf die Bühne. Kein unbeschriebenes Blatt in Sachen Humor, schließlich war der 33-Jährige schon auf einigen Comedy-Bühnen in München und Umgebung unterwegs. Im vergangenen Jahr eröffnete er sogar selbst den Inside Comedy Club in Rosenheim mit wöchentlichen Stand-up-Comedy-Shows und Open-Mic-Sessions für Anfänger und Profis.

Comedy Slam, WeyHalla, Kulturvision, 2026
Dominik Kirschner durfte als Erster auf die Bühne der WeyHalla. Foto: CS

Dominik Kirschner, der mit Schnurrbart und kurzer Hose auftrat, unterhielt das Publikum mit derben Witzen und dem Vergleich zwischen Stadt- und Landmenschen. Es gäbe etwa Stadt- und Landschnurrbärte, legte er dar: Erstere säßen an der Isar und schlürften Spritz, Zweitere tränken acht Liter Bier und säßen zu nah bei ihren Cousinen.

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Seine Birkenstocks, die er auf der Bühne trug, habe er einem Münchner abgenommen, der am Wendelstein „verendete“. „Sie riechen noch etwas streng“, schickte er nach. Das sei „der beißende Gestank der Selbstüberschätzung“. Auch verglich er etwa das Rosenheimer Herbstfest mit dem Oktoberfest, das sich nur darin unterscheidet, dass die Leute dort den Alkohol vertragen. „Der Rosenheimer kotzt nicht, weil er muss, sondern weil er will“, pointierte er.

Nikolaus Ruml und das postapokalyptische Windelfiasko

Kein Unbekannter war der zweite Kandidat, der auf die Bühne trat: Nikolaus alias „Klausi“ Ruml, der als Fastenprediger, Schauspieler im Trachtenverein und auf der Jungen Bühne Miesbach sowie als Gitarrist bei der bayerischen Punkrockband „Die Bieramiden“ regional bekannt ist. Dass er früher ein „dünner Haring“ gewesen sei und die Leute ihn für einen Italiener hielten, weil Spaghetti unten rausgeschaut hätten, erzählt er.

Comedy Slam, WeyHalla, Kulturvision, 2026
Nikolaus Ruml mit seiner Bauchrednerpuppe. Foto: CS

Früher hätte er außerdem noch den Mädels den Kopf verdreht: „Immer, wenn ich hingschaut hab, haben die weggschaut“, unterhielt er das Publikum. Dennoch habe er eine Frau abgekriegt und sei sogar Vater geworden. Windeln müsste er aber wegen eines „postapokalyptischen Windelfiaskos“ nicht mehr wechseln. Es endete darin, dass er sich wegen des Windelinhalts übergeben musste.

Aus einer Tasche, die er unterm Arm trug, kramte er Gummiheuschrecken, -hühner und sonstige Paraphernalia hervor. Unter anderem auch eine wuschelige grüne Bauchredner-Puppe, die den Witz erzählte: „Geht ein Zyklop zum Augenarzt.“

Natalie Zaschka: „Wir bräuchten a Leich“

Last but keinesfalls least trat Natalie Zaschka auf die Bühne. Die Sauerlacherin arbeitet als Schauspielerin, Sprecherin und Sprachcoach. Sie sei aber noch nie eine Tatort-Leiche gewesen, wie viele oft meinen, betont sie. Schließlich kriege man als Schauspielerin keinen Anruf „Wir bräuchten a Leich“, erzählt sie.


Natalie Zaschka beim Comedy Slam. Foto: CS

Sich nicht zu bewegen, wäre zwar kein Problem für sie, aber dass sie nichts sagen dürfte, schon. Schließlich behauptet ihr Mann, man müsse ihr Mundwerk extra stilllegen, wenn sie mal dahinscheide. Trotzdem sei sie schon seit sieben Jahren glücklich verheiratet – also sie zumindest.

Musik und Improvisationstheater

Auch zwischen den Comedy-Acts wurden die Zuschauer bestens unterhalten. Musiker und Komponist Florian Burgmayr (Ziach und Keyboard) spielte zusammen mit Christoph Prochazka von den Bieramiden (Schlagzeug) „griabige“ Musik auf. Und die Improvisations-Theatergruppe „Improvisti“, die in der WeyHalla beheimatet ist, stellte ihre Schauspielkunst zu spontan gestellten Themen unter Beweis. Keine einfache Aufgabe, aber bravourös gemeistert von der Weyarner Truppe!

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Florian Burgmayr (links) sorgte zusammen mit Christoph Prochazka für die musikalische Unterhaltung beim Comedy Slam. Foto: CS

Wer war nun der beste Comedian auf der Bühne? Das entschied das Publikum am Ende. Auch wenn alle drei Protagonisten begeistert beklatscht wurden, erhielt die Schauspielerin Natalie Zaschka den längsten Applaus. Monika Ziegler, erste Vorsitzende von KulturVision, überreichte der strahlenden Siegerin das Oberland Horn und freute sich zusammen mit Andreas Wolkenstein schon auf eine Fortsetzung des Comedy Slams im nächsten Jahr.

Mehr Info zum Programm in der WeyHalla unter www.weyhalla.de

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