1001 Nacht

1001 Nacht mit Timmy

Andreas Haas und Annette Drobniak. Foto: MZ

Kinderkonzert in Holzkirchen

Zum 25. Geburtstag reiste Timmy nach Wien und traf auf den Orient. Mit „Timmy 1001 Nacht“ präsentierte Andreas Haas eine turbulente kindgerechte Veranstaltung aus seiner Reihe „Klassik für Kinder“, die tosenden Beifall fand.

Der Festsaal des KULTUR im Oberbräu war an diesem Sonntagnachmittag fast komplett mit Kindern und ihren Eltern oder Großeltern gefüllt, als Andreas Haas zur Premiere seiner siebten Produktion begrüßte. Was vor 25 Jahren als One-Man-Show begann, ist heute eine Veranstaltung mit Kammerensemble des Freien Landestheaters Bayern. Seit 2011 kooperiert Andreas Haas mit „Klassik für Kinder“ mit dem FLTB, in dem er selbst als Flötist mitwirkt.

1001 Nacht
Das Kammerensemble des FLTB. Foto: MZ

Und so stellt der Musiker zunächst seine Kollegen vor, die jeweils ihr Instrument in typischem Klang ertönen lassen: Peter Ternay am Waldhorn, Elisabeth Vogl am Fagott, Felix Stross am Violoncello, Hans Ernst an der Klarinette, Carola Sigling an der Oboe, Heiko Stralendorff am Klavier und Florian Eickhölter am Schlagzeug.

Seine Produktion „Timmy 1001 Nacht“, ein orientalisches Märchen, lässt wie immer Timmy Abenteuer erleben. Dieses Mal reist er nach Wien. Und anhand einer veränderten Tonleiter erfährt er, wie orientalische Musik erklingen kann. Mit Mozarts berühmten „Türkischen Marsch“ startet dann die musikalische Reise.


Timmy ist dieses Mal in Wien. Foto: MZ

Da Arrangeur Peter Marino die Stücke sehr kurzgehalten hat, sind die Kinder voll bei der Sache. Zudem erzählt Andreas Haas abwechslungsreich die Geschichte, indem er immer wieder in neue Figuren schlüpft, so der Fiakerführer Leopold oder der prahlerische Sindbad, der Seefahrer.

Märchenhaft wird es als Scheherezade mit dem Buch „1001 Nach“ auftaucht. Annette Drobiak liest die Geschichte von dem Vater, der einen Nachfolger sucht und seine drei Söhne auffordert, in die Welt zu ziehen. Wer das außergewöhnlichste Geschenk mitbringt, soll die Nachfolge antreten.


Annette Droniak als Scheherezade. Foto: MZ

Gebannt lauschen die Kinder dem lebendigen Vortrag und erfahren, dass die drei Söhne nur gemeinsam in der Lage sind, rechtzeitig zum kranken Vater zurückzukehren.

Ein bisschen Rimski-Korsakow und Debussy und schon landen wir auf einem orientalischen Markt. Das Kammerensemble wird in die Geschichte eingebunden, in dem nun der beste der Musizierenden gekürt werden soll. Und jeder gibt sein Bestes, muss aber akzeptieren, dass ein anderer vielleicht doch besser ist und gibt den goldenen Notenschlüssel weiter.


Der Messerschlucker. Foto: MZ

Annette Drobniak indes zeigt eine Jonglage und liefert eine perfekte Messerschluckerei zur Verblüffung der Kinder ab. Zwei von ihnen dürfen nun am Hütchenspiel mitwirken und beide schaffen es, richtig zu raten.


Auch Andreas Haas darf beim Hütchenspiel mitmachen. Foto: MZ

Dazwischen aber erklingt das „Säbeltänzchen“ von Andreas Haas und der „Kaffee-Arabischer Tanz“ von Tschaikowsky aus dem „Nussknacker.

Die Kinder amüsieren sich köstlich, als die Orchestermitglieder der Reihe nach einschlafen, als Sindbad langschweifig von seinen Abenteuern erzählt, wachen aber wieder auf, um Salomes „Schleiertanz“ von Richard Strauss zu spielen, zu dem Annette Drobniak tanzt.

Die drei Utensilien aus dem Märchen „1001 Nacht“, fliegender Teppich, Fernrohr und Apfel spielen zur Abrundung der Geschichte noch einmal eine Rolle, als Timmy wieder nach Hause will und mit „Timmys Orientlied“ werden die Kinder aufgefordert mitzusingen.

Mit seiner siebten Produktion hat Andreas Haas seiner Reihe „Klassik für Kinder“ einen Glanzpunkt aufgesetzt. Mit einer derart abwechslungsreichen und spannenden Handlung, in die kurze Klassikstücke eingebaut sind, werden Kinder an die Klassik herangeführt. In Timmy haben sie eine Identifikationsfigur, der auch nach 25 Jahren noch abenteuerlustig und fröhlich unterwegs ist, allerdings mag er den orientalischen Kaffee gar nicht.

Die nächsten Termine sind im Gasteig in München am 29.11, 19.12 2026 sowie am 24.1. 2027.

Zum Weiterlesen: Andreas Haas in der 45. Ausgabe der KulturBegegnungen

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