„Ich wünschte meine Maske wäre…“

Masken bauen Brücken. Foto: MZ

Ausstellung in Valley

„Ich wünschte meine Maske wäre…“, so lautet die Aufforderung an 154 Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschule Valley ihren Gefühlen Ausdruck zu geben. In der Schulbücherei dürfen noch bis Anfang Dezember Interessierte das bestaunen, was Kinder uns zu sagen haben.

Wie geht es Kindern, die tagtäglich mit der Maske die Schule besuchen müssen? Mit einem außergewöhnlichen Kunstprojekt haben sich jetzt die Valleyer Grund- und Mittelschüler zu dieser Frage geäußert.

Eigentlich hätte sich die Schule an den Valleyer Kulturtagen im Oktober, die dann abgesagt werden mussten, mit einem Projekt beteiligen wollen. Lehrerin Sarah Hofstetter hatte dann, so erzählt Rektorin Anja Rettich, eine Idee. Sie initiierte in allen Klassen ein Kunstprojekt. Die Kinder sollten mit jeweils unterschiedlichen Techniken, je nach Alter, darstellen was sie sich für ihre Masken wünschen. In was sie sich verwandeln sollen.

Meine Maske
Ein Tipi aus bemalten Masken. Foto: MZ

Herausgekommen ist eine Ausstellung, in der die Gefühle der Kinder ebenso zum Ausdruck kommen wie ihre Fantasie und Kreativität. Die Kinder der ersten Klasse bemalten ihre Masken und bauten ein Tipi daraus. Größere Kinder malten Bilder und integrierten ihre Masken. Sie wird zu einem Gleitschirm oder fliegt gleich ganz weg.

Meine Masken
Zeichnungen mit Masken. Foto: MZ

Viele Kinder bauten kleine Installationen. Ein Playmobil-Männchen sitzt in einer Schaukel mit Maskendach, es gibt eine Handtasche, ein Fernrohr und eine Schlange. Die Maske schwimmt davon oder wird zur Steinschleuder.


Die Maske wird zur Steinschleuder. Foto: MZ

Urlaubsgefühle wecken die Installationen, in denen die Masken sich in Hängematten, Segel oder Volleyballnetze verwandeln. Ein besonders berührendes Beispiel ist die Installation, in der Masken Brücken bauen. Sollten wir Erwachsenen uns zu Herzen nehmen.


Masken verwandeln sich. Foto: MZ

Größere Kinder haben moderne Technik eingesetzt und mit dem Tablet Fotografien bearbeitet. Sie haben aber auch ihrem Frust Ausdruck verliehen und unter dem Slogan „Ich wünschte meine Maske wäre verbrannt“, die Masken in einen Feuerkorb geworfen.


Mit dem Tablet erzeugt. Foto: MZ

„Wir haben wirklich Masken in einer Feuerschale verbrannt“, sagt Anja Rettich. Die Rektorin betont, dass die Masken zwar lästig seien aber viel besser als Distanzunterricht und Homeschooling.


Meine Maske wäre verbrannt. Foto: MZ

„Die Schulschließung war viel belastender“, ist sie überzeugt, denn gerade die Grundschule lebe von Begegnung. Zudem sei es für die Kinder schwer ohne Freunde auskommen zu müssen und daheim sich für die Schule zu motivieren und einen Lernrhythmus zu finden. „Auch die Lehrkräfte sind sehr froh, dass wieder Präsenzunterricht stattfindet“, sagt sie.


Die Wünsche der Kinder. Foto: MZ

In der Ausstellung steht ein Korb mit Holz, in den die Kinder jetzt wieder ihre Zettel mit ihren Wünschen werfen können. „Ich wünschte mir, das Corona verschwindet“ und „Ich wünschte, das Corona weg ist“ lese ich da.


Die Wünsche der Kinder. Foto: MZ

Die Ausstellung in der Schule Valley ist tagsüber bis 16.30 Uhr in der Schulbücherei, links vom Eingang zur Schule öffentlich zugänglich. Ein Besuch lohnt sich, denn hier dürfen Kinder ihren Sorgen und Wünschen Ausdruck geben. Sie haben Kreativität, Fantasie, aber auch technisches Know-how eingesetzt und drücken damit ihr Inneres aus.

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