#Gmundbaum: Ein Baum fällt – Ideen sprießen

#Gmundbaum: das Werk von Florian Unterluggauer. Foto: Sophia Pfisterer

Kunstprojekt in Gmund

Das Kunstprojekt #Gmundbaum von Sophia und Caroline Pfisterer, Pia von Miller und Simone Heidinger und dem Motorsägenkünstler Florian Unterluggauer macht aus einer umgestürzten alten Eiche ein Kunstwerk.

Als im Sommer dieses Jahres einer der starken Stürme die große alte Eiche an der nördlichen Uferpromenade in Kaltenbrunn zu Fall brachte, war die Stimmung von Wehmut getränkt. Der einige Jahrhunderte alte Baum lag zersplittert auf dem Boden.

Viele Vorübergehende hielten bei dem Anblick des gefallenen Riesen inne. Kinder begannen sich im hohlen Baumstumpf zu verstecken, Erwachsene die raue, kunstvolle Rinde anzufassen und die Jahresringe zu zählen. In einer der Baumperlen (kleine Knollen, die beim Heilungsprozess entstehen) kann man ein kleines Kunstwerk aus Wirbeln erkennen.

Junges Kreativteam #Gmundbaum

Sie erinnert an ein Werk von Vincent van Gogh. Zu schön und wertvoll war und ist der Baum, der jahrzehntelang das Uferbild des Tegernsees prägte, als dass man ihn ohne weiteres seinem traurigen Schicksal überlassen kann. Das fand auch Sophia Pfisterer und initiierte das Kunstprojekt #Gmundbaum, um der alten Eiche neues Leben einzuhauchen. Gemeinsam mit Pia von Miller, Carolina Pfisterer und Simone Heidinger bildete die 30-jährige Gmunderin das federführende Kreativteam.

#Gmundbaum
Die umgestürzte Eiche. Foto: Sophia Pfisterer

Der erste Schritt war, alle notwendigen Gespräche mit der Gemeinde Gmund, Gut Bohmerhof sowie der Gesellschaft Blue Lion von Familie Schörghuber zu führen. Vor allem Gut Bohmerhof und Blue Lion nehmen eine wichtige Schlüsselrolle ein, da sie die Fläche, auf der die Eiche bis vor Kurzem noch stand, bewirtschaften. Freundlicherweise gaben sie den Baum zur Gestaltung frei und ermöglichten so den Start des Kunstprojekts #Gmundbaum.

Neues Gesicht für alten Baum

Am 3.11.2021, war es dann so weit. Der renommierte Motorsägenkünstler Florian Unterluggauer verlieh dem alten Baum als erstes ein neues Gesicht. Mit drei verschiedenen Motorsägen, viel Know-how und noch mehr Krach schnitzte er den Schriftzug „Gmund“ in das Holz. Ungefähr sechs Stunden brauchte Unterluggauer für sein hölzernes Werk.

In einem Telefonat erzählt mir Pia von Miller, dass Florian Unterluggauer bereits während der Entstehung die ersten positiven Rückmeldungen vorbeigehender Passanten bekommen habe. Sie erklärt mir auch, dass viele Gmunderinnen über die Neuinszenierung des Baumes froh seien. Offenbar gefällt den Vorüberziehenden auch das was mit dem Baum passiert, denn laut Pia von Miller entwickle sich der Schriftzug aus Holz schon jetzt zu einer beliebten Fotokulisse.

Florian Unterluggauer und sein Werk. Foto: Sophia Pfisterer

Bereits im Frühjahr soll um die Eiche am nördlichen Seeufer ein weiteres Kunstprojekt entstehen. Sophia Pfisterer, die als Musikerin mit abgeschlossenem Kunst- und Musikmanagement-Studium arbeitet, und Graphikdesignerin Pia von Miller haben bereits eine nächste Idee. Die beiden möchten im kommenden Jahr gerne mehr über die alte Eiche und ihre Geschichte erfahren.

Neues Kunstprojekt geplant

Geplant ist, einen zweiten Naturexperten oder Baumkenner heranzuziehen, die einzelnen Jahresringe der Eiche genauer zu untersuchen und auf dieser Basis ihr neues Projekt zu starten. Details möchte Pia von Miller noch nicht verraten. Nach und nach wird nun der gefallene Baum wieder zum Leben erweckt und die Bewohner und Bewohnerinnen des Tegernseer Tals können sich darauf freuen, dass die alte Eiche am nördlichen Seeufer bald im neuen Glanz erstrahlt.

Lesetipp: Besuch im Atelier von Pia von Miller

Leserinnen und Leser, die über Baumkenntnisse verfügen oder generelles Interesse an #Gmundbaum haben, sind herzlich dazu eingeladen, sich bei Pia von Miller unter pia@vonmiller.de zu melden. Das Kreativteam sucht kontinuierlich nach neuen Ideen für zukünftige Kunstprojekte. Sollten Sie eine oder mehrere künstlerische Einfälle für den noch zu Verfügung stehenden zweiten Teil des Stammes, größere Äste oder die bei dem Schriftzug weggeschnittenen Holzstücke haben, dann melden Sie sich bitte bei Pia von Miller unter der oben angegeben E-Mail-Adresse.

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