Erlebnis für alle Sinne

Mit dem Fahrrad durch den Landkreis und Kultur genießen, das bietet die Radl-Kultour 2026. Foto: Anschi Hacklinger

Am 09. Mai 2026 ist Radl-Kultour – und die ist voller Ideen, Kunstgenuss und Bewegung. Die Route verläuft von Weyarn über Valley und Föching bis Holzkirchen und wieder zurück. Veranstalter sind der ADFC Miesbach und die Wirkstatt Oberland – aber warum eigentlich?

Radl-Kultour mit vier Stationen

Die Antwort kommt später, zunächst zum Programm, das aus vier Bühnen mit unterschiedlichen Künstlern und Aktionen besteht. Beim Pumptruck in Weyarn spielt das Trio Obermüller feinste Salonmusik. Der AK Verkehr & Mobilität bietet Straßenmalerei und Riesenseifenblasen, die Polizei das Fahrrad-Verkehrssicherheitstraining für Kinder. Der Verein Ride & Roll sorgt für die wichtige Verpflegung vor Ort mit Getränken, Kuchen und regionalen Bratwurstsemmeln, das Café Radl passenderweise für besten Kaffee.


Beste Laune bei bestem Wetter ist angesagt bei der Radl-Kultour 2026. Foto: Anschi Hacklinger

Beste-Laune-Musik spielt die fünfköpfige Veterinary Street Jazz Band an der Autobahnbrücke Weyarn. Und als besonderes Highlight erwartet die Teilnehmenden das Projekt „Anbandeln“.

Street Art Projekt Anbandeln

Rund 40 Künstlerinnen haben dabei etwa 500 Häkelblumen gestaltet – und die beiden Organisatorinnen Anna Obermüller und Anschi Hacklinger glücklich gemacht, wie sie berichten. Anna Obermüller ist schon länger als Häkel-Künstlerin präsent und hatte immer wieder an die Autobahnbrücke als Raum für öffentliche Kunst nachgedacht. Als Anschi Hacklinger bei ihr nachfragte, stellten die beiden fest, dass sie sich hervorragend ergänzten. Anna Obermüller: „Mir fehlte so bisschen der Mut, so ein großes Projekt anzugehen.“ Anschi Hacklinger ergänzt: „Was das Anschubsen von Projekten betrifft, bin ich mittlerweile ganz cool. Aber die Expertise für das Häkeln und die Grafik von Anna, damit das Projekt gleich ein Gesicht hat, das ist wirklich grandios.“ Um 15.15 Uhr ist Vernissage auf der Autobahnbrücke mit Schirmherr Landrat a.D. Olaf von Löwis und vielen Künstlerinnen dieses Gemeinschaftswerkes.


Steuern das Projekt „Anbandeln“ zur Radl-Kultour bei: Anschi Hacklinger (links) und Anna Obermüller. Foto: Privat

Hätte hätte, Fahrradkette

Vor der Graf Arco Brauerei in Valley gibt sich die Theatergruppe „Spuis numoi“ die Ehre, sie spielt um 14.00 Uhr und um 16.00 Uhr kurze Szenen „Hätte, hätte, Fahrradkette“. Musikalisch umrahmt die Jugendblaskapelle Unterdarching, der Burschenverein sorgt für die Verpflegung. Auch das Orgelmuseum ist für Besucher geöffnet. Mit südamerikanischer Musik von Tango bis Choros erfreut das Trio Celloguitar schließlich beim Kultur im Oberbräu. Hier gibt es auch eine Reparaturservicestation und Möglichkeit zur Fahrradcodierung.


In Valley tritt die Theatergruppe „Spuis numoi“ auf. Foto: Privat

ADFC und die (Radl-)Kultour

Was hat nun der ADFC mit Kultur zu tun? Auf den ersten Blick nicht so viel. Warum also eine Kulturveranstaltung? Der ADFC vertritt die Interessen der Radfahrer auf Kommunal-, Kreis – und Landesebene. Es geht um Sichtbarkeit, Sicherheit, Infrastruktur, Gemeinschaft. Wichtig ist den Akteuren aber auch, dass Radfahren als Alltagsmobilität wahrgenommen wird. Es macht einen Unterschied, ob jemand am Wochenende eine Tour mit viel Zeit als Freizeitvergnügen plant oder jeden Tag den Arbeitsweg möglichst schnell auf der kürzesten Verbindung zurücklegen will. „Wir müssen und wollen mit der Radl-Kultour leider auch die Finger in die Wunde legen und zeigen, wo es an guter Infrastruktur fehlt – das ist unser politischer Anspruch“, sagt Birgit Hacklinger vom ADFC. „Der Aufwand ist groß, die Strecke mit den Verwaltungen abzusprechen, um die nötige Sicherheit für die Teilnehmer herzustellen“, so Steffi Wegerhoff und Franz Pazier, die beide Mitglied des ADFC-Kreisvorstandes sind. Mal gehe es um eine Straßensperrung, mal um eine Geschwindigkeitsbegrenzung einer Teilstrecke, damit alle sicher unterwegs sein können.

Gegensätze treffen aufeinander

Mit-Organisatorin Anschi Hacklinger fügt hinzu: „Ich mag es gerne, wenn Gegensätze aufeinandertreffen oder Themen oder Organisationen, die im ersten Moment nicht so viel miteinander zu tun haben.“ Also stellten die beiden Vereine eine Kulturveranstaltung auf die Füße und brächten damit viele Menschen auf das Fahrrad. „Und wir brauchen viele Menschen, um unsere Themen wie fehlende Infrastruktur zu kommunizieren“, so Anschi Hacklinger weiter. Und gleichzeitig schaffe man ein sehr positives Erleben durch das Programm und die Menschen, die sich immer wieder auf der Strecke begegnen.


Die Radl-Kultour möchte auch auf verkehrspolitische Anliegen aufmerksam machen. Foto: Anschi Hacklinger

Gestartet wird ganz nach Belieben, alle Teilnehmenden stellen sich ihre Route individuell zusammen. Die Route ist beschildert, knapp 27 km lang und für Familien mit Kindern gut geeignet. Die Veranstalter bitten um Beachtung der anderen Verkehrsteilnehmenden und Rücksichtnahme.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Weitere Informationen gibt es auf der Website des ADFC Miesbach (Link). Was das Essen betrifft, haben sich die Veranstalter strenge Kriterien gegeben: Grillwürstl nur lokal aus dem Landkreis, Kuchen nur mit Bioeiern, alles möglichst regional.

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