
Frauen sichtbar machen
Mehr Frauen für die Kommunalpolitik zu gewinnen und zu stärken ist das Ziel einer Veranstaltung im Weyarner Bürgergewölbe – genauso wie von der Initiative „Bavaria ruft“ unter der Schirmherrschaft von Ilse Aigner. Foto: Monika Ziegler
Vernetzungstreffen in Weyarn
Frauen in der Kommunalpolitik stärker sichtbar zu machen ist das Ziel einer Veranstaltung, die die Volkshochschule (vhs) Oberland am heutigen Samstag in Weyarn anbietet. Eingeladen sind interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich informieren und vernetzen möchten.
Frauen Mut machen
Von den 17 Mitgliedern des Weyarner Gemeinderates sind drei weiblich, was einen Frauenanteil von 17,6 Prozent ergibt. Die Zahlen der anderen Kommunen im Landkreis Miesbach unterscheiden sich nicht groß von Weyarn: In Tegernsee etwa sind ebenfalls 17,6 Prozent der Stadtratsmitglieder weiblich, Holzkirchen kommt auf 20 Prozent Frauen im Gemeinderat. Doch die Zahlen seien das eine, sagt Veronika Weese. „Die Frage ist, wie reagieren wir darauf“, so die Leiterin des Miesbacher vhs-Zentrums weiter. Veronika Weese hat die Veranstaltung „Frauen wählen, Frauen stärken“ mit organisiert, die am heutigen Samstag im Bürgergewölbe in Weyarn stattfindet. Ihr Ziel: Sie möchte Frauen Mut machen, sich in der Politik zu engagieren.

Betont die Bedeutung von Plattformen zur Vernetzung: Veronika Weese, zweite Vorständin der vhs Oberland (auf dem Foto links, bei einer Veranstaltung von „Bavaria ruft“ im Bunten Haus in Miesbach). Foto: Monika Ziegler
„Gelernt, sich durchzusetzen“
Dabei wolle sie gar nicht nur auf das Negative fokussieren, betont die vhs-Leiterin, etwa auf das Ungleichgewicht in politischen Gremien. Ihr sei es vielmehr wichtig, mit Plattformen wie dem Weyarner Vernetzungstreffen ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Frauen sich trauen sollten, sich in der Politik zu engagieren. Mit Blick auf den oft geringen Frauenanteil in politischen Gremien sagt sie: „Frauen haben eine Stimme, denn sie haben gelernt, sich durchzusetzen“. Das könne den Frauen Mut machen, genauso wie die Erfahrung von langjährig politisch aktiven Frauen. Sie nennt als Beispiel Betty Mehrer und Anschi Hacklinger, die bei dem Vernetzungstreffen im Weyarner Bürgergewölbe von ihrer Erfahrung im Gemeinderat Weyarns berichten werden.

Anja Gild spricht über Kommunikationsformen und die Bedeutung des Zuhörens. Foto: Anja Gild
Besser durchkommen
Zudem wird Anja Gild ein Impulsreferat halten, in dem sie konkrete Tipps für die politische Arbeit gibt. Sie werde auf unterschiedliche Kommunikationsweisen von Frauen und Männern eingehen, erläutert die Kommunikationstrainerin. „Und ich möchte auf spielerische Weise darauf aufmerksam machen, wie es gelingt, das eigene Sprachverhalten anzupassen, um auch besser im Gemeinderat durchzukommen“, so Anja Gild weiter. Ein wichtiges Thema sei ihr das Zuhören: „Damit sollten sich die Frauen ebenfalls beschäftigen und im Kontakt mit den Bürgern in ein wirkliches Zuhören reinzugehen.“ Die Besucher der Veranstaltung „Frauen wählen, Frauen stärken“ haben zusätzlich die Gelegenheit, die Kandidatinnen verschiedener Parteien für den Weyarner Gemeinderat kennenzulernen und in den Austausch miteinander zu kommen, verrät Organisatorin Veronika Weese.
Bavaria hat bereits gerufen
Bereits im Herbst des vergangenen Jahres hatte die vhs Oberland zusammen mit der Initiative „Bavaria ruft“ und deren Schirmherrin, Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), ins Bunte Haus in Miesbach eingeladen, um über die Stärkung von Frauen in der Kommunalpolitik zu diskutieren. Und im Februar gibt es erneut eine Veranstaltung in Miesbach. Unter dem Titel „Kompetente Frauen in die Räte“ gebe es einen „Aperitif für Austausch, Inspiration und weibliche Netzwerke in der Kommunalpolitik“, verrät Veronika Weese.