Kulturstiftung nimmt Arbeit auf

Bringen die Kulturstiftung Landkreis Miesbach auf den Weg (v.l.n.r.): Landrat Olaf von Löwis, Kreisheimatpfleger Markus Bernlochner, Suse Kohler (Künstlerin), Isabella Krobisch (Leitung Kulturamt und Tourismusförderung Miesbach), Veronika Leo (Geschäftsführerin KULTUR im Oberbräu, Vorsitzende des Stiftungsrates), Klaus Fresenius (zweiter Vorsitzender Olaf Gulbransson Gesellschaft e.V.), Monika Ziegler (erste Vorsitzende KulturVision e.V.), Alexander Schmid (REO), Emily Hofmeister (REO), Kreiskämmerer Thorsten Wagner. Foto: REO

Ende des vergangenen Jahres beschloss der Kreistag die Gründung einer Kulturstiftung für den Landkreis Miesbach. Vor Kurzem hat sich nun der Stiftungsrat konstituiert. Den Vorsitz übernimmt eine Person mit viel Erfahrung im Kulturmanagement.

Aufbruchstimmung, Kreativität, Tatendrang – spricht man mit den Mitgliedern des Stiftungsrates der neu gegründeten Kulturstiftung für den Landkreis Miesbach, dann ähneln sich die Beschreibungen der ersten Sitzung des Gremiums im März dieses Jahres. Monika Ziegler, erste Vorsitzende von KulturVision, bringt es auf den Punkt: „Da war ein unglaublicher Spirit da“, sagt sie.

Stärkerer Rahmen

Die Ausgangslage ist dabei nicht gerade günstig, so wird aus einer Pressemitteilung der Regionalentwicklung Oberland (REO), einem Kommunalunternehmen des Landkreises, deutlich. „Eine unzureichende strategische Steuerung, fehlende koordinierende Strukturen sowie vielerorts begrenzte Angebote“ würden die Entwicklung der Kultur im Landkreis Miesbach erschweren, ist da zu lesen. Mit dem Verein KulturVision bestehe indes ein „engagierter Partner“. Darauf aufbauend werde die Kulturstiftung künftig einen „stärkeren institutionellen Rahmen“ schaffen.

Kulturmanagerin wird Vorsitzende

Neun Mitglieder hat der Stiftungsrat, der die ganze Bandbreite der Kultur abdeckt. Neben Kulturveranstaltern wie Girgl Ertl (Weyhalla, Weyarn) und Isabella Krobisch (Waitzunger Keller, Miesbach), Künstlern wie Suse Kohler (Gmund), Kulturvermittlern wie Klaus Fresenius (Rottach-Egern) und Monika Ziegler (Holzkirchen), Regionalentwicklern wie Alexander Schmid (Regionalentwicklung Oberland, REO) und Markus Bernlochner (Kreisheimatpfleger) ist auch Prominenz mit an Bord: Stefan Scheider, Moderator der Rundschau im Bayerischen Rundfunk, ist ebenfalls Teil des Stiftungsrats. Dieser hat Veronika Leo, Co-Geschäftsführerin des Holzkirchner KULTUR im Oberbräu, eine Person mit viel Erfahrung im Kulturmanagement, für den Vorsitz des Gremiums bestimmt.

Vielfalt sichtbar machen

Sie freue sich auf die Aufgabe, erzählt Veronika Leo. Die Kulturstiftung sehe sich als wichtigen Schritt, Kultur im Landkreis zu vernetzen. „Wir haben so eine schöne Vielfalt im Landkreis“, gibt sie sich überzeugt. Von Hochkultur über die Bildende Künste bis hin zu Brauchtum und Volksmusik sei alles vertreten. Das gelte es jetzt noch sichtbarer als bislang zu machen.“

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Jeder Euro zählt

Die Kulturstiftung diene als wichtiges Instrument für diese Aufgabe. Laut Satzung besteht ihre Aufgabe darin, Gelder zu beschaffen und damit Kulturprojekte zu fördern. Dazu können kulturinteressierte Bürgerinnen und Bürger Geld spenden. Von jedem Betrag über 1.000 Euro gehen zehn Prozent in das Stiftungsvermögen, 90 Prozent fließen direkt weiter an Projekte, erläutert Veronika Leo. Ihr sei es jedoch wichtig zu betonen, dass jeder Betrag willkommen sei: „Jeder Euro zählt, es gibt keine Mindestspende.“ Kleine Beträge gingen vollständig an geförderte Kulturprojekte. Eingebunden in die Arbeit der Kulturstiftung wird auch die REO sein. Neben der strategischen Ausrichtung übernehme sie Aufgaben in der Verwaltung der Stiftung sowie bei der Einwerbung von Spenden und von Fördermitteln. Bislang verfügt die Stiftung über ein Startkapital von 10.000 Euro, das der Landkreis Miesbach beisteuerte. Geführt wird die Kulturstiftung als Unterstiftung unter dem Dach der Deutschen Stiftungstreuhand.

Mittel vom Bund und Land anvisiert

Für die weitere Zukunft hat der Stiftungsrat bereits Pläne geschmiedet, verrät Vorsitzende Veronika Leo. So seien etwa Charity-Events geplant, wo die Vielfalt an Kultur im Landkreis interessierten Geldgebern präsentiert wird. Doch derartige Veranstaltungen müssen gut vorbereitet werden, betont sie, man denke dabei terminlich eher an das kommende Jahr. Miesbachs scheidender Landrat Olaf von Löwis, auf den die Stiftung maßgeblich zurückgeht, verweist auf weitere Geldquellen, über die man Mittel einwerben möchte. Olaf von Löwis ist zwar nicht Mitglied des Stiftungsrates, leitete als amtierender Landrat im März die konstituierende Sitzung des Gremiums. Zum einen wolle man über Geldtöpfe des Kulturstaatsministers Mittel erhalten, zum anderen gebe es Gelder des bayerischen Landtags, über die Stiftungskapital generiert werden könne. Hier tue er sich mit dem Benjamin Adjei zusammen. Der Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen hatte mit seiner Fraktion im Landtag den Antrag auf Förderung der Kulturstiftung mit 150.000 Euro gestellt. Dieser Betrag sollte in den Haushalt des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus gestellt werden. Im Haushaltsausschuss wurde das Anliegen indes abgelehnt.

Spenden können ab sofort auf das Konto mit der IBAN DE79 7115 2570 0012 6452 30, DT Deutsche Stiftungstreuhand AG, Kulturstiftung Landkreis Miesbach überwiesen werden.

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