
Eine Überdosis Farbe
Fatima im Erdgeschoss der Ausstellung „Color Overdose“. Foto: MZ
Ausstellung in Holzkirchen
Im Gesundheitszentrum Atrium zeigt die Otterfinger Malerin Ivana De Faveri unter dem Titel „Color Overdose“ Acrylmalerei, die durch ihre kraftvolle Farbigkeit besticht. Im Zentrum steht die Frau, als Porträt und als Figur in neuer lebendiger Darstellung.
Nach der bewegenden Ausstellung der Kriegsbilder des ukrainischen Künstlers von Aleksandr Lukianov sind die drei Etagen des Atriums jetzt erfüllt von harmonischer Farbigkeit „Color Overdose“ nennt Ivana de Faveri die Schau auf den drei oberen Etagen.
Man kennt die abstrakten Farbkompositionen der Otterfingerin, die sie regelmäßig bei den Ausstellungen der Otterfinger Kulturwoche zeigt oder jüngst in der Holzkirchner Abfüllerei. Oft war auch das eine oder andere Frauenporträt dabei.

Ich warte auf dich. Foto: MZ
Jetzt aber hat sie den Fokus auf Frauenporträts gelegt. Sie sagt: „Gesichter zerfallen in Fragmente, Konturen lösen sich auf, Identitäten bleiben bewusst offen. Statt Abbild entsteht Ausdruck: intensiv, widersprüchlich, direkt. Die Farbe wird zum eigentlichen Protagonisten – laut, vielschichtig und kompromisslos.“
„Ich warte auf dich“ zeigt eine Frau, deren Gesicht am oberen Bildrand verschwindet. Hier ist es die Körperhaltung, die die Künstlerin mit wenigen Konturen eingefangen hat und die eine klare Aussage hat.

Gedankenverloren. Foto: MZ
In „Gedankenverloren“ ist das Gesicht kaum zu sehen, aber die Haltung des Kopfes lässt auf eine tiefe Versenkung schließen.

Dea Luna. Foto: MZ
Auch in „Dea Luna“ ist eine Gesichtshälfte verdeckt. Hier hat die Künstlerin in Einzelsegmenten ihre Assoziationen zur „Mondgöttin“ dargestellt.
„Fatima“ indes schaut dem Betrachtenden direkt in die Augen, ein klares, schönes, aber auch distanziertes Gesicht. Es spricht von Eleganz ebenso wie von Selbstbewusstsein.

Madonna. Foto: MZ
Ganz deutlich dominiert die Farbe im Bild „Madonna“, wo der blaue und rote Lidschatten mit dem Hintergrund in Einklang steht.

Valentines Day. Foto: MZ
Zu den sehr unterschiedlichen Frauendarstellungen gesellen sich einige realistische, aber in abstrahierender Auflösung gemalte Bilder von Blumen, etwa „Valentins Day“ oder „Vaso di Fiori“. Hier sind die einzelnen farbigen Blüten noch deutlich zu sehen.

Vaso di Fiori. Foto: MZ
Zuweilen gibt der Titel eine Richtung vor, etwa in der welkenden Blume „Bitte nicht gehen“.

Bitte nicht gehen. Foto: MZ
In ihren abstrakten Arbeiten hat in der Tat die Farbe die Kontrolle übernommen. Die Künstlerin erklärt: „Die Arbeiten sind ungefiltert. Sie spielen mit Gegensätzen: Kontrolle und Intuition, Schönheit und Bruch, Nähe und Distanz. Genau in dieser Spannung entfalten die Werke ihre Wirkung und laden den Betrachter ein, eigene Assoziationen zu entwickeln – ohne vorgegebene Deutung.“

La vita è bella. Foto: MZ
Ihrer Lebensfreude gibt die Italienerin im Bild „La vita è bella“ Ausdruck, in dem die Farben nachgerade explodieren.

Etna. Foto: MZ
Das tun sie auch in „Etna“ und in den vielen anderen abstrakten Kompositionen. In dem Bild „Zugvögel“ hat die Künstlerin ein zusätzliches plastisches Element eingebaut, das die Blicke auf sich zieht.

Zugvögel. Foto: MZ
Die Bilder laden dazu ein, sie nicht nur im Vorübergehen zu betrachten, sondern sich in die Bilder zu versenken, in den Austausch mit ihnen zu treten.
Ivana de Faveri betont: „Für mich ist Kunst der Moment, in dem Menschen sich begegnen.“