Gallery Koko, Bachmair Weissach, Korbinian Kohler, Ausstellung, 2026

Neue Kunst in der Gallery Koko

Korbinian Kohler mit den anwesenden Künstlern Werner Maier, Katharina Lehmann, Lisa Merlin Baumeister, Lilau, Cala Caisa, How Chun Kwong, Viktoria Strecker, Jungmin Park, Jürgen Katzenberger und der Kuratorin Isabelle Krawitz-Stadler (von links). Foto: Bachmair Weissach

Vernissage in Rottach-Egern

Die Gallery Koko im Spa & Resort Bachmair Weissach eröffnete am 23. Juli ihre neue Ausstellung „Mikrokosmos – Entdeckungen jenseits des Blicks“. Zu sehen sind Gemälde, Skulpturen, Objekte und Installationen von 17 zeitgenössischen Künstlern aus Deutschland, der Schweiz und Südkorea – kuratiert von Isabelle Krawitz-Stadler.

Über 170 Werke galt es in den weitläufigen Räumlichkeiten des Bachmair Weissach unterzubringen. Keine einfache Aufgabe für Isabelle Krawitz-Stadler, die diesmal die Ausstellung in der Gallery Koko kuratiert hat. „Ich wollte nicht jedem Künstler einfach eine Drei-Quadratmeter-Nische geben, sondern alles bunt mischen“, sagt die gebürtige Rottacherin im Gespräch mit KulturVision.

Gallery Koko, Bachmair Weissach, Isabelle Krawitz-Stadler
Die Kuratorin Isabelle Krawitz-Stadler vor einem Werk von Annina Roescheisen. Foto: CS

Die studierte Kunsthistorikerin, die beim Versicherer AXA XL Marketing und Sponsoring im Kunstbereich verantwortet und schon über 20 Jahre im Kunstbereich tätig ist, hat dafür im Vorfeld alle Arbeiten erst mal ausgedruckt, bei sich zuhause ausgelegt und sie im Kopf den Ausstellungsräumen zugeordnet. „Die Werke müssen nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich zusammen funktionieren, da ist es nicht ganz einfach, alles in einen Guss zu bringen“, sagt sie. Bei der Hängung hätte sich aber auch vieles automatisch ergeben, so dass die Schau innerhalb von zwei Tagen fertig installiert war – ohne dass das Technik-Team allzu oft umhängen musste.

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Verborgene Strukturen und überraschende Zusammenhänge

Als Klammer der Ausstellung hat Isabelle Krawitz-Stadler das Thema „Mikrokosmos – Entdeckungen jenseits des Blicks“ gewählt: „Jeder Künstler arbeitet mit seinen Gedanken und Erinnerungen, projiziert sie auf sein Werk und trägt sie damit nach außen“, erzählt sie. Diese Kompositionen seien Mikrokosmen, in denen sich beim genauen Hinsehen verborgene Strukturen und überraschende Zusammenhänge offenbarten. Sie in unserer komplexen Welt zu erforschen, sei wichtig, weil sie auch den Blick für unsere Wirklichkeit schärften.

Gallery Koko, Bachmair Weissach, Mikrokosmos, Viktoria Strecker, 2026
Viktoria Strecker vor ihrer Installation „Fluidum“. Foto: CS

Komplexe Strukturen, die fast wie Spinnennetze aussehen, können Betrachter im Werk von Viktoria Strecker erkunden. Die aus Hannover stammende Künstlerin, die unter anderem an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert hat, fertigt ihre Kunstwerke aus PLA-Filament, einer Mischung aus Maisstärke und organischem Klebstoff. „Ich arbeite mit einem einfachen 3D-Stift, wie es ihn für Kinder gibt“, erzählt sie. Damit erhitzt und verflüssigt sie das Filament, um ihre organisch anmutenden Formen zu schaffen, die sie hinter Acrylglas platziert. Im Haupthaus befindet sich zudem eine ganze Installation aus diesem Material zwischen Wand und Decke.

Scherenschnitte von Hau Chun Kwong und Spiegelarbeiten von Alexander Deubl

Ganz andere Welten eröffnen sich bei den Arbeiten der Künstlerin Hau Chun Kwong, die in München und Hongkong lebt. Nach dem Studium der Malerei und Bildhauerei in Guangzhou kam sie an die Akademie der Bildenden Künste in München, wo sie bei Leo Kornbrust studierte und als Meisterschülerin von Christina Iglesias abschloss. In der Gallery Koko zeigt sie etwa ihre Scherenschnitte, bei denen sie mit wenigen Schnittöffnungen im Papier eine menschliche Figur entstehen lässt – wie etwa eine weibliche Figur, die mit den Händen ihre Brust bedeckt. Auch Abbildungen antiker Büsten, die sie in der Glyptothek porträtierte, sind auf diese Weise entstanden.

Gallery Koko, Bachmair Weissach, Mikrokosmus, Hau Chun Kwong
Die Scherenschnitte „Glyptothek III“ und „Glyptothek II“ von Hau Chun Kwong. Foto: CS

Mit Spiegelflächen arbeitet dagegen der Münchner Künstler Alexander Deubl, der eine berufliche Ausbildung an der Glasfachschule machte, bevor an der Münchner Kunstakademie sein Studium begann. Für seine Objekte konstruiert er zunächst einen Holzunterbau, auf dem er einzelne verspiegelte Glasflächen anbringt. Statt einer glatten Fläche entstehen so Erhebungen und Winkel, die das Licht brechen. „In meinen Objekten sieht man sich nie selbst“, sagt er gegenüber KulturVision. „Sie zerlegen den Raum und geben ihn neu wieder.“ Das eigentliche Medium sei daher das Licht, das die Wahrnehmung forme und die räumliche Situation verändere.

Kunst als selbstverständlicher Bestandteil des Alltags

Interessante Strukturen, die den Blick fesseln, entdeckt man in allen Werken der Schau: In den großen abstrakten Skulpturen von Lilau etwa, die im Garten und in der Hauptgalerie des Hotels stehen. In den Ölgemälden der Koreanerin Jungmin Park, die zeigen, wie Regentropfen den Blick nach außen verzerren. In den abstrakten Farbgemälden von Christian Muscheid, die mit ihren geometrischen Formen und knalligen Farben eine wohltuende Ordnung ausstrahlen – sowie in den gegenständlichen Gemälden von Lisa Merlin Baumeister, die mit ihren atmosphärischen Bildwelten Assoziationsräume für den Betrachter öffnet.

Gallery Koko, Bachmair Weissach, Ausstellung Mikrokosmus, Alexander Deubl
Alexander Deubl vor seinen Spiegelobjekten. Foto: CS

Hotelier und Galerist Korbinian Kohler, der mit seiner Gallery Koko Kunst nicht als exklusives Ereignis, sondern als selbstverständlichen Bestandteil des Alltags etablieren will, freut sich auch aus unternehmerischer Sicht über seine neue Ausstellung: Bereits vor der offiziellen Eröffnung, zu der über 400 Gäste erschienen sind, seien schon einige Bilder verkauft worden, erzählt er. Ganz im Sinne des pfiffigen Hoteliers, der in seiner Ansprache betonte, dass die Werke ganz einfach über einen QR-Code online erworben werden können. Die Preisspanne: zwischen 700 und 35.000 Euro.

Weitere Künstler der Schau: Cala Caisa, Johannes Ehemann, Jürgen Katzenberger, Philipp Keel, Katharina Lehmann, Patrizia Lohmann, Werner Maier, Annina Roescheisen, Niels Sievers, Alexander Ernst Voigt.

Die Ausstellung ist noch bis November 2026 zu sehen. Alle Kunstinteressierten sind eingeladen, die Ausstellung zu den täglichen Öffnungszeiten von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr nach vorheriger Anmeldung an der Hotelrezeption zu besuchen. Mehr Info zu den Künstlern und ausgestellten Werken unter gallery-koko.com

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