
Erotik, Kraft und Schönheit
Angelika Peschke und Wolfgang Merx enthüllen die „Tänzerin“. Foto: MZ
Skulptur in Gmund-Dürnbach
Sie steht in Monaco und in den USA und sie steht jetzt auch in Dürnbach. Die „Tänzerin“ von Christian Peschke, eine Skulptur in praller Lebensfreude, die das Werk und die Philosophie des 2017 verstorbenen Künstlers verkörpert.
„Die weiblichen Formen meiner Figuren sind Ausdruck der lebensbejahenden und harmonisierenden Seele, die sich für mich im fraulichen Körper am deutlichsten offenbart“, sagte der Künstler.
„Im Bewusstsein der Erotik der Bildnisse von Rodin, Maillol und Despiau sowie in Wertschätzung für das Schaffen der Künstlerfreunde Salvador Dalí und Arno Breker hat Peschke eine eigene Formenwelt in der Skulptur und in der Malerei geschaffen. Seine künstlerische Handschrift ist unverkennbar, sein Talent in jedem der Werke offenbar. Und so ist seine Kunst von einer unverwechselbaren Einmaligkeit, die alle Großen Bildhauern und Malern einen Platz im Olymp der Kunst sichert.“ So schreibt Marco J. Bodenstein im Vorwort des Buches über Christian Peschke.
Und: „Zu Recht wird er in der Tradition bedeutender Künstler der Klassischen Moderne des XX. Jahrhunderts gesehen wie etwa George Braque, Jean Cocteau, Marc Chagall, Henry Matisse, Pablo Picasso und andere.“

Peschke-House in Flintsbach. Foto: Flyer Christian Peschke
Christian Peschke war Maler und Bildhauer. Seine Werke sind geprägt von der Huldigung an die Frau, von Vitalität, Kraft und Erotik. Die Figuren in praller Weiblichkeit und glatter Oberfläche verführen zur Berührung.
Im Jahr 2013 zeigte der Künstler aus dem Inntal sein umfassendes Werk im Alten Schalthaus in Tegernsee:
Lesetipp: Pralle Lebensfreude
2015 wurde das Peschke-House in Flintsbach eröffnet und 2017 verstarb er nach kurzer schwerer Krankheit. Seine Witwe Angelika verwaltet sein Werk und möchte es der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Angelika Peschke im „InTegernsee“. Foto: MZ
Dazu dient in erster Linie das von dem Künstler entworfene Peschke-House, in dem sein Werk ausgestellt ist, das aber auch ein Begegnungsort für Künstler und Kunstsammler ist.
Christian Peschke schuf die „Tänzerin“ als Großplastik bereits 1987, 2005 erfolgte die offizielle Übergabe an seine fürstliche Hoheit Prinz Albert II von Monaco und 2016 für die Alys Beach Foundation in den USA.
Dass ein Modell der „Tänzerin“ jetzt in Dürnbach zu sehen ist, ist dem Zusammenwirken von Angelika Peschke mit Wolfgang Merx, Projektmanagement von „InTegernsee“ und Ansgar Sommer, Vorstand Initiative Werterhalt & Weitergabe e.V., zu verdanken.

Wolfgang Merx, Angelika Peschke und Ansgar Sommer (v.l.). Foto: MZ
Sie initiierten die Einweihung der drei Meter hohen Skulptur, die über Stationen in Spanien, Österreich, Italien, Frankreich und den USA nun für etwa sechs Monate die Blicke in Dürnbach auf sich ziehen wird.
„Die Skulptur steht als Bronzeguss in den USA“, sagt Angelika Peschke. „Wenn sich ein Käufer für das Werk interessiert, das hier als Modell steht, wird es in Bronze gegossen.“
Wolfgang Merx hat im Untergeschoss von InTegernsee eine Galerie eingerichtet. Hier sind weitere Werke von Christian Pechke in kleinerem Format zu sehen. Mit einer Ausnahme sind es weibliche Figuren in unterschiedlichen Positionen. Einige scheinen auf einem Fuß stehend zu schweben, Kopf und Arme in Lebensfreude nach oben gestreckt.

Werke von Christian Peschke in der Galerie vom InTegernsee. Foto: MZ
Es ist aber auch sein berühmter „Stier“ zu sehen, der Vitalität, Kraft und Schönheit verkörpert.
Wer sich ein Gesamtbild vom Werk Christian Peschkes machen will, sollte das Peschke-House in Flintsbach besuchen. Hier trifft man auch auf seine Gemälde, in denen der Künstler seine Gefühle durch die Farbe ausdrückt. Dabei hat sich der Künstler an der Natur und an verschiedenen Charakteren des Menschen orientiert.
Seine Skulpturen laden nicht nur zur Betrachtung, sondern auch zur Berührung ein. Schon vor dem haus wird der Besuchende von einer großen Plastik empfangen. Das Peschke-House, sein letztes Werk, ist ein Gesamtkonzept von Architektur und zeitgenössischer Kunst.