
„Ägidius“ als Roman
Autor und Regisseur Tobias Hupfauer. Foto: Thomas Plettenberg
Neuerscheinung auf dem Buchmarkt
Mit seinem zweiten Theaterstück „Ägidius“ anlässlich der 950-Jahrfeier in Gmund feierte Autor und Regisseur Tobias Hupfauer einen Riesenerfolg. Jetzt brachte er das Stück als Roman heraus. Im Interview erzählt er, was ihn dazu bewogen hat.
KV: Sie haben „Ägidius“ mit der Theatergruppe des Trachtenvereins d’Neureuther achtmal vor ausverkauftem Haus gespielt. Warum jetzt noch ein Buch?
TH: Weil ich nicht wollte, dass es in Vergessenheit gerät. Eine Theateraufführung ist vorbei, aber das Buch gibt es weiterhin. Und die Rückmeldungen des Publikums waren überwältigend, es gab unzählige Anfragen, das Stück noch einmal aufzuführen.
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KV: In „Ägidius“ geht es um die Entwicklung des lebensüberdrüssigen Geschäftsmannes Edicius, den der Tod auf eine Zeitreise durch die Geschichte Gmunds mitnimmt.
TH: Ich habe im Roman das Stück in gut lesbare Prosa umgeschrieben, und nahezu 90 Prozent die Dialoge und Szenenfolgen identisch übernommen. Ich wollte es so erhalten wie es war. Aber es kommen auch erklärende Worte hinzu. Und auch der Narr oder besser die Närrin kommt im Buch vor.

Narr in „Ägidius“. Foto: MZ
KV: Im Stück lassen Sie die Ortsgeschichte in Form von historischen Persönlichkeiten, etwa Soleleitungserbauer Hanns und Simon Reiffenstuel, Viehzüchter Max Obermayr, Mechanikus Johann Manhart, dem Wilden Jager von Gmund und der Skirennläuferin Marianne Seltsam Revue passieren. Wie wichtig ist Ihnen Geschichte?
TH: Aus der Geschichte kann ich die Gegenwart besser verstehen. Die Weltpolitik leitet sich aus der Geschichte ab. Die Iraner werden sich nicht von amerikanischen Cowboys auf Mitte bringen lassen.

Buchcover von „Ägidius“. Foto: Ines Wagner
KV: „Ägidius“ war ja ein Auftragswerk zur 950-Jahrfeier von Gmund.
TH: Ja, es sollte die Geschichte Gmunds beleuchten. Und das Stück ist doppelbödig, zum einen wird die Geschichte der Gemeinde erzählt, aber zum anderen ist es die Geschichte von Ägidius, der aus der Begegnung mit den Menschen Erfahrungen sammelt. Ich würde mich freuen, wenn die Leute aus dem Stück und jetzt aus dem Buch etwas für ihr Leben mitnehmen können, das Leben vor dem Hintergrund des Todes bewusst zu erleben.

Ensemble von „Ägidius“. Foto: MZ
KV: Sind noch einmal Aufführungen von „Ägidius“ geplant?
TH: Ich konnte das Ensemble überreden, das Stück wie ein gutes Gulasch noch einmal aufzuwärmen und wir werden es am 18., 19., 24., 26. und 27. November noch einmal im Neureuther Saal spielen. Der Online-Vorverkauf startet am 9. Oktober über die Webseite des Trachtenvereins. Nach den vielen Anfragen rechne ich mit großem Andrang. Wir fangen nach den Sommerferien mit den Proben an.
KV: Aber Ihr Buch ist jetzt schon im Handel?
TH: Das Buch ist im Buchhandel erhältlich, auch als E-Book. Es umfasst 80 Seiten und ist bei Books on Demand erschienen.
KV: Werden Sie Ihr erstes Stück „Lauris“, in dem es um die Jagd und die emotionale Beziehung des Jägers zu den Tieren geht, auch als Buch neu schreiben?
TH: Das weiß ich noch nicht, aber ich schreibe ein neues Stück. Ich habe eine Idee und es macht Spaß zu schreiben, ich mache weiter.
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KV: Sie waren Berufsjäger und sind jetzt bei der Berufsfeuerwehr. Wird es ein Stück um die Feuerwehr gehen?
TH: Das verrate ich jetzt noch nicht.

Tobias Hupfauer beim „Erscheinungsfest“ der 40. Ausgabe der KulturBegegnungen. Foto: Petra Kurbjuhn
Das Buch „Ägidius“ ist für diejenigen, die das Theaterstück bereits gesehen haben, eine gut lesbare Zusammenfassung der Transformation von Edicius zu Ägidius mit all seinen Erfahrungen, die er bei der Reise durch die Gmunder Vergangenheit hinsichtlich des guten l
Lebens macht. Und es macht denjenigen Appetit, die das Stück noch nicht gesehen haben, die spannenden Ereignisse auf mehreren Bühnen zu erleben.
Zum Weiterlesen: Tobias Hupfauer in der 40. Ausgabe der KulturBegegnungen, Seite 16