Bitte um Rücksicht im Straßenverkehr

Stop

STOP! Nachdenken über Rücksicht im Straßenverkehr. Foto: Petra Kurbjuhn

Sonntagskolumne

Und wieder ist es mir passiert. Ich fahre in der Dämmerung von Holzkirchen über Lochham nach Warngau. Die Straße ist schmal, der Gegenverkehr blendet. Ich sehe den schwarz gekleideten Radlfahrer auf unbeleuchtetem Fahrrad in letzter Sekunde und reiße das Lenkrad herum.

Herzrasen und Schweißausbruch, ich gehe vom Gas und langsam beruhigt sich mein Herzschlag wieder. Was wäre gewesen, wenn ich ihn eine Zehntelsekunde später erst wahrgenommen hätte oder wenn mir gerade ein Auto entgegengekommen wäre, als ich nach links ausscheren musste?

Radlfahren ist toll, klimamäßig betrachtet und auch was die eigene Fitness anbelangt. Nur zu begrüßen, das Auto für Kurzstrecken stehen zu lassen oder Radltouren zu unternehmen. Immer mehr Menschen erkennen das. Auch im Landkreis Miesbach läuft eine Initiative, die das Radlfahren fördern soll.

Lesetipp: STADTRADELN im Landkreis Miesbach

Nun droht zwar ein Bußgeld, wenn ein Radlfahrer ohne Licht erwischt wird, das ist aber vergleichsweise gering. Kommt es allerdings zu einem Unfall, dann werden Schadenersatz und Schmerzensgeld fällig und das kann teuer werden. Für mich als Autofahrer kommt zwar in diesem Fall keine Schuld an einem Unfall zu, dafür aber die seelische Belastung, wenn ich womöglich den Fahrer angefahren habe.

Straßenverkehr
Schwarz gekleidete Radler trifft man leider viel zu oft. Foto: Petra Kurbjuhn

Deshalb meine ganz große Bitte an Radlfahrer: Fahrt nie ohne Licht in der Dämmerung und in der Dunkelheit. Und bitte tragt farbige Kleidung. Schwarz ist zwar chic, aber schwer zu sehen. Wenn Ihr keine knallbunte Funktionskleidung habt, tut es auch eine neonfarbene Warnweste. Okay, sie liegt nicht so schön eng an, aber Ihr tut den Autofahrern und auch Euch einen großen Gefallen.

Rücksicht im Straßenverkehr
Vorbildlich gekleideter Radfahrer. Foto: Petra Kurbjuhn

Fahrt nach Möglichkeit auf Radwegen, wenn denn welche da sind. Hier ist auch im Landkreis Miesbach noch ein großer Nachholebedarf. So müsste dringend beispielsweise auf der Straße von Unterdarching nach Mitterdarching und von Unterdarching nach Oberlaindern ein Radweg gebaut werden. Viele Kinder sind hier mit dem Fahrrad unterwegs, in die Schule, zum Sport und zu Freunden.

Perspektivwechsel

Und so wechseln wir jetzt einmal die Perspektive im Straßenverkehr. So mancher Autofahrer ist recht rücksichtslos unterwegs. Ich fahre oft die Strecke Mitterdarching-Unterdarching, da gibt es eine Geschwindigkeitsbeschränkung in der Höhe des Moserhofs auf 60 km/h. Kaum einer hält sich dran, sondern brettert mit 100 km/h. Es gibt ein paar uneinsehbare Stellen auf der Straße, da kann es bei Gegenverkehr und einem Radlfahrer sehr gefährlich werden. Und wenn dann auch noch Pferde unterwegs sind, wird es doppelt kritisch.

Rücksicht im Straßenverkehr
Geschwindigkeitsbeschränkung am Moserhof. Foto: Philipp Ziegler

Ich selbst habe neulich aus der Sicht des Radlfahrers die Rücksichtslosigkeit von Autofahrern im Straßenverkehr erleben müssen. Als die B318 in Höhe Warngau gesperrt war, fuhr der gesamte Autoverkehr über die schmalen Straßen über Osterwarngau. Da hat gerade mal ein PKW Platz. Viele Autofahrer fuhren angemessen. Aber eine ganze Menge tat das nicht. Ich wurde in die Wiese mit Elektrozaun abgedrängt, ich spürte nachgerade die Außenspiegel am Oberarm, so dicht preschten sie an mir vorbei. Auch auf der breiten Staatsstraße wurde es nicht besser, eher schlimmer. Aus Panik fuhr ich Sinuskurven.

Rücksicht im Straßenverkehr
Bitte Abstand halten. Foto: Petra Kurbjuhn

Mit Herzrasen und schweißgebadet kam ich in Warngau an. Und ließ mein Rad am Supermarkt stehen. Ich lief nach Hause, es sind nur vier Kilometer und ich blieb schön am Rand nahe des Elektrozauns. Zu Fuß konnte ich mich anpassen. Sehr klimaunfreundlich musste mein Rad per Auto abgeholt werden.

Deshalb meine ganz große Bitte an die Autofahrer: Passt Eure Geschwindigkeit den Gegebenheiten an, fahrt rücksichtsvoll und fahrt wirklich nur Auto, wenn Ihr Auto fahrt. Ich habe beim Blick in PKW schon die verrücktesten Dinge gesehen. Neben telefonieren, essen und trinken, streiten mit dem Beifahrer, beobachtete ich mal einen, der seine Zähne putzt.

Fazit: Das ist allen bekannt: Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung verlangt von jedem ständige Vorsicht und Rücksichtnahme auf andere im Straßenverkehr. Das gilt für Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger. Machen wir es uns doch ein bisschen leichter und denken an den anderen. Das ist mein Wort zum Sonntag.

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