Die Jugend ist am Start

Pia von Miller, Irene Weidinger, Ekaterina Zacharova und Christine Zierer bei der Eröffnung der 22. gmundart. Foto: MZ

Ausstellung in Gmund

Die 22. gmundart ist in diesem Jahr erstmals ein generationenübergreifendes Projekt. Neben der Präsentation der bekannten und bewährten Künstlerinnen und Künstler kommen Kinder und Jugendliche zum Zug.

Irene Weidinger, Pia von Miller und Ekaterina Zacharova haben im vergangenen Jahr den Stab für die Gestaltung der gmundart übernommen. Sie haben den Nachwuchs eingeladen, ihre Arbeiten zu präsentieren und erste Ausstellungserfahrungen zu sammeln. Dabei gab es eine Kooperation mit dem Leistungskurs des Gymnasiums Tegernsee unter Leitung von Kunstlehrer Michael Petters.


Helene Luise Schönfeld vor ihrem Bild. Foto: MZ

Den Werken dieser Jugendlichen ist im Jagerhaus ein eigener Raum gewidmet. Ganz erstaunlich reife Werke zum Thema „Tegernseer Tal“ sind hier zu sehen. Naturalistische Arbeiten ebenso wie abstrahierte Farbflächen.


Joana Neagoes Sicht auf den Tegernsee. Foto: MZ

Mit einer außergewöhnlichen Skulptur der erst 14-jährigen Amelie Andres wird die Malerei ergänzt.


Skulptur von Amelie Andres. Foto: MZ

In die Reihen der etablierten Künstlerinnen und Künstler hat es Olaksandr Ostapenko geschafft. Der Bad Wiesseer, der schon beim Jugendfestival Landkreistalente vor zwei Jahren durch sein Talent auffiel, ist mit drei Bilder vertreten. Mit einem ausgefeilten Formverständnis hat er seine Großeltern gezeichnet und beweist mit seiner Malerei sein Verständnis von Anatomie ebenso wie sein Talent für das Wecken von Neugier.


Oleksandr Ostapenko mit seinen drei Bildern. Foto: MZ

Der 19-jährige Gymnasiast erweitert das Spektrum der „alten Hasen“ mit seinem Blickwinkel. Deren Vielzahl von künstlerischen Positionen in Malerei, Fotografie, Installationen und Skulptur ist auch bei der 22. gmundart wieder ein Erlebnis. Gewohntes und Neues eröffnen spannende Einblicke.

22. gmundart
Helene Andres: abwegige Wesen. Foto: MZ

In diesem Jahr nehmen an der gmundart teil: Helene Andres mit Installationen, Kerstin Brandes mit Fotografie, Priska Büttel mit Textilinstallationen, Linus Felder und Wolfram Maria Felder mit Bildhauerei, Ursula-Maren Fitz mit Kristallarbeiten, Rosemarie Freiberger mit Malerei, Hilo Fuchs mit Steinzeug, Kurt Gmeineder mit Malerei, Uwe Göbel mit Fotocollagen, Werner Gruß und Norbert Herbert mit Acrylcollagen, Rita Höhlein mit Acrylmalerei, Peter Keck mit Gouachemalerei, Eva Knevels mit Fotografie, Lucia Kordecki mit Ölmalerei, Maria Prenzel mit Fotografie, Hans Schneider mit Acrylcollagen, Pia von Miller mit Aquarellmalerei mit Tusche und gemeinsam mit Anna Obermüller mit einer Textilinstallation, Sopi von Sopronyi mit Fotografie, Hans Weidinger mit Acrylmalerei und Ekaterina Zacharova mit Ölmalerei.

Ein eigener Bericht zu diesen Werken wird folgen.


Wolfram Maria Felders Marmorskulptur „Groß und Klein“ lädt zur Berührung ein. Foto: MZ

In Memoriam der am 6. März 2026 verstorbenen Künstlerin Hilge Dennewitz hat ihr Ehemann Norbert Herbert drei Ölbilder „in liebevoller Erinnerung“ beigesteurt.


Hilge Dennewitz: Selbstbildnis. Foto: MZ

Schon einen Tag vor der Ausstellungseröffnung lud die Gmunder Künstlerin Ekaterina Zacharova Kinder der Grundschule Gmund zu einem Workshop ein. „Er war innerhalb von zwei Stunden ausgebucht“, freut sich Schulleiterin Susanne Riedl über das Interesse von Eltern und Kindern.


Im Workshop für die Kinder der Gmunder Grundschule. Foto: MZ

„Ich male sehr viel und verwische dann auch mit dem Schwamm“, erklärt die sechsjährige Eline. Auch die achtjährige Hanna malt zuhause und meint: „Der Workshop hört sich toll an, ich habe große Lust drauf.“ Valentin berichtet, dass ihn seine Mutter schnell angemeldet habe, denn es habe geheißen, dass nur elf Schüler teilnehmen können. Veit aus der 2. Klasse hat sich selber angemeldet, sagt er.


Ekaterina Zacharova führt in den Workshop ein. Foto: MZ

„Wir stellen professionelles Material, wie Leinwände, Staffeleien und Pastellkreiden zur Verfügung“ erklärt die Kursleiterin. „Sie sollen sich wie richtige Künstler fühlen.“ Mit Feuereifer packten die Kinder ihre Leinwände aus und ließen sich von Ekaterina Zacharova in den Workshop einführen.

Sie hatte ein Stillleben aus Obst vorbereitet und erklärte: „Ihr müsst immer die ganze Leinwand im Blick haben und schauen, dass alles ausgefüllt ist.“ Sie wies auf den Granatapfel hin und sagte: „Seht ihr den Schatten auf dem weißen Tuch?“ Ob man alle Früchte malen müsse, fragte ein Mädchen. „Nein, nur, das, was du schön findest.“


Im Workshop. Foto: Susanne Riedl

Die Künstlerin betont, wie wichtig es ihr sei, dass die Kinder es lernen, von dem Dreidimensionalen Anblick des Stilllebens in die Zweidimensionalität zu kommen. Das werde in der Schule, wo zumeist nach Fotos oder anderen Vorlagen gearbeitet werde, nicht vermittelt. In einer kleinen Ausstellung durften die Kinder nach dem Workshop ihren Eltern ihre Bilder präsentieren.

22. gmundart
Helga Kordecki: Nachwuchs. Foto: MZ

Die gmundart verstehe sich nicht nur als Ausstellungsort, sondern als Begegnungsraum auf Zeit, betonen die drei Ausstellungsorganisatorinnen. Bei der Vernissage sagte Ekaterina Zacharova, dass sie diese Begegnungen sehr gern an die Besucher vermitteln möchten. Irene Weidinger fügte hinzu, dass sie den ehemaligen Ausstellungsmachern herzlich danken, dass sie jetzt ein neues Format ausprobieren dürfen.


Priska Büttel „Schrei“. Foto: MZ

Pia von Miller ergänzte, dass dieser Dank insbesondere Hans Weidinger, Kurt Gmeineder und Hans Schneider gebühre. Sie dankte auch den Künstlerinnen und Künstlern, dass sie für die Jugend zusammengerückt seien.

Als 2. Bürgermeisterin der Gemeinde Gmund wünschte Christine Zierer der 22. gmundart gutes Glingen.

Über die zwei Wochen hinweg entsteht im Jagerhaus ein Ort des Austauschs zwischen den Generationen, Disziplinen und Blickwinkeln. Das Publikum ist aufgerufen, einen Preis an den Nachwuchs zu vergeben und damit aktiv am Ausstellungsgeschehen teilzunehmen. Der Preis wird am 3.5. um 17 Uhr zur Finissage vergeben.

Ergänzend zur Ausstellung der 22. gmundart, die bis zum 3. Mai täglich von 14 bis 18 Uhr im Jagerhaus Gmund geöffnet ist, finden an den Donnerstagen Live-Musik und Literaturbeiträge statt. Zudem gibt es samstags und sonntags um 16 Uhr Führungen durch die Präsentation, dazu ist keine Anmeldung erforderlich.

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