
Soli per Zuruf
Norbert Thaller greift zum Mikro. Foto: MZ
Jam Session in Miesbach
Mit dem musikalischen Begegnungsformat „Jam Session“ im Bunten Haus haben Beate und Norbert Thaller von der Band „Kreuzberg“ mit Bernd Stahuber ein Format geschaffen, das für eine tolle Stimmung sorgt und musikalisches Miteinander ohne Vorbereitung ermöglicht.
„Wir wollten schon immer mit anderen gemeinsam ad hoc musizieren“, erzählt Beate Thaller. „Wir haben die anderen Bandmitglieder und Bernd Stahuber, der alles am Piano begleiten kann, gefragt und dann haben wir bei dichtem Schneetreiben im Dezember 2023 begonnen.“

Band Kreuzberg mit Dominikus Bücker, Beate Thaller, Johannes Mehringer und Norbert Thaller (v.l.). Foto: MZ
Als Grundcombo ist die Kreuzberg-Band mit Bernd Stahuber am Piano immer dabei. Dazu sind Musikerinnen und Musiker zu einem gemeinsamen zwanglosen Musizieren eingeladen. „Es ist keine Anmeldung erforderlich, jeder kann kommen und mitspielen“, erklärt Beate Thaller.

Posaunist Elmar Stein. Foto: MZ
Mittlerweile hat es sich im Landkreis und darüber hinaus herumgesprochen und unterschiedliche Musikerinnen und Musiker sind dazugestoßen, etwa der Akkordeonist und Bassist Hans Danninger, der Jazz-Saxofonist Raphael Dreifuss, der Posaunist Elmar Stein.
„Georg Hahn vom Hahnhof war da und hat gesungen, Michael aus Kalifornien kam mit selbst gebauten Percussion-Instrumenten und die Rocklegende Fritz Federkiel aus Rosenheim hat gespielt“, berichtet Beate Thaller und ihr Mann Norbert ergänzt: „Die jüngste Sängerin war vier Jahre alt, sie hat vom Osterhasen gesungen, bei dem alles schief geht.“

Bernd Stahuber am Piano. Foto: MZ
Auch Enkelinnen von Bernd Stahuber musizierten bereits bei der Jam Session. „Ich bin assoziiertes Mitglied von der Kreuzberg-Band“, meint der Miesbacher Pianist, „und mein zweiter Vorname ist Dukannstmirmal“, lacht der begehrte Musiker und Gründer von Swing it UP.
„Es kamen auch Musiker, die keine Noten lesen können oder solche, die durch das gemeinsame Musizieren wieder ins Leben zurückgefunden haben“, erzählt Beate Thaller. Manche Abende hätten Gänsehautfeeling erzeugt. Etwa viermal im Jahr findet Jam Session statt, bei dem alle musikalischen Richtungen vertreten sind, ob Jazz, bayerische, Wiener, serbische, irische oder jiddische Musik, ob Blue Grass oder Austro-Pop, jeder kann mitbringen, was er oder sie möchte und dann wird gemeinsam musiziert.
Bei der jüngsten Jam Session spielte Kreuzberg zum Aufwärmen ein Lied, das die Thallers aus Irland mitgebracht hatten, Beate Thaller sang „Count on Me“, sowie einen südamerikanischen und einen ukrainisches Klezmer-Song, Dominikus Bücker machte wieder einmal seinem Prädikat Teufelsgeiger alle Ehre und dann wurde die Jam-Session eröffnet.

Saxofonist Raphael Dreifuss. Foto: MZ
„Wir spielen in a-Moll“ hieß es lapidar und Saxofonist Raphael Dreifuss übernahm per Blickkontakt, Kopfnicken oder Zuruf das erste Solo, Hans Danninger am Akkordeon und Posaunist Elmar Stein folgten, sowie Bernd Stahuber am Piano.

Norbert Thaller und Felix Schwalb. Foto: MZ
Inzwischen hatte sich der Saal gefüllt, eine Reihe neuer Musiker packten ihre Instrumente aus und wurden zwanglos willkommen geheißen. „Die als letzte kommen, müssen als erste auf die Bühne“ wurde gewitzelt. E-Gitarrist Felix Schwalb, der das erste Mal in Miesbach war, fügte sich nahtlos ins musikalische Miteinander ein.

Monika Brandmaier und Hans Danninger. Foto: MZ
Ihm folgte Monika Brandmaier am Piano, die ein Stück mit einem Grundrhythmus mitgebracht hatte, das miteinander erstmals gespielt wurde. Es entwickelte sich ein schwungvoller musikalischer Dialog, in den Dominikus Bücker am Saxofon furios aufspielte. Nobert Thaller ergriff das Mikro und brachte groovige Stimmung in den Saal.

Yurii Herets an der Trompete. Foto: Beate Thaller
Im Laufe des Abends holte auch der ukrainische Trompeter Yurii Herets sein Instrument hervor und klinkte sich ein.

Michael Murböck, Johannes Mehringer und Laura Killer (v.l.). Foto: Beate Thaller
Letztlich bereicherte Laura Killer noch mit ihrem Gesang, begleitet von Michael Murböck am Piano und Johannes Mehringer am Baß den Abend.
Beate Thaller freut sich, dass es wieder ein so gelungener Abend mit neuen Begegnungen war. „Ich bin der Band so dankbar, dass sie diese Termine mitmachen, dass sie einfach nur für die Allgemeinheit mitspielen“, sagt sie, „und auch Bernd Stahuber, er ist ein Garant fürs Gelingen.“
Zum Weiterlesen: 1. Foyer-Jam im Bunten Haus