Gewagt – geglückt: Cäcilienmesse von Joseph Haydn

Cäcilienmesse

Palestrina Motettenchor zum Weihnachtsoratorium 2020 in Bad Wiessee. Foto: MZ

Konzert in Bad Wiessee

Lange mussten sich die Musikliebhaber gedulden. Aber nun wagte Kirchenmusiker Sebastian Schober mit Mitgliedern von Kantorei und Palestrina Motettenchor Tegernsee wieder eine Aufführung aus der Reihe Schlosskonzerte in Bad Wiessee. Ihm glückte mit Joseph Haydns Cäcilienmesse ein Meisterwerk an Stimmen und Stimmung.

Die katholische Kirche St. Antonius war auch am Wochenende Veranstaltungsort der Cäcilienmesse. Coronabedingt saßen die Zuhörerinnen und Zuhörer in gebührendem Abstand. Aber der Freude und Begeisterung tat dies keinen Abbruch. Und schnell konzentrierte man sich auf das Wesentliche.

Cäcilienmesse
Gebührender Abstand in St. Antonius. Foto: MH

Die abgeschlossenen Sätze in Form einer „Nummernmesse“ mit großen Chorfugen, virtuosen Solo-Arien und repräsentativer Orchestrierung mit Streichern, Holzbläsern, Trompeten und Pauken stehen kompositorisch und formal geprägt in der Tradition der Barockmusik eines Georg Friedrich Händel. Entstanden ist Haydns längste und umfangreichste Messe im Jahr 1766, kurz nachdem Joseph Haydn (1732 – 1809) die Leitung der Esterhazy Kapelle im burgenländischen Eisenstadt übernommen hatte. Bestimmt war sie für das 600-jährige Jubiläum der Wallfahrtskirche Mariazell, weshalb sie im Volksmund auch als Mariazeller Messe bekannt ist.

Stimmiges Zusammenwirken von Chor und Solisten

Gleich zu Beginn im Kyrie erschallte der volle Klang von Chor und Orchester. Dynamisch und lebhaft agierten die etwa 20 Sängerinnen und Sänger unter der Begleitung der Orchestersolisten der Kantorei Tegernsee. Andrew Lepri Meyer gestaltete seinen Part mit einfühlsamem und klar geführtem Tenor. Im Gloria entfaltete der von Sebastian Schober nuanciert geleitete Chor festliche, klar akzentuierte Jubellaute. Anna Karmasin (Sopran), kurzfristig für die erkrankte Katja Stuber eingesprungen, setzte sich mit ihren Soloauftritten perfekt in Szene. Mühelos schwang sie sich in lichte Höhen und überzeugte mit schwindelnden Koloraturen. Die Mezzosopranistin Maria Brunauer brachte gemeinsam mit Thomas Hamberger (Bass) und Anna Karmasin ein ergreifendes Domine zu Gehör. Sehr klar, weich und empfindsam, mit sicherer Intonation, wirkten die Stimmen präzise aufeinander abgestimmt.

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Beim Credo konnten die Solisten brillieren und ihre sängerischen Stärken beweisen. Bei Sanctus und Benedictus standen wieder die sängerischen Qualitäten des Chors im Mittelpunkt. Zwischen explosiv und getragen, fein nuanciert und schwebend fanden die Sängerinnen und Sänger unterschiedliche Töne und Klangfarben im Einklang mit den Orchestermusikern. Stellvertretend seien hier die Geigerin Anna Sehmer als Konzertmeisterin und Max Hanft am Continuo genannt. Das Agnus Dei bildete den fulminanten Abschluss der Cäcilienmesse. Noch einmal durfte Thomas Hamberger seinen geschmeidigen Bassbariton erklingen lassen, bevor der Chor sein vielstimmiges Dona nobis pacem erschallen ließ.

Der gelungene Auftakt einer trotz Corona hoffentlich wieder möglichen Konzertreihe von musica sacra tegernsee. Da war sich das Publikum einig und spendete allen Mitwirkenden langanhaltenden Beifall.

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