Flugobjekte im Autohaus

Kunst in Holzkirchen - Anni Rieck: Flugobjekte

Anni Rieck: Flugobjekte. Foto: MZ

Ausstellung in Holzkirchen

Dreidimensionalität ist die Passion von Anni Rieck. Die Münchner Künstlerin eröffnete gestern Abend ihre Ausstellung in der Galerie im Autopavillon Steingraber in Holzkirchen. Dabei geht es um Beziehungen und wie sie sich verändern.

Kommt man die Treppe herauf, sieht man an der gegenüberliegenden Wand einen Schatten. Einen Schatten von einem einzigen Flugobjekt. Es sind aber derer viele, die an der Decke aufgehängt sind. Viele einzelne Papierobjekte, die sich ein wenig bewegen. Sie nehmen eine Beziehung zum Raum auf und sie nehmen eine Beziehung zu den Menschen im Raum auf. Wenn sie sich bewegen, entsteht ein Luftstrom.
Anni Rieck ist an diesen Dingen interessiert. „Wie ändert sich die Gesamtsituation, wenn alles in Beziehung geht?“ fragt sie. Im vorigen Jahr zeigte sie ihre Installation der Flugobjekte bei der Lenggrieser Kunstaustellung und berichtete von ihrer Vorstellung von Kunst bei einem Künstlergespräch.

Alles ist in Bewegung

Horst Hermenau, der die Ausstellungen im Autohaus Steingraber kuratiert, lud sie nun nach Holzkirchen ein. Ganz anders sei dieser Raum, sagt die Künstlerin und ganz anders seien die entstehenden Beziehungen. Alles sei in Bewegung, meint sie in Anleihe bei Heraklit.

Kunst in Holzkirchen
Anni Rieck und ihr Leporello. Foto: MZ

Ihre einzelnen an der Decke schwebenden Flugobjekte sind keineswegs ein Schwarm, jedes der Papierobjekte ist eigenständig und sehr unterschiedlich in der Struktur. So bleibt eine Menge Spielraum für die Assoziationen der Betrachter.

Um sich ihren einzelnen Protagonisten zu nähern, geht Anni Rieck auf Recherche. Sie sucht nach Texten und Inspirationen anderer Menschen, die sich mit dem Thema Flugobjekt befasst haben. Diese Eindrücke sammelt sie und fertigt ein Leporello als Dokumentation. Dabei überprüfe sie, ob ihr Weg der richtige sei und filtere letztlich aus, um sich auf einen Kern zu fokussieren, erklärt die Künstlerin ihren Schaffensprozess.

Kunst in Holzkirchen
Ausgearbeitete Skizzen als Fahnen. Foto: MZ

Diesem Findungsprozess schließt sich die künstlerische Umsetzung an. Daran kann der Besucher der Ausstellung teilhaben, denn Anni Rieck hat ihre ausgearbeiteten Skizzen in unterschiedlicher Form zur Endinstallation dazugesellt.

In sechs Fahnen zeigt sie auf der linken Seite Überlappungen der einzelnen Objekte. Diese fertigte sie nach Fertigstellung ihrer Flugobjekte. Das könne zu neuen Themen führen, meint die Künstlerin, denn die in Lenggries und jetzt in Holzkirchen gezeigte Installation sei ein temporäres Endprodukt.

Flüchtigkeit

Etwas aus dem Rahmen fällt die Papierinstallation mit dem Titel „Wasserspiegelungen“, aber Anni Rieck erklärt, dass dieses Werk in seiner Flüchtigkeit zu den Flugobjekten passt. Es vervollständigt die Ausstellung, denn auch hier passiert Bewegung, auch hier passiert Begegnung.

Kunst in Holzkirchen
Anni Rieck und „Wasserspiegelunegn „. Foto: MZ

An der Frontseite zeigt die Künstlerin zehn Kästchen, wobei jedes seine eigene Geschichte erzählt. Jede hat etwas mit flüchtigen Momenten zu tun, mit Flug, mit Bewegung, mit Beziehung. Und jedes Kästchen nimmt auch eine Beziehung zum Betrachter ein. Wenn ich etwas puste, dann vibrieren die zarten Objekte.

Kunst in Holzkirchen
Anni Rieck: Moment für Moment. Foto: MZ

„Sie leben, da ist Bewegung“, sagt Anni Rieck, die sich freut, wenn die Betrachter die Feinheiten ihrer Arbeit entdecken, wenn sie auch die Wirkung der Schatten wahrnehmen. Die japanische Gedichtform des Haiku, so sagt sie, sei ihr sehr nahe. Denn er lade ein, selbst weiter zu denken und zu entdecken, was das für mich bedeutet, was ich in der Kunst wahrnehme.

Die Ausstellung von Anni Rieck in der Galerie im Autopavillon Steingraber, Robert-Bosch-Straße 1 in Holzkirchen ist bis zum 2. November montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr zu sehen.

Interessieren Sie sich für Kunst in Holzkirchen? Hier finden Sie einige weitere Texte über Ausstellungen im Autopavillon Steingraber:

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