
Ateliergemeinschaft in Westerham
Veronika Kaulfuß ist die Initiatorin von Artkollektiv Artisan. Foto: privat
Ausstellungen in Westerham
Im Nachbarlandkreis Rosenheim hat sich eine Ateliergemeinschaft gegründet, der auch Mitglieder von KulturVision angehören. Das Artkollektiv Artisan vereint Künstler verschiedener Stile und Medien. Die fünf Frauen und ein Mann wollen den kreativen Austausch fördern.
Mit einer Eröffnungsfeier wurde kürzlich die Ateliergemeinschaft in Westerham aus der Taufe gehoben. Möglich wurde sie durch das Engagement von Bernd Engelhardt, der von der Immobilienwirtschaft den Weg zur Kunst fand und vor mehr als drei Jahren sein eigenes Atelier eröffnete. Seine Werke fanden in Ausstellungen auch international Anerkennung.

Bernd Engelhardt mit einem Werk. Foto: privat
In seinem Künstlerhaus in Westerham, das er kürzlich in einer stillgelegten Fabrik anmietete, fand auch das Artkollektiv Artisan seinen Platz. Es sind 250 Quadratmeter und er habe es schade gefunden, diese große Fläche nicht mit anderen Künstlern zu teilen, sagt Bernd Engelhardt. „Es soll eine Begegnungsstätte werden.“ Mit dem Artkollektiv sei es die perfekte Kombination.

Blick in die Ausstellung. Foto: Bernd Engelhardt
40 Prozent der Räumlichkeiten stehen jetzt für Ausstellungen zur Verfügung. „Es sind Stellwände mit Bilderschienen vorhanden“, informiert Bernd Engelhardt. Derzeit zeigt der Künstler einen Großteil seiner Werke gemeinsam mit seinen Künstlerkollegen von der Ateliergemeinschaft, die Präsentation ist noch bis Ende September zu sehen. Künftig, so betont er, könnten auch andere Künstler sich an den Ausstellungen beteiligen.

Malerei von Veronika Kaulfuß. Foto: privat
Initiatorin von Artkollektiv Artisan ist Veronika Kaulfuß. „Wir malen zusammen und inspirieren uns“, sagt sie, das Wichtigste sei bei dieser Gemeinschaft der Austausch. Die Malerin und Kunsttherapeutin hat den „Kunsttherapieraum Mangfalltal“ eröffnet und bietet Art Coaching an.
Ihr künstlerischer Schwerpunkt ist die intuitive Malerei mit eher abstrakten oder gegenständlich angelehnten Themen. Ihre Malerei in Acryl, Gouache oder Mixed-Media entsteht zunächst aus einem Gefühlszustand oder einer Farbstimmung heraus. Dabei beginnt sie sehr dynamisch und arbeitet zunächst mit dem Spachtel.

Gesprayte Arbeit von Markus Kaulfuß. Foto: privat
Ihr Mann Markus war Musiker, hat in verschiedenen Bands gesungen und ist durch Zufall zum Sprayen gekommen. „Ich bin Sprayer aus Leidenschaft“, sagt er.
Patricia Prasse erlitt 2024 einen Motorradunfall und fand in Workshops von Veronika Kaulfuß zur Kunst. „Dadurch wurde mein Feuer und die Leidenschaft für die Kunst entfacht“, sagt sie. Das Malen helfe ihr dabei, den Alltag zu verarbeiten und zu entspannen. „Am liebsten male ich zu Musik – so kann ich dann richtig in die Farben und meine Stimmung abtauchen.“ In ihren abstrakten Bildern arbeitet sie mit Acryl- und Metalleffektfarben und greift auch gern zur Spraydose.

Patricia Prasse mit Veronika Kaulfuß und einem Bild. Foto: privat
Helena Koveko ist Kunsttherapeutin, Kunstpädagogin und Künstlerin aus Leidenschaft. Sie sagt: „Der Wechsel vom IT-Projektmanagement zur Kunst und Therapie waren für mich ein konsequenter Schritt – und eine Entscheidung, die ich als Vorsitzende von male mal e.V. bis heute mit Überzeugung trage.“
Ihre künstlerischen Wurzeln liegen in ihrer Kindheit in Charkiw, wo sie eine vierjährige Kunstschule mit Unterricht in Malerei, Zeichnung, Plastizieren und Kunstgeschichte absolvierte. Sie befasst sich mit Malerei, Zeichnung, Collage und Bildhauerei, wobei sie künstlerischen Ausdruck mit therapeutischer Tiefe verbindet.

Helena Koveko mit Werk. Foto: privat
Auch Marija Erlic ist Kunsttherapeutin und Künstlerin aus Leidenschaft. Seit der Gründung von male mal e.V. arbeitet sie in München künstlerisch mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie selbst experimentiert am liebsten mit Ton, Stein und Farbe.
Sie sagt: „Ausgehend vom Gefühl arbeite ich drauf los – es ist intuitiv, unvorhersehbar und wird später von Gedanken zusammengehalten. Manchmal auch andersrum.“

Marija Erlic mit Skulpturengruppe. Foto: privat
Arwen Feichtl wurde in London geboren und lebt heute in Valley. Duch ihre Ausbildung zur anthroposophischen Kunsttherapeutin habe sie ihre Leidenschaft für die Malerei und die Bildhauerei entdeckt, erklärt sie.
Sie malt hauptsächlich mit Acrylfarben und Pastellkreiden und experimentiert mit Pigmenten, Aquarellfarben und Mixed-Media. „Ein wesentliches Element meiner Malereien ist das Licht, vor allem das verborgene, geheimnisvolle innere Licht.“

Arwen Feichtl mit einem Lichtbild. Foto: privat
Die sechs Künstler bilden nicht nur eine Ateliergemeinschaft und organisieren Ausstellungen, sie bieten auch gemeinsam mit Bernd Engelhardt Workshops an. So findet immer montags die Montagsmalerei statt und mittwochs das Offene Atelier.
Am 17. Juli wird zum gemeinsamen zu „Paint and Sit“ eingeladen, bei dem nicht nur gemalt wird, sondern es auch Musik und Beisammensein gibt. „Wir laden in unser Künstlerhaus ein, die Vielfalt unserer Werke anzuschauen“, sagt Veronika Kaulfuß.