Künstlerinnen und Künstler in AlmResidency eingeladen

AlmResidency

Der Resident 2020 Andrej Polukord hatte das Thema „Pilze“. Foto: AlmResidency

Open Call zur Teilnahme

Auch dieses Jahr sollen wieder fünf Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit haben, sich für zehn Tage auf zwei Berghütten im Landkreis Miesbach einzurichten, zu leben und zu arbeiten. Das Projekt AlmResidency findet vom 17. bis 26. September 2021 statt, Bewerbungen können bis zum 30. Juni eingereicht werden.

Auf der Webseite der Veranstalter ist zu lesen: „Wir wünschen uns, dass die Residents sich mit dem Ort und der Umgebung auseinandersetzen. Wir laden ein, dort ein künstlerisches Konzept weiter zu entwickeln und daran zu arbeiten. Am Ende der Residency wird es eine kleine Kunstwanderung von Hütte zu Hütte geben, die allen Interessierten Einblick gewährt in die künstlerische Auseinandersetzung mit der Natur. Das fertige Werk ist in der Ausstellung im Frühjahr 2022 in München zu sehen… Nimm dir, was du brauchst, gib, was du möchtest. Reset!“

Die Veranstalter, das sind Magdalena Jooss, Janina Totzauer und Leonhard Bendel. Schon zum sechsten Mal richten sie das Projekt in zwei Almhütten von Leonhard Bendel aus. Fünfmal durften hier Künstlerinnen und Künstler ihre Kreativität in der Natur ausleben. Wir stellten den Initiator in der 33. Ausgabe der KulturBegegnungen vor:

Leonhard Bendel hat Visionen. Sein Ziel ist es zum einen, den Wald sichtbar zu machen, zum anderen Künstlern die Möglichkeit zu geben, sich in die Natur zurückziehen zu können. Sein Projekt AlmResidency geht in diesem Sommer in das sechste Jahr.

AlmResidency
Die Residenten 2020 Agnes Müller & Jasmin Käge hatten das Thema „Schutzraum“. Foto: Almresidency

„Ich habe das Privileg, Besitz zu haben und sehe das als Verantwortung“, sagt der 34-Jährige. Leonhard Bendel studierte Betriebswirtschaft, übernahm im Jahr 2014 Gut Oberkammerloh und schulte auf Land- und Forstwirt um.

Sein Eigentum in der Gemeinde Waakirchen, das auch Wald mit zwei Hütten umfasst, wollte er für Kunstprojekte zur Verfügung stellen. Seine Idee war es, Künstler einzuladen, sich für zehn Tage in der Abgeschiedenheit und Einfachheit des Waldes mit der Natur auseinanderzusetzen, sich auf das Wesentlich zu reduzieren, denn die Hütten sind einfach. Internet gibt es nur an einer Stelle im Wald. Man lebt dicht aufeinander.

Anderes Leben als in der Stadt

In Magdalena Jooss und Janina Totzauer fand Leonhard Bendel zwei Münchner Künstlerinnen, die das Projekt „AlmResideny“ inhaltlich verstanden haben und in die Hand nahmen. Sie machen Flyer, Homepage, Ausschreibung und kuratieren die Bewerbungen. Auf der Homepage beschreiben sie das Anliegen so: „Die AlmResidency suchte nach Künstlerinnen und Künstlern, die sich sowohl mit ihrer Natur als auch mit den Herausforderungen, die diese Welt mit sich bringt, auseinandersetzen.“

Es ist klar, das Leben ist hier draußen völlig anders als in der Stadt. Das Essen muss auf dem vorher beheizten Ofen gekocht werden, alles ist plötzlich langsamer, dafür sind die menschlichen Begegnungen und der Kontakt zur Natur intensiver.

AlmResidency
Die Residenten 2020 Gülbin Ünlü & Benedikt Gahl hatten das Thema „Kommunikation über Pantomime, Zeichnung und Malerei“. Foto: AlmResidency

2020 waren es an die 90 Bewerber, ausgewählt wurden:
Andrej Polukord (Litauen, Performance, Skulptur)
Gülbin Ünlü (München, Medienkunst)
Benedikt Gahl (München, Malerei, Skulptur)
Agnes Müller (Saarbrücken, Medienkunst, Performance)
Jasmin Käge (Saarbrücken, Medienkunst, Performance)

„Ich möchte Kommunikation produzieren“, sagt Leonhard Bendel. Zum einen der Künstler untereinander, zum anderen aber auch zwischen Künstlern und Wanderern im Wald am Rechelkopf. „Viele Menschen denken, Kunst ist elitär“, meint er, diese Vorbehalte wolle er abbauen, indem er zu Wanderungen einlade, bei denen Interessierte die Werke der Künstler ansehen und mit den Künstlern in Austausch treten können. Nach der Kreativphase im Wald präsentieren die beteiligten Künstler ihre Werke bei einer Ausstellung in München. „Damit tragen wir die ländliche in die urbane Welt“, begründet Leonhard Bendel.

Spuren im Wald

Das Konzept sieht vor, dass die beteiligten Künstler ihre Spuren im Wald hinterlassen, dass sie – ähnlich wie bei Street Art – den Wald an ihrer Kunst beteiligen und somit Natur und Kunst verbinden. Progressive Kunst bevorzuge er, sagt der Visionär. Bisher nahmen zumeist Fotografen und Installations- sowie Klangkünstler an dem Projekt „AlmResidency“ teil. Er wünsche sich auch Bildhauer, denn „Skulpturen fehlen noch“.

Die Ausstellung für die Künstler des vergangenen Jahres findet erst jetzt im November in München statt, die Pandemie hat einiges verzögert, die Künstler von 2021 stellen im Frühjahr 2022 aus.

Leonhard Bendel freut sich, dass er damit für Gut Oberkammerloh ein Gesamtkonzept Natur, Mensch, Heimat kreiert. Damit wolle er die Komplexität unserer Gesellschaft und ihrer Wertigkeit gerecht werden.

Das Projekt findet statt vom 17.09. – 26.09.2021, Bewerbungen können bis zum 30.06. eingereicht werden. Alle Informationen auf der Webseite.

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