
HEALTH, HOPE & HAPPINESS
Merle Zirk im Markus Wasmeier Museum Schliersee. Foto: Marco Falkenstein
Neuerscheinung auf dem Buchmarkt
Im März erschien das zweite Buch von Merle Zirk „Return to Yourself“. Im Schlierseer Heimatmuseum stellte die ehemalige TV-Redakteurin das Buch als Kochbuch und Wegweiser für alle, die bereit sind, sich selbst wieder zur Priorität zu machen, vor. Im Interview erzählt sie die Hintergründe.
KV: Du warst eine erfolgreiche Fernsehjournalistin und bist heute Buchautorin und Coach. Wie kam es dazu?
MZ: Das war toll und richtig, aber heute ist es nicht mehr meine Welt und ich vermisse auch das Fernsehen nicht. Ich bekam mit 30 Jahren die Diagnose eines fortgeschrittenen Gebärmutterhalskrebses. Ich entschied mich damals zu einer aufwändigen, zehnstündigen Operation mit anschließender Chemotherapie, die ich nach einigen Zyklen beendete. Seitdem befasse ich mich mit Heilung und möchte mein Wissen weitergeben. Ich mache Beratungen in Schliersee, Retreats und ein jährliches Festival.

Merle Zirk. Foto: Marco Falkenstein
KV: „Return to Yourself“ ist dein zweites Buch. Wie unterscheidet es sich vom ersten mit dem Untertitel „Loslassen und neu beginnen“ aus dem Jahr 2017.
MZ: Ich habe neue Erkenntnisse gesammelt und neue Rezepte ausprobiert, zudem noch einmal einen veränderten Lebensstil empfohlen. Ganz neu sind Erkenntnisse aus der Epigenetik und wie integrative Gesundheit funktioniert.
KV: Du verbindest also Schulmedizin mit alternativen Heilmethoden.
MZ: Die Leitlinienmedizin ist wichtig. Wenn man krank geworden ist, dann hilft die Akutmedizin. Aber Menschen sollten etwas für sich tun, bevor sie krank werden, ich plädiere für Präventivmedizin. Wir sollten schauen, wohin sich der Körper in zehn oder 15 Jahren bewegt, welche Weichen gestellt sind.

Buchcover
KV: Wie unterscheidet sich dein Buch von anderen Ratgebern?
MZ: In zweierlei Hinsicht. Das Buch ist mit meiner persönlichen Geschichte verbunden. Ich predige nicht, sondern ich beschreibe meinen Weg der gelebten Erfahrung, was mir guttut. Und das ist mit zahlreichen wissenschaftlichen Studien unterfüttert. Zudem gibt es eine Reihe von Rezepten, man kann also gleich loslegen.
KV: Ein wichtiger Baustein ist also die Ernährung?
MZ: Es gibt keine Verbote, keinen erhobenen Zeigefinger. Ich informiere beispielsweise, dass es keine gesicherte Menge von Alkohol gibt, die nicht schädlich ist, ein regelmäßiger Konsum ist eben nicht förderlich. Es soll lebensfroh herüberkommen, was Alkohol, Zucker und tierisches Eiweiß bewirken können.

Wichtige Bausteine: Ernährung und Wald. Foto: Marco Falkenstein
KV: Du plädierst also für vegane Ernährung?
MZ: ich lebe pflanzenbasiert, esse aber auch jeden Tag Honig. Wenn ich selber entscheiden kann, dann bin ich pflanzlich unterwegs. Wenn ich bei der Schwiegermutter eingeladen bin, dann esse ich auch Kuchen mit Ei. Ei kann Superfood sein, ich bin keine Veganerin. Es geht mir immer um den übermäßigen Konsum, so ist früh ein Haferl Kaffee okay, aber nicht den ganzen Tag über Kaffee trinken und womöglich noch aus Kaffeepads.
KV: Ein anderer Baustein ist die Natur.
MZ: Die Natur bietet ein Spiel aus mehreren Faktoren, etwa das aus Japan stammende Waldbaden. Oder die aus Wasserfällen oder am Meer entstehenden Partikel in der Luft, die einen positiven Effekt haben. Das sind Zehntausende, aber in der Stadt nur 200 pro Kubikzentimeter. Aber auch für das Auge hat der Wald einen positiven Effekt, anders als auf der Straße, ebenso ist es für die Schleimhäute und die Stimme gut.

Merle Zirk am Wasserfall. Foto: Marco Falkenstein
KV: Der dritte Aspekt sind Begegnungen, wie du schreibst.
MZ: Seit 2020 geben mehr als 20 Prozent der Menschen an, sich einsam zu fühlen. Einsamkeit führt zu gesundheitlichen Störungen. Wir müssen als Gegenmittel Räume für Begegnungen schaffen.
KV: Du bietest dafür Retreats und ein Festival an.
MZ: Ich bin in meinem neuen Beruf angekommen, lebe seit fünf Jahren in Schliersee, bin verheiratet und habe einen achtjährigen Sohn. In meinen Retreats in Griechenland und auf Fuerteventura gebe ich Gedankenanstösse aus Präventionssicht und aus der Langlebigkeitsforschung. Und beim jährlichen HEALTH. HOPE. HAPPINESS. FESTIVAL geben wir einen Raum, in dem Körper, Geist und Seele in Einklang kommen dürfen.