
Yayoi Kusuma – Polka Dots erobern die Welt
Wahrzeichen von Naoshima. Foto: Klaus Offermann
Nachruf Yayoi Kusuma
Yayoi Kusama war in den 1960er Jahren eng mit der ZERO-Bewegung verbunden und auch in Düsseldorf tätig. Ihr soeben bekannt gewordener Tod hat ihr Werk noch einmal in den Mittelpunkt gerückt. Zwei Kusama Werke sind in der ZERO-Ausstellung im Olaf Gulbranson Museum noch bis zum 06.09. zu sehen. Aus Anlass ihres Todes berichtet unser Autor über eine Reise zu ihrer Geburtsstadt Matsumoto in Japan.
Yayoi Kusama gehörte zu den bedeutendsten japanischen Künstlerinnen der Gegenwart. Sie wurde am 22. März 1929 in Matsumoto in der Präfektur Nagano geboren und starb am 14. August 2026 in Tokio. In ihrer Jugend litt sie unter Halluzinationen, die sie in ihren Kunstwerken verarbeitete. Mit großformatigen Arbeiten, Installationen und Happenings, vor allem in den USA, machte sie international auf sich aufmerksam.
Ihr Markenzeichen waren Polka Dots, farbige Punkte, die sie auf Leinwände, Skulpturen und Menschen malte. Als ihre Panikattacken und Halluzinationen stärker wurden, begab sich Kusama 1977 freiwillig in das Seiwa-Krankenhaus in Tokio, das bis zu ihrem Tod ihr ständiger Wohnort blieb.
Ein eigenes Museum
Sie arbeitete in einem nahegelegenen Atelier weiter an neuen Gemälden, Skulpturen und Installationen. Am 27. September 2017 eröffnete die Künstlerin in Tokio ihr eigenes Museum. 2006 wurde sie mit dem Praemium Imperiale („Nobelpreis der Künste“) in der Sparte Malerei ausgezeichnet, 2009 zur „Bunka Kōrōsha“, eine Person mit besonderen kulturellen Verdiensten, ernannt. 2012 wurde sie als Ehrenmitglied in die „American Academy of Arts and Letters“ gewählt. 2016 wurde sie mit dem Kulturorden ausgezeichnet.

Matsumoto City Museum of Art mit Getränkeautomat und Leergutbehälter. Foto: Klaus Offermann
Vom 3. März bis zum 22. Juli 2018 fand im Matsumoto City Museum of Art eine Sonderausstellung mit dem Titel „Yayoi Kusama: All About My Love“ statt. Die Schau präsentierte rund 180 Werke und war eine der umfangreichsten Präsentationen ihrer Arbeiten aus allen Schaffensphasen in ihrer Heimatstadt Matsumoto.

Ausstellung „Yayoi Kusama: All About My Love“. Foto: Klaus Offermann
Naoshima ist eine Insel in der Seto-Inlandsee in der Präfektur Kagawa auf der Hauptinsel Shikoku. Die Insel, auf der etwa 3.000 Menschen leben, hat eine Fläche von 7,8 km² bei einem Umfang von 27,8 km. Seit Anfang der 1990er Jahre entwickelte sie sich, organisiert von der Benesse Art Site (bestehend aus den Benesse Holdings und der Fukutake Foundation), zur „Kunstinsel“. Auf der Insel Naoshima befinden sich einige Werke von Yayoi Kusama.
Mit dem Ringbus kommt man zum gelben Kürbis mit schwarzen Polka Dots. Der Kürbis gilt als Wahrzeichen der Insel Naoshima und befindet sich im Süden auf einem Betonsteg direkt am Meer.

Begehbarer Kürbis. Foto: Klaus Offermann
Ebenfalls mit dem Bus gelangt man zum Hafen Miyanoura, einem Fährhafen der Insel. Dort steht der rote Kürbis von Yayoi Kusama. Er ist im Gegensatz zum gelben Kürbis begehbar und deshalb bei Kindern sehr beliebt.


Installation „Narcissus Garden“. Fotos: Klaus Offermann
Auf dem leicht ansteigenden Naturpfad zur „Valley Gallery“ befinden sich am Wegesrand immer wieder Gruppen von schwarzen, spiegelnden Kugeln. Auf einem kleinen See finden sich zahlreiche dieser Kugeln, sauber aneinander gereiht, am Ufer. Yayoi Kusama nennt ihre Installation dieser Kugeln „Narcissus Garden“. Das Projekt findet seinen Abschluss im Hauptgebäude. Dort liegen weitere Kugeln eng aneinander auf dem Boden.

Installation „Narcissus Garden“ im Gebäude. Foto: Klaus Offermann
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