
Natürlichen Klängen auf der Spur
Alexandra Schlotterer an der Münchener Rokoko-Orgel von 1745. Foto: MH
Konzert in Valley
So nennen die beiden blinden Musiker ihr Konzertprogramm, das sie am Samstag, 29.08.2026 um 17 Uhr in der Zollinger Halle in Valley zu Gehör bringen werden. Beide Organisten waren nach einer Führung 2025 durch das Orgelmuseum begeistert von der Klangvielfalt der Instrumente und entschlossen sich spontan, hier ein Konzert zu geben.
Matthias Gampe, seit 2005 hauptamtlicher Kirchenmusiker aus Bad Neuenahr-Ahrweiler und Alexandra Schlotterer, die bis 2023 als Organistin in der katholischen Kirche St. Bonifatius in Haar bei München wirkte, fanden schnell Gefallen an der Zollinger Halle in Valley und dem gemeinsamen Spiel. Beide Künstler kennen sich über die Kirchenmusik und das Netzwerk für Menschen, die die Blindennotenschrift beherrschen und diese nützen. Die Gruppe des Notennetzwerks trifft sich einmal im Jahr zu einer Tagung und tauscht sich darüber hinaus regelmäßig online aus.

Matthias Gampe in Bad Neunahr. Foto: Katholische Nachrichten Agentur
Ein Blick ins Programm
Nach Präludium, Fuge und Ciacona von Dieterich Buxtehude (1637-1707) erklingt die Toccata Oktava oder das achte musikalische Blumenfeld von Johann Speth (1664-1719), klar Bezug nehmend auf die Themen des Konzerts. Diese bewegen sich intensiv zwischen Tier- und Pflanzenmotiven, „Stücken für die Flötenuhr“ wie dem Wachtelschlag von Joseph Haydn (1732-1809) und dem Karneval der Tiere von Camille Saint-Saens (1835-1921). Matthias Gampe und Alexandra Schlotterer werden zwei Stücke daraus vierhändig auf zwei Orgeln darbieten.

Alexandra Schlotterer. Foto: MH
Johann Sebastian Bachs (1685-1750) Gavotte aus der französischen Suite Nr.5 G-Dur spielt Alexandra Schlotterer auf der Orgel. Gespannt sein darf man auch auf Matthias Gampes Interpretation von „Die durch ein Donnerwetter unterbrochene Hirtenwonne“ des eher unbekannten deutschen Komponisten Justin Heinrich Knecht aus Biberach an der Riß (1752-1817).
Orgelmusik von Anfang des 20. Jahrhunderts
Mit dem italienischen Komponisten Marco Enrico Bossi (1861-1925) und seinem Abendgesang sowie der Berceuse des blinden französischen Organisten der Notre-Dame de Paris, Louis Vierne (1870-1937), stehen gegen Ende des Programms noch zwei moderne Kompositionen im Mittelpunkt.
Die Natur zieht sich als roter Faden mit einigen ihrer vielen Facetten und Klangfarben durch das Konzert und beschert den Zuhörenden einen ganz besonderen Genuss. Mit Improvisationen des geistlichen Sommerlieds von Paul Gerhardt aus dem Jahr 1653 „Geh aus mein Herz und suche Freud“ entlassen die beiden Organisten ihr Publikum in die letzten Augusttage.
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