Sehnsucht nach Darbietungen im Waitzinger Keller

Waitzinger Keller

Programmheft von Oktober bis Dezember, Foto: Isabella Krobisch

Im Waitzinger Keller hält die Kultur wieder Einzug

„Mehr als ein halbes Jahr haben keine Kulturveranstaltungen mehr stattgefunden. Die Stadt Miesbach hat den Betrieb heruntergefahren und die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, um Geld zu sparen. Jetzt findet ein Neustart statt“, erläutert Bürgermeister Gerhard Braunmiller, der zur Pressekonferenz in das Kulturzentrum kam.

Das Stadtoberhaupt schwärmt von dem einzigartigen Raum und betont, dass der Waitzinger Keller eine hohe gesellschaftliche Funktion habe und ein wunderbarer Ort sei, um Kultur zu einem einzigartigen Erlebnis zu machen. „Dies wurde bei der virtuellen Besiegelung unserer Partnerschaft mit der französischen Stadt Marseillan einmal mehr deutlich“.

Waitzinger Keller
Neue Saalbestuhlung mit 125 Plätzen, Foto: Max Kalup

Umfangreiches Hygienekonzept

Zur Wiedereröffnung des Hauses legt das Waitzinger Keller Team ein umfangreiches Hygiene- und Sicherheitskonzept vor. Bei dem gebotenen Abstand von 1,5 Metern schrumpft die Besucherzahl im Saal von 480 auf 125 Plätze. Um dennoch eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen, wurden die vereinzelten Sitzgruppen durch runde Tische ergänzt, auf denen sich auch mal ein Glas abstellen lässt. Denn mit Getränken muss man sich vor der Veranstaltung versorgen, weil die Vorstellungen alle ohne Pause gegeben werden. Auch dies eine Empfehlung in Coronazeiten, um Menschenansammlungen an der Theke und auf dem Weg zur Toilette zu vermeiden. Bis auf deutlich gekennzeichnete Einbahnwege Richtung Saal, Hygienespender und zarte Hinweise auf Abstand und Maskenpflicht ist aber alles gleich geblieben.

Lange Liste an Verschiebeterminen im Waitzinger Keller

„Wir verzichten heute bewusst auf eine digitale Präsentation unseres Programmes, denn wir wollen zurück zum analogen Ereignis und haben Sehnsucht nach greifbaren Darbietungen – getreu unserem Motto Kultur hautnah erleben“, erläutert Kulturamtsleiterin Isabella Krobisch. „Wir haben gehofft, dass es nach den Sommerferien Lockerungen gibt, weil dies aber nicht der Fall war, mussten viele Veranstaltungen mit großen Ensembles abgesagt oder verschoben werden. Dies betrifft auch Bühnenprogramme, bei denen schon über 300 Karten verkauft waren.“ Die Liste der Verschiebetermine ist lang.

Himmelblau FLTB
Die ganze Welt ist himmelblau, Foto: FLTB

Kleine, feine Formate

Für den Herbst 2020 hat sich Isabella Krobisch kleine, feine Formate vorgenommen. Fünf mal ist auch das Freie Landestheater Bayern im Programm zu finden. Mit „Liebe 3x anders“, „Die ganze Welt ist himmelblau“ und „Musikalische Pralinés“ für Musiktheaterfreunde, teilweise schon um 18 Uhr beginnend, um Besuchern entgegenzukommen, die nicht gerne spätnachts unterwegs sind. Das Foolstheater gibt „Halleluja“ und „Du spinnst wohl“ kurz vor Weihnachten, denn hier ist eine große Lücke entstanden. „Alle Weihnachtsveranstaltungen sind uns weggebrochen – sogar das beliebte Adventsingen des Trachtenvereines“, bedauert die Kulturamtsleiterin.

Waitzinger Keller-Puppen
Theaterpuppen von Marie und Manfred Höhne, Foto: Max Kalup

Nach der Peter Loew Ausstellung, die bis 5. November gezeigt wird, werden handgefertigte Theater-Puppen von Marie und Manfred Höhne gezeigt, mit denen der Puppenspieler Andreas Ulbrich seine Vorstellungen gibt. Am 11. November wird es „St. Martin für Erwachsene“ sein und am 4. Dezember „Kasperl sucht den Nikolaus“ für Familien.

Lesetipp: Peter Loew – künstlerisches Schlierseer Schwergewicht

Deepsky-Fotografien sind die große Leidenschaft von Manfred Hechenberger, der seit 23 Jahren im Waitzinger Keller als Haustechniker arbeitet. Seine Bilder werden ab 16. November an den Glasfronten der Nord- und Ostseite zu sehen sein. Sie werden aufwändig beleuchtet und sind in der Dunkelheit besonders wirkungsvoll. Ein abendlicher Spaziergang rund ums Kulturzentrum lohnt sich also.

Neurosenheimer
Neurosenheimer, Foto: Veranstalter

Die neue Spielsaison läuten am 16. Oktober die „Neurosenheimer“ mit bayerisch neurotischer Lebensmusik aus Rosenheim ein. Im Rahmen des Kellerbrettls schließen sich „d‘ Housemusi“ und die Formation „Kreuzberg“ am 22. Oktober und 27. November an. Und Claudia Koreck gibt am 13. November zusammen mit ihrem Mann Gunnar Graewert ein rares Duo-Konzert.

Kabarett mit Binser und Kröll

Wie immer wird auch Kabarett geboten – gleich mit drei neuen Programmen. Helmut A. Binser gibt am 23. Oktober „Löwenzahn“, Stephan Zinner seine „Raritäten“ am 12. November und eine Woche später Stefan Kröll „Goldrausch 2.0“.

Der Miesbacher Fotograf Hans-Günther Kaufmann wagt ein neues Experiment. Er nimmt den Photo-Graphen (Licht-Schreiber) wörtlich und garniert seine Fotokunst mit tiefgründige Betrachtungen, die er am 30. Oktober selbst vorträgt.
Ein gern gesehener Gast ist die Weltreisende Carmen Rohrbach, die am 17. November von ihrer Sehnsucht nach der Ferne erzählt und ausgewählte Bilder von ihren schönsten Reiseerlebnissen präsentiert.

30 Jahre Wiedervereinigung

Anlässlich 30 Jahre Wiedervereinigung wird Mario Goldstein am 2. Dezember in einer eindrucksvollen Multivisionsshow vom Abenteuer Grünes Band erzählen, mit dem er sich dem dunkelsten Kapitel seiner wechselvollen Lebensgeschichte stellt. Auch das Bayerische Outdoor Filmfestival macht am 8. Dezember Station in Miesbach und zeigt sieben großartige Filme, von „Wetter.Stein.Grat“ bis „Crossing Lebanon“.

Eine Kostbarkeit ist gewiss die szenische Lesung von Anna März und Michael Stacheder aus dem Briefwechsel von Franz und Maria Marc (1905 bis 1916) unter dem Titel „Ich will Dich an der Hand führen, um Dir die Wunder der Welt zu zeigen“.

Der Kartenverkauf beginnt ab sofort. Währenddessen arbeitet das Team schon am nächsten Programm, das wieder nur drei Monate umfasst, denn Corona ist noch lange nicht vorbei.

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