„Verlorene Leben“

Boxer Peter Baláž, genannt Koza. Foto: Monika Freisel

Sommerprogramm unseres österreichischen Partners, der Kulturbrücke Fratres

Gedemütigten, ausgegrenzten, zu Unrecht verfolgten und inhaftierten Menschen widmeten sich die ersten beiden Thementage der Kulturbrücke Fratres in diesem Sommer. Roma und Frauen, die unter totalitären Regimen leiden mussten, wurde ein Denkmal gesetzt.

Wie leben Roma heute? So fragt die österreichische Jounalistin Monika Freisel, die den ersten Thementag am 4. Juni begleitete. Sind sie immer noch Diskriminierungen ausgesetzt oder werden sie akzeptiert und respektiert?

Sie schreibt: „In dem auch auf der Berlinale 2015 gezeigten Spielfilm „Koza“ des slowakischen Regisseurs Ivan Ostrovský wurde das Schicksal des heute 42jährigen Europameisters, Olympiateilnehmers und dreifachen Weltmeisters im Mittelgewicht, Peter Baláž erzählt. Baláž, genannt Koza, ist ein aus ärmlichsten Verhältnissen stammender Rom, der ab seinem 13. Lebensjahr mit äußerst hartem Training eine Boxerlaufbahn anstrebte. Von seinen nur auf den eigenen Vorteilen bedachten Managern wurde er all die Jahre seelisch gedemütigt, gnadenlos behandelt und skrupellos finanziell ausgebeutet.Trotz seiner früheren großen Erfolge muss er heute sein Leben in äußerst prekären Verhältnissen fristen, ohne jegliche Zukunftsaussichten.“

Koza habe in der an den Film anschließenden Diskussion den Wunsch geäußert, eine Stelle als Boxtrainer zu erhalten, für die er die Lizenz habe. In dieser Diskussion sei klar geworden, dass Roma heute nach wie vor von manchen Bevölkerungsteilen abgelehnt und diskriminiert würden. Dabei war auch Manuela Horváth, Angehörige der vier beim Attentat von 1995 in Oberwart getöteten Roma.

Mit dem Thema intensiv befasste sich der Autor und Kolumnist der „Presse“ Martin Leidenfrost, er illustrierte das Leben der Roma anhand seiner Reportagen im Buch „Expedition Europa“, in dem er das beidseitig Toleranz und Verständnis fordernde Verhältnis von Roma und Gadsche, also den nicht dem Volk der Roma Angehörigen, darstellt. In einer Fotoausstellung des slowakischen Fotografen Šymon Kliman wird die Würde der Roma, die sich in ihren schönsten Gewändern zeigen, deutlich.

Frauen im Gulag

Um „Verlorene Leben“ ging es am 18. Juni in Fratres. An diesem Tag wurde der österreichischen Frauen gedacht, die durch KZ und Gulag leiden mussten. Die Historikerin und Regisseurin Anita Lackenberg und ihr Partner, der Filmproduzent Gerhard Mader zeigten ihren Film, der das Schicksal dieser starken Frauen aufgreift.

Monika Freisel schreibt: „In intensiven Recherchen in Ländern der ehemaligen UdSSR, unter anderem in Sibirien und Kasachstan, in Gesprächen mit überlebenden und nach Österreich zurückgekehrten Zeitzeuginnen und in Interviews mit hinterbliebenen Angehörigen verstorbener Frauen schildert Lackenberg das Leben der im Gulag zu Zwangsarbeit Verurteilten. Unter extremen Bedingungen, bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad in Erdlöchern hausend, zu unerreichbaren Arbeitsnormen gezwungen, an Hunger, Ruhr und Typhus leidend, kämpften diese Frauen um ihr Überleben.“

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Kurt Gebauer: „Großes Köpfchen“. Foto: Monika Freisel

Viele Sozialisten waren 1934 aus Österreich nach Sowjetrussland geflohen. Aber wegen des Verdachtes auf Spionage oder Verrates der kommunistischen Idee wurden die Männer erschossen und die Frauen in Gulags interniert.

Im Garten des Gutshofes Fratres zeigte der bekannte tschechische Bildhauer Kurt Gebauer seinen Betonkopf, den er „Großes Köpfchen“ nennt. Sein Ziel sei, so der Künstler, aus Köpfen Menschen zu machen.

Der nächste Thementag in Fratres am 23. Juli ist dem Thema „Mensch – Natur, Wege transzendenten Naturverstehens“ gewidmet. Nähere Informationen unter www.kulturbruecke.com

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