„Ich bin nicht so böse, wie mein erstes Lied!“

Stella Sezon Quintett

Das Stella Sezon Quintett zu Gast im FoolsTheater. Foto: Thomas Herrmann

Holzkirchner Blues- und Jazztage

Die junge Sängerin Stella Sezon zeigte am Wochenende im FoolsTheater Holzkirchen ihre gesangliche Bandbreite von schwarzer Eifersucht bis zu roter Sinnlichkeit, von tiefer Traurigkeit bis zur unbeschwerten Fröhlichkeit. Eine musikalische Mischung aus Jazz, R’n‘B, Soul, HipHop, Dance und vielem mehr.

Am vergangenen, verlängerten Wochenende fanden in Holzkirchen bereits zum neunten Mal die Blues- und Jazztage statt. Nach dem Auftakt in der WunderBar mit „Manfred Ranak und Jazz’n’Blue“ am Mittwoch, spielten am Donnerstag „Wis À Wis“ im vollbesetzten Kulturcafé. Auch am Freitag und Samstag war das Festival im KULTUR im Oberbräu zu Gast und jeweils (fast) ausverkauft. Im FoolsTheater ließ das Jazztrio „Brändle – Schwager – May“ am Freitag Hammond-Orgel-Sound erklingen.

Stella Sezon Quintett
„Wir sind ein bisschen crazy.“. Foto: Thomas Herrmann

Ganz anders sollte es am Samstag werden. Die junge, ukrainische Sängerin Stella Sezon und ihre vier Mann starke Band verstehen sich zwar als Jazzer, machen aber eigentlich einfach alles, worauf sie musikalisch Lust haben. „Wir sind ein bisschen crazy“, sagen sie selbst und sind dabei herrlich entspannt und sympathisch.

„Now or Never“

Sie kamen nacheinander auf die Bühne und setzten in dieser Reihenfolge ein zu spielen: Timothée Mille am Keyboard und Synthesizer, Ruben Lipka am Schlagzeug, Daniel Rickler an der Gitarre, Jan Grinbert am Saxofon und schließlich die Frontfrau und Sängerin Stella Sezon. Das erste Lied, „Now or Never“, handelte von Liebe, Eifersucht und Schmerz. Ein dunkles Lied im funkigen Sound. Die Band war dazu passend komplett in schwarz gekleidet. Stella Sezon selbst in einem modernen „kleinen Schwarzen“ mit Overknees und dunkler Sonnenbrille.

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„Ich bin nicht so böse, wie mein erstes Lied!“

Danach ging es gleich viel fröhlicher weiter mit dem altbekannten Jazz-Standard „Summertime“ von George Gershwin – allerdings in neuem Gewand. Denn das Stella Sezon Quintett covered nicht nur, sondern bringt immer seinen eigenen Sound mit ein. Vor allem aber schreibt die Ukrainerin, die in München lebt, eigene Songs. Im Gepäck hatte die Band einige ältere Lieder, aber auch neue, die sie noch nie vor Publikum gespielt haben. „Where we go without love“ war eines dieser brandneuen Stücke.

Stella Sezon Quintett
Saxofon-Improvisation von Jan Grinbert. Foto: Thomas Herrmann

In einem tollen Zusammenspiel reagierten die Musiker aufeinander. Hier und da durfte man ein Solo vom Saxofonisten, Gitarristen oder Keyboarder hören, was vom Publikum mit einem spontanen Applaus belohnt wurde. Davon abgesehen stand die Frontfrau im Mittelpunkt der Darbietung. Sie ging in ihrer Rolle voll auf, strahlte, tanzte voller Energie und zeigte, was ihre Stimmbänder zu bieten haben: Soul, gehaucht, Overdrive, Rap, Beatbox, ja sogar eine kurze Sequenz, wie von einem DJ.

„Tata“

Wer sich das halbe Konzert über gefragt hatte, was das zweite Gesangsmikro auf der Bühne zu bedeuten habe, wurde erst mit „Your choice“ aufgeklärt. Dabei benutzte Stella Sezon ein Effektgerät, um ihre Stimme zu verzerren, ähnlich wie bei einer E-Gitarre.

Stella Sezon Quintett
Daniel Rickler, Ruben Lipka, Jan Grinbert, Stella Sezon und Timothée Mille (v.l.). Foto: Thomas Herrmann

Einen anderen Effekt gebrauchte sie bei dem wohl mitreißendsten Lied des Abends: „tata“, was auf Ukrainisch Papa heißt. Der Song erzählt die Geschichte ihres Vaters, der viel zu früh gestorben ist, ihr aber vorher etwas sehr Wichtiges geschenkt hat – nämlich das Gefühl und das Talent für die Musik. Mit dem Effektgerät hörte es sich wie von Geisterhand so an, als ob Stellas Papa unisono eine Oktave tiefer mitsingen würde.

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