I’m gonna sing – Der Parsberger Chor „Dissonanzen“

Parsberger Chor "Dissonanzen"

Der Parsberger Chor „Dissonanzen“ mit seinem Dirigenten Hans Peljak. Foto: Fritz Ihmig

Chorkonzert in Holzkirchen

Endlich wieder singen. I’m gonna sing – das war Programm und Statement zugleich. Nach monatelanger Zwangspause durfte der Parsberger Chor „Dissonanzen“ unter der Leitung von Hans Peljak endlich wieder seiner Leidenschaft frönen und bot dem begeisterten Publikum in der Holzkirchner St. Josef Kirche ein schwungvolles, schillerndes Konzert.

Nach der Begrüßung durch den Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden Matthias Hefter betraten die Sängerinnen und Sänger zunächst mit Maske den Altarraum und nahmen ihre Plätze im weiten Rund der schlichten, modernen Kirche ein. St. Josef mit Leben füllen, das ist die Intention der Pfarrgemeinde. Und auch an diesem Oktoberabend gelang sie wieder beeindruckend. Abstand einhalten gebieten die Corona-Regeln und sowohl Chor wie Zuhörerschaft halten sich konsequent daran.

I’m gonna sing

Ich singe, ich atme, ich rufe mein Gebet und meinen Gesang laut hinaus in diese Welt. Ich träume von einer besseren Welt, ich träume von einer friedvollen Welt. Was würde besser in unsere Zeit passen als diese Gesänge? Fast scheint es, als hätte der Chor diese Lieder und Gospeln nur für Konzerte des Jahres 2020 ausgewählt. Aber nein, so erklärt Chorleiter Hans Peljak, das Programm wurde schon im letzten Jahr zum 25-jährigen Bestehen des Chores zusammengestellt und sollte auch schon eher in Holzkirchen aufgeführt werden. Glockenhell und klar der Gesang als Lobpreis auf das Leben, seine Schönheit und Vielfalt. Schwermütig und traurig, klagend und voll Melancholie der Gesang, wenn es heißt „Fürchte dich nicht. Du bist nicht verloren. Nur durch die Liebe vergeht der Schmerz.“

Der Chor Dissonanzen tritt bei fröhlichen Festen wie Kommunion, Konfirmation, Hochzeitsfeiern ebenso auf wie bei traurigen Anlässen. Das Repertoire ist also breit gefächert. Jede Gefühlsregung, Freude und Leid, drückt der Chor mit intensiver Hingabe aus. Die Solistinnen Christine Hempfer-Molitor (Sopran) und Gudrun Fröhlich-Böhner (Alt) führen den etwa 15-köpfigen Chor mit ihren glasklaren Stimmen an, übertönen ihn jedoch nicht. Auch Tenor Benedikt Minnich und Bass Andreas Bichler geben mit ihren Stimmen dem Chor Gewicht und Halt.

Parsberger Chor "Dissonanzen"
„Dissonanzen“ in St. Josef. Foto: Fritz Ihmig

Mess-Sequenzen von Mozart bis Mowby

Im zweiten Teil des Konzerts hören wir Sequenzen aus Messen von unterschiedlichen Komponisten aus verschiedenen Zeitepochen. Den Anfang machte das Kyrie aus der 2011 entstandenen Missa Brixinensis des 53-jährigen niederbayerischen Komponisten Stefan Trenner. Rhythmisch und weich, lyrisch anmutend. Festlich und jubelnd erklang das Gloria aus der Missa Brevis des ehemaligen Kirchenmusikers der Westminster Cathedral, Colin Mawby (1936-2019), das mit heftigem Applaus belohnt wurde. Danach stellte uns Hans Peljak eine kleine Quizfrage.

„Wer könnte wohl der Komponist des nun folgenden kurzen Zwischengesangs gewesen sein?“ Ja, es war ein Wunderkind. Der damals 9-jährige Wolfgang A. Mozart schrieb diesen strahlenden Gesang in London. Nach dem Sanctus des polnischen Komponisten Josef Swider (1930-2014) wurden wir Zeugen einer Uraufführung. Dem Chor gelang ein ergreifendes Agnus Dei des aus Lenggries stammenden Roman Kofler.

Parsberger Chor "Dissonanzen"
Hans Peljak leitet den Parsberger Chor „Dissonanzen“. Foto: Fritz Ihmig

Harmonie und Stimmgewalt

Stimmgewaltig und harmonisch beeindruckten die Parsberger in Holzkirchen und begeisterten durch ein abwechslungsreiches Programm. Häufig auswendig vorgetragen, sangen sie a cappella oder von Florian Brand an der Gitarre begleitet sowie von Christine Dörrhöfer an der Flöte unterstützt. Dabei spannten sie einen breiten Bogen von allseits bekannten Songs – wie Leonard Cohens Halleluja oder Ausschnitten aus Andrew Lloyd Webbers Jesus Christ Superstar – bis hin zu russischen oder südamerikanischen Klängen. Bunt, fröhlich, begeisternd, mit Fingerschnipsen und wiegender Bewegung bis hin zu einem wunderbaren „Oh happy day“ bescherte Dissonanzen einen kurzweiligen und unbeschwerten Abend.

Lesetipp: Heiteres Orgelkonzert mit vier Händen und vier Füßen

Das weitere Programm von „St. Josef mit Leben füllen“ entnehmen Sie bitte der Webseite.

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