Murnau – immer wieder schön!

Ursprünge der Hinterglasmalerei im Schloßmuseum Murnau. Foto: Monika Heppt

Ausflugstipp von KulturVision

Die Marktgemeinde am Staffelsee empfängt Tagesgäste und urlaubende Kunst- und Kulturinteressierte ebenso herzlich wie Wanderfreunde und Sportbegeisterte jeder Couleur. Kurz gesagt, Murnau bietet für jeden etwas. An diesem prächtigen Spätsommertag Ende August strahlte das „Blaue Land“ besonders intensiv und malerisch.

Bei tiefblauem Himmel und grandiosem Weitblick hinein in die Bergwelt um Herzogstand und Heimgarten flanieren Einheimische und Besucher entspannt in der von Emanuel von Seidl gestalteten, denkmalgeschützten Fußgängerzone rund um Ober- und Untermarkt und genießen die kulinarischen Angebote.

Gabriele Münter - Kandinsky und Erma Bossi am Tisch
Gabriele Münter – Kandinsky und Erma Bossi am Tisch 1919. Foto: Monika Heppt

Kunstbeflissene führt der Weg zunächst in das Schloßmuseum. Eine imponierende Dauerausstellung über die Geschichte und Entstehung der Hinterglasmalerei mit besonderem Augenmerk auf die „Murnauer“ Künstler Gabriele Münter und Wassily Kandinsky verbindet Bilder der Gruppe des „Blauen Reiter“ mit Franz Marc, Marianne von Werefkin oder Alexej von Jawlensky bis hin zu weiteren Malern des 20. Jahrhunderts.

Die guten Hirten, Hinterglasmalerei
Die guten Hirten, Hinterglasmalerei. Foto: Monika Heppt

Derzeit gibt es zwei Sonderausstellungen im Schloßmuseum Murnau zu bewundern.

Noch bis 28. November 2026 ist die Ausstellung „Die fabelhaften Alben des Alfred Mayer“ zu sehen, der die „Blauen Reiter“ als Freund und Mäzen unterstützte. Aus dem Nachlass des Theaterkritikers und Kunstschriftstellers (1860-1932) besitzt das Schloßmuseum Murnau drei interessante Gästebücher und ein Fotoalbum, die die damalige Kunst- und Kulturszene mit Namen wie Heinrich Mann, Arthur Schnitzler, Else Lasker-Schüler und vielen anderen in den Fokus rücken.

Alexej von Jawlensky, Spanisches Mädchen
Alexej von Jawlensky, Spanisches Mädchen 1912 Sammlung Alfred Mayer. Fotos: Monika Heppt

Noch mehr als zwei Jahre, nämlich bis zum 26. November 2028 sind Werke von Paul Klee ausgestellt unter dem Titel „Der Poet des Blauen Reiter“. Paul Klee war mit Wassily Kandinsky seit ihrer gemeinsamen Zeit als Dozenten am Bauhaus in Weimar und Dessau befreundet. Die Werksauswahl beleuchtet verschiedene Schaffensperioden des Künstlers von der Tunesienreise 1914 bis zu späteren Arbeiten wie „Figur im Garten“ 1937.

Neben dem Emanuel von Seidl Rundweg kann man auch auf dem Ödön von Horváth Rundweg spazieren. Über beide Rundwege bietet die gut sortierte Tourist Info in der Fußgängerzone reichhaltiges Material und Wegbeschreibungen.

Zimmer im Münter-Haus
Zimmer im Münter-Haus. Foto: Monika Heppt

Nach einem kurzen Weg durch den Ort, vorbei am Kultur- und Tagungszentrum, schnell die Bahngleise überquert und schon steht man vor dem Münter-Haus, bei den Murnauern auch als „Russenhaus“ bekannt. Durch den gepflegten, von prächtig blühenden Sonnenblumen umrahmten Garten gelangen die Besucher in das gelbe mit blauen Fensterläden geschmückte Haus. Charmante kleine Zimmer, Möbel und Treppengeländer vom Künstlerpaar bemalt und mit eigenen Bildmotiven gestaltet, so bezaubert das Häuschen stets aufs Neue. Landschaft und Haus dienten als andauernde Inspiration. Der Blick aus dem Fenster auf Kirche und Schloss und die „blaue“ Bergkette folgt auch heute noch dem Ausblick von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, den diese immer wieder malten.

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