„Machtköpfe“ und starke Frauen von Suse Kohler

Machtköpfe

Suse Kohler mit Konrad Adenauer. Foto: Petra Kurbjuhn

Ausstellung in München

Wenige Tage vor der Bundestagswahl waren zur Erinnerung an vergangene Mächtige der Bundesrepublik „Machtköpfe“ und zugleich unter dem Titel „Behind“ starke Künstlerinnen zu sehen, ausdrucksstarke Porträts von Suse Kohler, noch bis zum 28. Oktober in der Lazy.Gallery München.

Suse Kohler zeigte im Landkreis Miesbach ihre Arbeiten in mehreren Ausstellungen, zuletzt bei der Tegernseer Kunstausstellung. Zuvor konnte man sie im Hotel Bussy Baby in Bad Wiessee und im Hotel Bachmair-Weissach sehen. Aber die Gmunder Künstlerin ist auch überregional bekannt und präsentierte ihre Werke in Berlin, Paderborn, Rom und Venedig.

Lesetipp: Suse Kohlers Liebeserklärung an den Tegernsee

Schon früh entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Malerei: Der Münchner Maler Werner Maier unterrichtete sie und wurde zu ihrem Privatlehrer und Mentor. Danach studierte sie an der Akademie der Bildendend Künste Kolbermoor bei Markus Lüpertz und schloss mit der Meisterklasse ab. „Schon während meines Studiums haben mich Portraits fasziniert“, so Suse Kohler. So porträtierte sie für ihre Serie „Seemänner“ markante Gesichter berühmter Persönlichkeiten rund um den Tegernsee wie Schriftsteller Ludwig Thoma, Maler Olaf Gulbransson und Michail Gorbatschow.

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Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl. Foto: Petra Kurbjuhn

Jetzt standen die „Machtköpfe“ in ihrem Fokus, die Köpfe, die die Bundesrepublik nach dem zweiten Weltkrieg regierten, beginnend mit Konrad Adenauer und endend mit Angela Merkel.

.„Ich habe diese Werke in einem Zeitraum von fünf Jahren gemalt und freue mich, dass ich sie nun endlich hier zeigen darf. Ludwig Erhard ist dabei ein besonderer Bezugspunkt für mich“, erzählte sie. „Nicht nur weil er am Tegernsee gelebt hat.“ Ihr Werk „Ludwig Erhard“ wurde erstmals 2018 beim Ludwig Erhard Gipfel am Tegernsee ausgestellt. Es ist seitdem die „Gallionsfigur“ des Gipfels und sie durfte fortan den jährlichen „Freiheitspreis der Medien“ gestalten.

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Ludwig Erhardt, Kurt Georg Kiesinger. Foto: Petra Kurbjuhn

Die in Schwarz-Weiß und in Acryl gemalten „Machtköpfe“ erwarten die Besuchenden der Galerie in den ersten Räumen. Sie sind so platziert, dass sie auf Augenhöhe den Kontakt aufnehmen. Im Fokus stehen immer die Augen des Portraitierten, mit denen sie bei ihren Kunstwerken stets beginnt: „Die Augen sind der Spiegel der Seele. Damit möchte ich eine Verbindung zwischen Betrachter und dem Portraitierten herstellen und zum Dialog auffordern“, sagt Suse Kohler. „Wenn mir das gelingt, hat das Bild eine enorme Aussagekraft.“

Der Künstlerin gelingt es damit, eine Begegnung zwischen den Köpfen der Macht und dem Publikum zu erzeugen, eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe in unserer Zeit, in der Bürgerinnen und Bürger immer wieder das Gefühl haben, von „denen da oben“ vergessen zu werden.

machtköpfe
Angela Merkel. Foto: Petra Kurbjuhn

Im Katalog schreibt der Autor David Baum, dass sich Suse Kohler einer enormen Herausforderung stellte, eine eigene sehr persönliche Kanzlergalerie anzufertigen. Aber nachdem sie von Markus Lüpertz den Segen für ihr Porträt von Jesus von Nazareth bekommen habe, der vermutlich mächtigsten Person der Menschheitsgeschichte, habe nichts mehr passieren können.

Behind
Katharina Grosse und Louise Bourgeois „Mamam“. Foto: Petra Kurbjuhn

„Die zweite Serie ‚Behind‘ ist eine Hommage an das letztjährige Jubiläum ‚100 Jahre Frauen an Kunstakademien’“, erklärt die Künstlerin. „Diese habe ich in Farbe und in Öl gemalt – und das hat richtig Spaß gemacht.“

Zu sehen sind in den hinteren Räumen der Münchner Galerie großformatige Bilder von Rosemarie Trockel, Katharina Grosse, Cindy Sherman und Frida Kahlo – letztere als „bayerische Frida“ in Tracht und mit Blumenkranz – in Öl und starken Farben, sowie Louise Bourgeois „Mamam“ in Schwarz-Weiß. Porträts von starken Künstlerinnenpersönlichkeiten, letztlich auch Machtköpfe, nicht aber was politische, sondern was geistige Macht anbelangt.

Frida
Suse Kohler und Bayrische Frida. Foto: Petra Kurbjuhn

Bei der Eröffnung kurz vor der Bundestagswahl konnte die Künstlerin zahlreiche Prominente, wie Star-Architekt Matteo Thun, Moderatorin Alexandra Polzin, sowie Kuratorin Mon Müllerschön begrüßen.

„Ich hätte niemals gedacht, dass eine Ausstellung mit Politikern so cool sein kann“, meinte Moderatorin Alexandra Polzin. Simon Lohmeyer hatte nicht nur die Räumlichkeiten seiner Galerie zur Verfügung gestellt, sondern die Ausstellung auch kuratiert: „Passender geht es nicht“, lobte er. „Es ist klasse, wie sympathisch Suse Kohler die Macht transportiert.“

Die Ausstellung von Suse Kohler in der „Lazy.Gallery“ in der Münchner Corneliusstraße ist noch bis zum 28. Oktober, montags bis freitags 10 bis 18 Uhr, zu sehen.

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