Familienbilder

Jan Ahlborns „Slyrsee“ (Öl auf Holz) ist in der Ausstellung „Light Pattern“ zu sehen. Foto: Andreas Wolkenstein

Ausstellung im Autohaus Steingraber

Jörg und Jana Hampe sowie Jan Ahlborn sind nicht nur durch familiäre Bande vereint, sie sind auch als Künstler tätig. Nun zeigt die Ausstellung „Light Pattern“ in der Galerie im Autohaus Steingraber in Holzkirchen einen Teil ihrer Arbeiten. Bei aller Vielfalt der Herangehensweisen zeigt sich eine besondere Familienähnlichkeit.

Verschiedenheit der Kunst

Familien sind schon etwas besonderes: Gemeinschaften von Menschen, die durch die vielfältigsten Bande zusammen gehalten sind. Manche Eigenschaften teilen wir mit anderen Familienmitgliedern und doch ist jedes Mitglied eine einzigartige Person. Das alles trifft sicher auch auf die Familien Hampe und Ahlborn zu. Die Ausstellung „Light Pattern“, die noch bis Ende Februar in der Galerie im Autohaus Steingraber gezeigt wird, lädt dazu ein, Familienähnlichkeiten in den Werken von Jörg und Jana Hampe – Vater und Tochter – und Jan Ahlborn – Schwager des Vaters – zu suchen. Auf den ersten Blick indes scheint vor allem die Verschiedenheit ihrer Kunst ins Auge zu fallen.


Jan Ahlborn (links) sowie Jörg (rechts) und Jana Hampe stellen einen Teil ihrer Arbeiten in der Galerie im Autohaus Steingraber aus. Foto: Andreas Wolkenstein

Farbe und Form

Denn die drei Künstler arbeiten auf sehr unterschiedliche Weise, teils auch mit ganz verschiedenen Materialien. Jan Ahlborn etwa verwendet viel Farbe in seinen teilweise großformatigen Bildern – und zieht damit die Blicke auf sich. Dazu kommt eine ganz eigene Mischung aus abstrakter Farb- und Formspielerei mit figürlich-realistischer Darstellung. Bei „Herbstfluss“ führen dunkle Linien das Auge durch ein beeindruckendes Farbspiel. Die Farben wiederum lassen wie eine Art Nebel Personen und Gegenstände erahnen. Die einen mehr, die anderen weniger, wie das halt bei Nebel so ist. Bei „Tanz der Farben“ ergibt sich ein ähnlicher Befund, nur ist hier der Farbaspekt viel deutlicher im Vordergrund, während sich die Figuren weniger im Nebel als vielmehr im titelgebenden Tanz befinden.


„Herbstfluss“ (Öl auf Leinwand) von Jan Ahlborn. Foto: Andreas Wolkenstein

„Viel Zartheit“

Jana Hampes Zeichnungen bestechen demgegenüber durch filigranste Linienführungen. Die neun Einzelzeichnungen „Raunächte“ beeindrucken als Gesamtwerk und sind auch als solches ausgestellt. „Ich habe die Zeichnungen im Winter 2023 in den Raunächten angefertigt“, erinnert sich Jana Hampe, die als Architektin arbeitet. Klare Ordnung und Struktur zeigt sich von Weitem, detailreiche Ausführungen, Windungen, Kanten- und Linienverläufe aus der Nähe. Auch „35 Tage“ sei ein Tagebuch, erläutert die Künstlerin weiter, denn es besteht aus kleinen Zeichnungen, von denen sie über einen Zeitraum hinweg jeden Abend eine erschaffen habe. Jede der Zeichnungen nimmt einen Form-Aspekt des Vortags auf und führt ihn weiter aus, leitet ihn um, erfindet ihn neu. „Es steckt sehr viel Zartheit drin“, betont Horst Hermenau, Kurator der Ausstellung im Autohaus Steingraber.


„Raunächte“ (Tusche auf Papier) von Jana Hampe. Foto: Andreas Wolkenstein

Musikalische Werke

Jörg Hampe steht künstlerisch, wenn man so will, zwischen Tochter und Schwager. Ein großer Teil seiner Arbeiten ist unverkennbar auf das Vorbild des Blauen Reiters zurückzuführen. Einige der Aquarelle oder Buntstiftarbeiten ähneln unverkennbar den Bildern Wassily Kandinskys – und entwickeln doch eine ganz eigene, persönliche Anziehungskraft. Das gilt nicht minder für die „musikalischeren“ Werke, etwa der „Komposition für 3 Instrumente“ oder auch „Die Welt in der wir sind“. Hier sind Struktur und Ordnung im Vordergrund, ganz so, wie Harmonien in der Musik ja letztlich auch durch geordnete mathematische Zusammenhänge darstellbar sind.


„Komposition für 3 Instrumente“ (Buntstifte auf Karton) von Jörg Hampe. Foto: Andreas Wolkenstein

Familienbande

Bei aller unterschiedlicher Herangehensweise, Materialität und Betonung lässt sich bei einem Durchgang durch die Ausstellung „Light Pattern“ feststellen, dass allen drei Künstlern vor allem ein kraftvoller Ausdruck eigen ist. Egal ob mit Farbe oder Form, ob mit Buntstiften, Öl oder Tusche gearbeitet wird: Jörg und Jana Hampe und Jan Ahlborn schaffen es mühelos, die Augen der Betrachtenden gleiten zu lassen über die Oberflächen, durch Strukturen hindurch, an den Linien und Farben entlang. „Light Pattern“ gibt ein bildgewaltiges Beispiel für die Kunstfertigkeit der drei Künstler – eine Fertigkeit, die in dieser Familie besonders vorhanden zu sein scheint.

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Die Ausstellung „Light Pattern“ ist noch bis zum 28. Februar 2026 in der Galerie im Autohaus Steingraber (Robert-Bosch-Straße 1, 83607 Holzkirchen) zu sehen. Sie ist werktäglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr und samstags von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr geöffnet.

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