Leben muss man selber

Ferdl Eichner in der Weyhalla. Foto: Petra Kurbjuhn

Konzert in Weyarn

Um die Texte seiner Songs allen, auch den nichtbayerischen Zuhörern verständlich zu machen, gab Ferdl Eichner zunächst einen Crashkurs. „Wisst ihr, was ein Hoagascht ist, also ein Zusammentreffen von Musikanten oder Jam session. Und ein Gsschpusi, das ist ein Mädel, mit dem man gern zusammen ist.“ Dann konnte es losgehen.

Der landauf landab als Bluesharp-Virtuose bekannte Musiker, der nicht nur auf dem Kopf stehend bläst, sondern auch auf zwei Mundharmonikas gleichzeitig, der Töne so lange halten kann, bis es der Zuhörer schon fast nicht mehr erträgt und hofft, dass der Musiker bald wieder atmet, dieser Ferdl Eichner zeigte sich von einer anderen Seite.

Leben kann man nicht kaufen

Er spielte und sang Lieder, begleitet von Gitarre oder Harp und erzählte zwischendurch, was ihn gerade bewegte und was ihn zu seinen Texten inspiriert hatte. Das konnten ganz schlichte Dinge wie Leberkäs und Wurscht, was sich auf Durscht reimt, sein, aber auch tiefgründige. So erzählte Ferdl Eichner vom World Happiness Index, bei dem wohl Costa Rica vor Deutschland liegt, was heißt, Geld allein macht nicht glücklich. „Ein dickes Konto beruhigt zwar, aber leben muss man selber“, meinte der Musiker und schloss sein Lied an, in dem es heißt, dass man das Leben nicht kaufen kann.

Ferdl Eichner ist nicht nur Musiker, sondern auch Skiprofi und Windsurfer. Und so nahm es nicht wunder, dass er in einem Lied von einem Ort erzählte, wo er sich besonders wohl fühlt, „am Feuer am Strand, die ganze Nacht“. Dabei verkennt er die Gefahren keineswegs, in „Wenn der Berg ruft“ geht es außerordentlich dramatisch zu, der in Moll geschriebene Song zeigt, dass es kein Entrinnen gibt, wenn die Lawine kommt.

Endstation Weyhalla

Und dann doch wieder ein Instrumentalstück auf der Harp, die lautmalerische Zugimitation. Der Zug pfeift, kommt näher, entfernt sich und hält dann doch an. Endstation Weyhalla. Und der Harpmagier kann wieder all seine musikalischen Finessen aufbieten.

Ebenso in der Fleetwood Mac Adaption „O well“, die bei Ferdl Eichner „O mei“ heißt, ein schräger Text von krummen Füßen und anderen Verrücktheiten, aber musikalisch mitreißend, denn er präsentiert das Stück, das im Original von drei Gitarren gespielt wird, auf nur einer, dafür voller Leidenschaft, Musikalität und Virtuosität.

Immer dann, wenn der Meister der Harp zum Mississippi Delta, zu Robert Johnson und anderen Musikern des Blues, die Musik des Teufels, wie eine Legende erzählt, greift, immer dann ist er ganz besonders gut. Er ist eben nicht umsonst schon heute die Bluesharp-Legende des Oberlands.

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