Der Runde Tisch von KulturVision vernetzt

Otto Wesendonck

Skulptur von Otto Wesendonck zum Schlierseer Kulturherbst. Foto: Ines Wagner

Der Runde Tisch von KulturVision Online

Der 3. Runde Tisch von KulturVision e.V. im Jahr 2021 war von gedämpftem Optimismus in Sachen Kultur, von kreativen Ideen und Forderungen an die Politik für die Zukunft geprägt. 20 Teilnehmende aus 12 Kommunen tauschten ihre Erfahrungen aus.

Am Ende stand die Forderung von Johannes Wegmann, Organisator des Schlierseer Kulturherbstes, der Landkreis Miesbach solle sich Gehör verschaffen. Es gehe nicht an, dass man im Restaurant ohne Maske sitzen könne, bei Kulturveranstaltungen aber die Maske aufsetzen müsse. Er wünsche sich „Kunstgenuss ohne Masken“.

Der Runde Tisch von KulturVision vereint Kulturverantwortliche

Unter der Moderation von Sibylle von Löwis fanden sich die unterschiedlichen mit der Kultur im Landkreis befassten Teilnehmer online zusammen, unter ihnen auch Waakirchens 1. Bürgermeister Norbert Kerkel und Bad Wiessees 3. Bürgermeister Rolf Neresheimer.

Unter den zurückliegenden gemeinsam am Runden Tisch organisierten Projekten wurde insbesondere „Kunst im Schaufenster“ hervorgehoben, in Holzkirchen initiiert und dann über Otterfing, Bad Wiessee, Tegernsee nach Miesbach geleitet, wo die Präsentation derzeit noch äußerst erfolgreich läuft. Die Verbindung von Kunst und Einzelhandel habe sich bewährt, betonte Miesbachs Kulturamtschefin Isabella Krobisch.

Vielfalt im Ehrenamt
Flyer Vielfalt im Schaufenster. Grafik: Uli Henking

Anschließend an diese Aktion läuft jetzt „Vielfalt im Schaufenster“, eine Initiative der Ehrenamtsagentur HELP gemeinsam mit KulturVision, in Holzkirchen. Vereine präsentieren auf Fotos ihre Vielfalt, ihr Engagement und laden dazu ein, sich ehrenamtlich zu betätigen. Auch diese Ausstellung geht auf Wanderschaft und wird im Anschluss zunächst in Otterfing zu sehen sein.

Kunst und Umwelt
Projekt Segelboot von Agnes Wieser und Wolf Stadler. Foto: Petra Kurbjuhn

Die von KulturVision organisierte Kulturspende konnte bereits an einige der Initiativen ausgezahlt werden, so an das Segelboot-Projekt von Agnes Wieser und Wolf Stadler, das auf bedrohte Tierarten aufmerksam macht, oder an die erfolgreich gelaufene „Schaufensterbühne“ in Holzkirchen. Beide Projekte waren auch als Filmbeiträge bei OLATv.de zu sehen.

Schaufensterbühne
Projekt Schaufensterbühne. Foto: Petra Kurbjuhn

Sibylle von Löwis informierte über die Ausschreibung der Marktgemeinde Holzkirchen für Kunst im öffentlichen Raum. Aus 15 Einreichungen entschied sich die Jury für ein interaktives Konzept für den Marktplatz und eine Wand „58 und ich“ am KULTUR im Oberbräu. Wettbewerbsgewinnerin Sabine Kühner stellte ihre Einreichnung vor, die am 16. Juli offiziell eingeweiht wird.

Kunstprojekt in Holzkirchen
Projekt „58 und ich“ von Sabine Kühner. Foto: Sabine Kühner

Ein neues Projekt von KulturVision, entstanden in Corona, um Künstlern die Möglichkeit zu geben, sich zu präsentieren, stellte Becky Köhl vor. Die Idee einer Online-Galerie war am Runden Tisch geboren. Peter Rau von „kunst und mehr“ hatte eine Kooperation dazu angeboten. In den vertiefenden Gesprächen gemeinsam mit der Holzkirchner Künstlerin Sabine Kühner allerdings hatte sich herausgestellt, so die 2. Vorsitzende des Vereins, dass es einfacher sei, eine Online-Galerie auf der Webseite von KulturVision zu installieren. Dieser Weg, den auch die beteiligten Künstlerinnen und Künstler favorisieren, werde jetzt weiterverfolgt.

Kulturbörse vermittelt Künstler

Parallel dazu will KulturVision aber auch Musiker, Literaten, Schauspieler aus dem Landkreis unterstützen und richtet derzeit auf der Webseite eine Kulturbörse ein. An diese können sich Veranstalter oder Unternehmen wenden, die Mitwirkende für eine Feier oder Umrahmung eines Firmenevents suchen.

Kulturbudget für Kommunen

Ein zentraler Wunsch des Runden Tischs von KulturVision ist es, dass die Kommunen im Landkreis über ein eigenes Kulturbudget verfügen, das von einem Kulturreferenten für die örtliche Kulturszene verwendet werden kann. Beispielhaft hat dies jetzt Gmund umgesetzt. Kulturreferent Josef Stecher informierte, dass 12.000 Euro pro Jahr zur Verfügung stehen. In diesem Jahr werde die Online-Präsentation der gmundart sowie das Projekt Higstäid in Gut Kaltenbrunn unterstützt.

Sehweg
Paar von Ekaterina Zacharova bei „Higstäid“ in Gut Kaltenbrunn. Foto: Bérénice Salvan

Wie wichtig die Kultur dafür sei, dass der Raum Miesbach wahrgenommen wird, betonte Johannes Wegmann, Organisator des Schlierseer Kulturherbstes. KulturVision sei dafür das Bindeglied. Coronabedingt werde der Kulturherbst 2021 etwas kleiner, aber hochkarätig ausfallen. Er hob insbesondere zwei Ausstellungen, zu denen Kunstbegegnungen vorgesehen sind und den Polittalk von Gerhard Polt und Markus Ederer hervor.

Brigitte Appelt informierte über den Kräutermarkt in Fischbachau und Rolf Neresheimer empfahl einen Besuch des Films „Stimme des Regenwaldes“ um auch Kinobetreiber zu unterstützen.


Andreas Kern und Hanno Sollacher im Brandner Kasper. Foto: privat

Auf die desaströse Situation des Theaters in Coronazeiten machte Andreas Kern aufmerksam. Der Leiter des Tegernseer Volkstheaters informierte, dass der „Brandner Kasper“ am Kurpavillon mit besonderen Auflagen geplant sei, die Planung aber an der Unsicherheit, sowohl wettermäßig als auch an den geforderten Hygienemaßnahmen leide. „Corona wirft uns um Jahre zurück“, konstatierte er, „aber wir sind optimistisch.“

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Die schwierigen Zeiten belegte Isabella Krobisch so: „Wir haben im Waitzinger Keller 24 Veranstaltungen bereits dreimal verschieben müssen.“ Schwierig sei auch die Gestaltung des Ferienprogramms. Deshalb rief sie Interessenten dazu auf, ihre Angebote zu melden.

Poesie-Baum in Schliersee

Für Kinder hat der Verein „Schliersee liest“ ein spannendes Projekt kreiert, informierte Matthias Schrön. Unter der Anleitung von Ingo Cesaro entwarfen Kinder Haikus, die an einem Posie-Baum im Kurpark aufgehängt wurden. „So sehen sich Kindern neben den großen Bildhauern mit ihren Werken“, sagte der Schlierseer Tourismuschef.

Eine besondere Ausstellung plant die Gemeinde Weyarn anlässlich des 130. Geburtstages des Malers Rudolf Groeschel, wie Katja Klee vom Mitmachamt mitteilte. Sie präsentiert Werke des Künstlers, bestehend aus Leihgaben, vom 21. August bis 7. September.

Der nächste Runde Tisch findet am am 13. Oktober um 18 Uhr statt.

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