Kunst und Realität: Am „Sehweg higstäid“

Sehweg

Paar von Ekaterina Zacharova. Foto: Bérénice Salvan

Open-Air-Ausstellung in Gmund

Vor der Traumkulisse des Tegernsees sind bis zum 31. August 20 Künstlerinnen und Künstler mit ihren Werken auf der Picknickwiese von Gut Kaltenbrunn präsent. Die Eröffnung am Samstag geriet zu einem fröhlichen und inspirierenden Miteinander der Kulturschaffenden und Gäste.

„Die Wiese animiert zur Interaktion“, brachte es Ekaterina Zacharova auf den Punkt. Ihre Bilder lassen die Grenze zwischen Kunst und Realität vermischen. Man glaubt, dass da ein echtes Paar vor dem Panorama sitzt. Auch ihr Bild im Biergarten von Gut Kaltenbrunn ist der Wirklichkeit abgelauscht, die Gäste sitzen wie auf dem Bild zwischen den Bäumen.

Lesetipp: „Hibatzld?“ – Eben nicht!

Die zweite Aktion der Organisatoren von „Hibatzld“ ist eine coronaconforme kreative Präsentation von Kunst im öffentlichen Raum. Nach dem großen Erfolg der Ausstellung im ehemaligen Rinderstall von Gut Kaltenbrunn im Oktober 2020 haben Christine Otsver, Klaus-Peter Frank und Eckhard Rocholl mit Unterstützung von Gut Kaltenbrunn einen beeindruckenden „Sehweg higstäid“.

Sehweg
Die Organisatoren: Eckard Rocholl, Christine Otsver und Klaus-Peter Frank (v.l.). Foto: MZ

Klaus-Peter Frank bemühte die griechische Mythologie, um die Intensive Vorbereitung der Präsentation zu beschreiben. Man fühle sich wie Herkules, der bekanntlich zur Abbüßung seiner Sünden den Augiasstall ausmisten musste und der Atlas austrickste, um das Himmelsgewölbe wieder loszuwerden.

Möglich geworden sei die Präsentation durch die Unterstützung der Kunst- und Kulturstiftung Siebeneichler, der Tegernseer Tal Tourismus GmbH und der Gemeinde Gmund, betonte Christine Otsver. Eckard Rocholl gab seiner Freude Ausdruck, dass Kunst im öffentlichen Raum gezeigt werde und sagte: „Kunst braucht Publikum“.

Sehweg
Manfred Lenzer: Bella Italia. Foto: Bérénice Salvan

Um den Sehweg den ganzen Sommer über lebendig zu halten sind begleitend zur Ausstellung eine Reihe von Aktionen geplant, die auf der Webseite von Hibatzld aktuell angekündigt werden.

Aber schon jetzt ist ein Spaziergang über die Picknickwiese lohnenswert. Manfred Lenzer vermittelt mit Fotografie aus Italien dolce vita.

Sehweg
Sandro Thomas, Lizzy Hladik und Agnes Wieser mit ihren Blumen. Foto: Bérénice Salvan

Lizzy Hladik, Agnes Wieser und Sandro Thomas haben sich zusammengetan und auf der Wiese Blumen gepflanzt. Löffelblume, Wiesenblume und Pusteblume als Skulpturen beleben den Hang. Springende Delphine aus Edelstahl von Lizzy Hladik vermitteln Lebensfreude und Leichtigkeit, die diese Ausstellung auszeichnen.

Sehweg
„Eminenz“ von Waltraud Milazzo. Foto: Bérénice Salvan

Waltraud Milazzos Keramiken säumen den Weg. Das schwarze Schaf, Ikarus, Eminenz und Balance zeigen die Vielseitigkeit, Tiefgründigkeit und den Humor der Rottacher Künstlerin.

Sehweg
„Vermessen macht die Erde untertan“ von Peter Remmling. Foto: Bérénice Salvan

Auf dem Weg hinunter zum See hat Peter Remmling seine Installationen platziert. Der Künstler, bekannt durch seine kritische Weltsicht, nennt ein Werk „Vermessen macht die Erde untertan“. Immer würde alles vermessen, erklärt er, die Bewertung eines Menschen erfolge über seinen Besitz, wie viele Milliarden ein Reicher habe. Und dieses Vermessen, das er durch eine Schublehre zeigt, schade unserem Planeten.

Die wetterfesten Installationen am Sehweg werden ergänzt durch Malerei, die in Gondeln einsehbar sind. Eine Gondel hat Klaus-Peter Frank gestaltet und nennt sie „Kapelle in der Gondel“.

Sehweg
„Angetanzt“ von Lisa Mayerhofer. Foto: Bérénice Salvan

Ganz am Ende des Sehweges findet sich eine Installation von Lisa Mayerhofer. Die Miesbacher Künstlerin, die immer wieder vorhandene, gefundene Materialien für ihre Werke benutzt, hat hier Holz aus Tanzböden zusammen mit Sicherheitsglassplittern von Abhöranlagen aus Berlin zu drei Stelen zusammengefügt und mit Gold ergänzt.

Alle Künstler
Künstler und Sponsoren auf der Wiese. Foto: Bérénice Salvan

Folgende Künstler sind darüber hinaus mit ihren Arbeiten präsent: Ute Breul-Schneider, Volker Camehn, Katherina Eisenberg, Bert Engelmann, Massimo Fiorito, Herb Schwarz, Alexander Stiegler, Susanne Stubner, Markus Trinkl und Giancarlo Viviani.

Kunst auf der Wiesn
Sehweg. Foto: Bérénice Salvan

Im Laufe der Ausstellung sind eine Reihe von Veranstaltungen geplant, die Sie der Webseite entnehmen können.

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