STOA169

Einladung zur STOA169

Gesamtsicht STOA169. Foto: E.J.J. Rittenschober

Kunstprojekt in Polling

Eine Halle der Kunst mitten in der Natur, getragen von über 121 individuell gestalteten Säulen, geschaffen von international renommierten Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt – das ist STOA169 auf einer Wiese unweit des Dorfes Polling und wurde von dem renommierten Künstler Bernd Zimmer initiiert. KulturVision lädt zum 5.Geburtstag zur Exklusivführung ein.

„Wir sollten die Welt vom All aus betrachten, nicht das Trennende sehen, sondern verstehen, dass wir auf einer Erde leben, ein Planet, eine Menschheit und das ist alles in dieser Halle“, beschreibt der Künstler im Video seine Idee. „In der STOA169 verlässt die bildende Kunst die Exklusivität des Museums und bildet einen öffentlichen Raum“, erklärt er. Dies habe es in dieser Form noch nie gegeben und solle eine philosophische Wandelhalle für Demokratie, Völkerverständigung, Aufklärung für einen friedlichen gemeinsamen Weg sein.

Die Idee dafür sei ihm bei einer Indienreise im Winter 1989/90 gekommen, als er die Heiligtümer der Hindu besuchte und sich insbesondere für die Säulenhallen von 100 bis 1000 Säulen vor dem Allerheiligen interessierte, die unterschiedlich künstlerisch gestaltet sind.

Atelier Wild
Bernd Zimmer und Andreas Kuhnlein in einer Ausstellung im Atelier Wild München. Foto: Petra Kurbjuhn

„Als ich 2016 gemeinsam mit meiner Frau Nina nach Indien reiste, drängte sich mein langjähriger Wunsch, das Großprojekt einer Säulenhalle mit über hundert Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt zu realisieren, erneut auf. Die Umsetzung sollte nicht länger aufgeschoben werden. In Zeiten von Kriegen und Hungersnöten, von Vertriebenen und Geflüchteten, war und ist es mir ein besonderes Anliegen, mit diesem Künstlerprojekt ein Zeichen für internationale Solidarität und Frieden zu setzen. Eine Halle, getragen von über hundert individuell gestalteten Säulen, geschaffen von Künstlerinnen und Künstlern aller Kontinente, wird zum Zeichen von Grenzenlosigkeit, friedlicher Koexistenz und der Achtung der Freiheit des Anderen.“ So schreibt Bernd Zimmer auf der Webseite. 2021 konnte er mit Unterstützung einer Fachjury, die die beteilgten Künstler auswählte, sowie Sponsoren die Säulenhalle einweihen.

STOA169
STOA169 Ausschnitt. Foto: STOA169 Stiftung

In der STOA169 gestalteten die Künstlerinnen und Künstler Säulen oder Pfeiler, die ein gemeinsames Dach tragen. Die Säulen werden in der Halle STOA169 – „demokratisch“ – mit immer gleichem Zwischenraum angeordnet. So stehen sie in einem angemessenen Abstand nebeneinander als Vertreter unterschiedlichster kultureller Vorstellungen in Form bildender Kunst. Die STOA169 setzt ein gemeinsames
Zeichen für weltweit friedliche Koexistenz, Solidarität, Verständigung der Völker untereinander und Achtung der Natur,

Einladung zum Dialog

Das Konzept der STOA169 bietet eine umfassende, übergreifende Kunsterfahrung, die die Besucherinnen und Besucher der Halle – mitten in der Natur gelegen – mit einbezieht. Die Kunstwerke beziehungsweise die Säulen sind aus ihrem ursprünglichen lokalen Kontext gelöst, haben aber eine gemeinsame tragende Aufgabe, sie bilden ein Universum. Sie entwickeln einen Dialog, eine Aura in ihrer tragenden Kraft, die über eine übliche, räumlich abgeschlossene Kunstausstellung hinausreicht. Die Besucherinnen und Besucher erleben einen bühnenähnlichen, aber offenen Raum, eine Ausstellung, in der sie selber zu Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden. Die Säulenhalle wird zum Ereignisraum, die STOA169 zum Kunstereignis.


Eckansicht STOA169. Foto: J.J.E. Rittenschober

Die STOA169 verdeutlicht die Diversität der künstlerischen Ausgestaltung, das Zusammenspiel von Farbe, Form und Material kreieren eine überraschende, überwältigende, zur Betrachtung und Vertiefung einladende Situation. Das Nebeneinander unterschiedlicher Vorstellungen von Kunst – gedacht und erfahrbar in der schlichten Form einer Säule oder Stele – zeugt in der STOA169 vom Denken der Künstlerinnen und Künstler sowie der bildenden Kunst unserer Welt. Es entsteht eine Insel des freien Diskurses.

Kunststaat als Stellvertreter

Die STOA169 versucht durch ihren universalen, grenzübergreifenden Ansatz wenigstens einen Teil der bildenden „Kunst“welt – als symbolischen Ersatz – zu einem utopischen, globalen „Kunststaat“ zusammenzuführen. Sie beabsichtigt einen Kontext – die Konstruktion eines Repräsentationsraums – zu entfalten und anzubieten, die eine aufgeklärte, universalistische Zukunft andeutet. Die Manifestationen der bildenden Kunst fungieren als Stellvertreter der Länder und Nationen, gleichzeitig überzeugen sie als selbstständige Kunstwerke, die den individuellen Ausdruck feiern.

Blick in die Säulenhalle. Blick in die Säulenhalle. Foto: Oehlmann Photography

„Mir ist es wichtg, dass an diesem Ort die Einzigartigkeit der Natur gleichzeitg mit der Kunst wahrgenommen werden kann“, sagt Bernd Zimmer. Über 350.000 Interessierte, nicht nur aus Bayern und Deutschland, sondern aus allen Teilen der Welt, haben das außergewöhnliche Gesamtkunstwerk bereits besucht.

Das Projektwird von der als Träger fungierenden Stiftung STOA169 unterstützt.

KulturVision lädt seine Mitglieder zu einer Führung mit Bernd Zimmer am 15. September um 11 Uhr in Polling ein. Anmeldungen dazu bitte unter termine@kulturvision.de. Es werden Fahrgemeinschaften nach Polling gebildet.

Zum Weiterlesen: „Nichts bleibt, alles wandelt sich“

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