
Kunst macht Spaß 2.0
Vernissage im Kunsthaus Hausham. Foto: Hannah Miska
Zweite Ausstellung „Kunst macht Spaß“
Wäscheklammern und Eierbehälter, Bindfäden, Büroklammern und Putzschwämme, Bucheckern und Tannenzapfen – dies alles zusammen mit Papier und Kartonagen, die normalerweise in unserer Papiertonne landen, sind die Ingredenzien für die kreativen Arbeiten von Kindern der Grund- und Mittelschule Hausham, die bis Freitag im Kunsthaus Hausham zu sehen sind.
Lisbeth Leidgschwendner, Kulturreferentin der Gemeinde Hausham, hatte die Idee: Die kreativen Ergebnisse der Mittagsbetreuung der Grund- und Mittelschule Hausham im Kunsthaus zu präsentieren. Und da die Ausstellung ein voller Erfolg war im letzten Jahr, gibt es heuer eine Wiederholung: Kunst macht Spaß 2.0.

Die Künstlerinnen und Künstler mit ihren Mittagsbetreuerinnen, Lisbeth Leidgschwendner (3.v.r.) und Bürgermeister Johann Harraßer (Mitte). Foto: Hannah Miska
Sport, Spielen und Basteln
Seit mittlerweile mehr als 20 Jahren gibt es die Mittagsbetreuung Hausham. Hier werden – und das ist das Tolle an dieser Einrichtung, deren Träger die Gemeinde ist – nicht nur die Hausaufgaben betreut, sondern zahlreiche Aktivitäten angeboten: Die Kinder können Sport machen in der Turnhalle oder Fußball spielen, sie können gemeinsam Karten- oder Gesellschaftsspiele machen oder sie können basteln, malen und gestalten. Sechs Mittagsbetreuerinnen (Simone Kriechbaumer, Nicole Heil, Yvonne Hillebrand, Maria Hainzer, Christine Danzer und Switlana Sobetska) sorgen dafür, dass die Kinder bei all ihrem Tun professionell betreut werden.

Tilly mit Katze. Foto: Hannah Miska
„Wir haben hier Kinder aus vielen Nationen“, erzählt Christine Danzer, „aus Indien zum Beispiel und aus Albanien, Bosnien oder Myanmar. Die Kinder haben freie Wahl, was sie machen möchten.“
Mittagsbetreuung mit Konzept
Elektronische Sachen, also Spiele auf dem Computer oder Handy, sind tabu, erfahre ich von Frau Danzer. Nur einmal im Jahr schauen die Kinder gemeinsam einen Film und zwischendurch gibt es ein für die Jahreszeit typisches Fest, also eine Faschings- oder Halloweenparty. Auch dahinter steckt ein Lernkonzept: Die Kinder sollen lernen, das Jahr zeitlich zu strukturieren.

Roboter. Foto: Hannah Miska
Natur, Ökologie und Zukunft
Es ist laut geworden im Kunsthaus – es herrscht ein Lärmpegel, der bei einer Erwachsenen-Vernissage selten erreicht wird, bemerkt eine Besucherin lachend. Die Kinder wirbeln herum, bedienen sich bei Gummischnüren und -schlangen und schleckern Wassermelone. Vor allem aber sind sie bei ihren Kunstobjekten anzutreffen, die sie voller Stolz herzeigen. Da gibt es Bilder in Acryl und Wasserfarben oder mit raffinierter Mischtechnik – mit Tiermotiven und Blumen, aber auch abstrakte Kunst.

Elissa und Anais (v.l.), 4. Klasse, neben ihren Bildern. Foto: Hannah Miska
Die Objektkunst nötigt Respekt ab: Eine komplexe Landschaft mit großem Haus, Siedlung und Tieren empfängt die Besucher im Hauptraum. Liebevolle Details wie Balkone mit Geranien fehlen nicht und Valentina, eine von mehreren kleinen Künstlern dieses Kunstwerks, hat in Form einer Dachbegrünung sogar einen ökologischen Fußabdruck dargestellt.

Objektkunst mit ökologischem Fußabdruck. Foto: Hannah Miska
Von der Decke fliegen Singvögel; Bäcker, Handwerker, Gärtner und Künstler kommen – eine reale Zukunftsvision – als Roboter daher; das sogenannte Klavierzimmer ist zu einem Meeresaquarium geworden.

Majky, 1. Klasse, mit seinem Aquarium. Foto: Hannah Miska
Talentschule
Das vielseitige Talent der Kinder, das hier bestaunt werden darf, ist beeindruckend, und es ist vorbildlich, dass dieses Talent so intensiv gefördert wird. „Wenn ich eine solche Förderung erfahren hätte, wäre aus mir vielleicht auch eine Künstlerin geworden“, schmunzelt eine Besucherin.

Sophie, 4. Klasse. Foto: Hannah Miska
Auf die Frage, was sie denn am liebsten machen in der Mittagsbetreuung, antworten Valentina und Majky jedenfalls wie aus einem Munde: Basteln!