Worte für ein inklusives Wir: Klartext zur „Muslimfrage“

Muslimfrage

Kind beim Beten in der Moschee. Foto: pixabay

Neuerscheinung auf dem Buchmarkt

Vor 25 Jahren gründete der Schweizer Theologe Hans Küng die Stiftung Weltethos für interkulturelle und interreligiöse Forschung, Bildung und Begegnung. Als Mitarbeiter der Stiftung befasst sich Muhammad Sameer Murtaza insbesondere mit Islamforschung und hat soeben ein neues Buch zur „Muslimfrage“ und einem inklusiven Wir herausgegeben.

Der Titel ist vielversprechend: Worte für ein inklusives Wir: Klartext zur „Muslimfrage“ nennt der Islamforscher sein Werk, in dem er spannende Fragen beleuchtet.

Da wäre die Frage: Wer ist Wir? Gehören Muslime zu diesem Wir dazu? Wie kann der Weg zu einem inklusiven Wir aussehen?

Muslimfrage

Der Autor geht auf die lange Geschichte der Muslime in Deutschland ein und stellt sich der Frage Grundgesetz oder Qur’an? Wie passen der säkulare Staat und die muslimische Gemeinschaft zusammen?

Er fragt auch: Können Muslime Deutsche sein? Und wie steht es mit dem deutschen Nationalstolz? Eine hochaktuelle Frage ist: Soll man mit Sympathisanten von Rechtspopulisten reden?

Murtaza Muslimfrage
Islamforscher Muhammad Sameer Murtaza. Foto: privat

Im Klappentext des Buches heißt es: „Europas Kultur ist ein Zweistromland und wird von drei Flüssen bewässert. Die Quelle des einen Stromes sprudelt in Israel, die des anderen in Griechenland. Und die Flüsse, das sind die Texte der griechischen Philosophie, der islamischen Aufklärung und die Bibel.“

Deutschland, ein Land auf der Suche nach seiner Identität und dabei im Begriff, sich zu zerreißen. Muslime werden zur beliebten Projektions- und Abgrenzungsfläche dessen, was es nicht heißt, Deutscher zu sein.

Die Muslimfrage im Kontext unserer Zeit

Scharfsinnig fragt Muhammad Sameer Murtaza, warum wir in einer säkularen Demokratie eigentlich ständig von Muslimen und nicht von Mitbürgern muslimischen Glaubens sprechen. Und geht es eigentlich tatsächlich um Muslime oder eher um die berechtigten Abstiegsängste der deutschen Mittelschicht im Zeitalter von globalen Online-Versandhändlern und transnationalen Konzernen?

Identität, Migration, Leitkultur, das Verhältnis von Staat und Religion, rassistische Gewalt, an diesen Themen arbeitet sich Murtaza mit Bezug auf die deutsche Geschichte und die Werte des Grundgesetzes ab. Kritisch nach allen Seiten hin entwirft er eine große Erzählung eines inklusiven Wir.

Lesetipp: „Brandstifter oder Friedensstifter?“

Damit trägt das aktuelle Buch von Muhammad Sameer Murtaza zum Anliegen der Stiftung Weltethos bei, interkulturelle und interreligiöse Forschung und Bildung zu betreiben und zu Verständnis anderer Kulturen beizutragen.

Hans Küng
Hans Küng bei einem Treffen der Stiftung Weltethos. Foto: MZ

Die Grundidee von Hans Küng ist nach 25 Jahren aktuell und bedeutsam: Alle Weisheitslehren dieser Welt haben gemeinsame Werte. Die Goldene Regel beispielsweise, nach der man sich seinen Mitmenschen gegenüber so verhalten soll, wie man selbst behandelt werden möchte, findet sich in allen Traditionen wieder. Ebenso die Forderung, dass alle Menschen menschlich behandelt werden müssen und Werte wie Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit sowie Partnerschaft von Mann und Frau.

Diesen gemeinsamen Wertekanon nannte Hans Küng „Weltethos“. Jedoch muss dieser Wertekanon immer wieder neu bewusst gemacht, gelebt und weitergegeben werden.

Weitere Informationen zur Stiftung Weltethos. Im Landkreis Miesbach ist das Netzwerk Integration Ansprechpartner für Integration.

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