Virtuelle Angebote im Domicilium Weyarn

Virtuelle Angebote

Krankenschwester mit Hospizgast. Foto: Stiftung Domicilium e.V.

Domicilium online

Die Coronakrise hat auch das Domicilium in Weyarn kalt erwischt. Die Hospizgemeinschaft steht vor schwierigen Aufgaben, um die Bewohner zu schützen, das Seminarhaus musste geschlossen werden. Virtuelle Angebote für Vorträge und Meditationen sowie für Kontakte zu Verwandten der Gäste sollen helfen, die Krise zu meistern.

Heute Nachmittag um 17 Uhr gibt es wieder einen Vortrag von Professor Michael von Brück. Der evangelische Theologe und Zenmeister wird zum Thema „Was geht uns Ostern an? Meditationen über das Geheimnis des Lebens“ in einem Onlineseminar sprechen. Hier können Sie sich noch bis 15 Uhr anmelden.

Sie bekommen dann einen link zugeschickt, mit dem Sie sich in die virtuelle Gemeinschaft einklicken können. Am Mittwoch, 15. April, lädt Michael von Brück zu einem ganztägigen Virtuellen Zazenkai ein.

Virtuelle Angebote
Michael von Brück bei einem Vortrag im Domicilium 2017. Foto: Petra Kurbjuhn

Lesetipp: Interreligiöse Vielfalt in der Palliativ- und Hospizarbeit

Am vergangenen Montag sprach der Rektor und spirituelle Leiter der Akademie Domicilium zum Thema „Angst“ in einer großen virtuellen Gemeinschaft. Er sagte: „Gerade die Erfahrung von Vergänglichkeit lehrt, dass sich das Leben jetzt ereignet. Wir leben dann gut, wenn wir in Dankbarkeit das Leben in der Konzentration auf den Augenblick annehmen können. Das allerdings hält nicht nur Friede und Freude für uns bereit, sondern auch Auseinandersetzung und Schmerz. In der Welt, in unseren engen Beziehungen zueinander, in uns selbst. Am Schmerz können wir reifen, wenn wir nicht nur intellektuell begreifen, sondern mit allen Emotionen erleben können, dass wir eingebettet sind in den unermesslichen Strom des Lebens.“

Virtuelle Angebote
Der Meditationsraum Sanbo Zendo bleibt vorerst leer. Foto: Stiftung Domicilium e.V.

Er warnte davor, das Virus mit spiritueller Energie aufzuladen, aber er rief dazu auf, etwas Wesentliches zu lernen: „Wir haben uns mit unserer Lebensweise gegen die Natur gestellt, in vielen Bereichen gar gegen das Leben. Das können, müssen und wollen wir ändern. Und diese Änderung ist nicht ein qualvolles Verzichten, sondern Entdeckung, die Freude macht.“ Dieses Lernen möge besonders im Rückzug auf die inneren Kräfte des Mitgefühls stattfinden, die man vielleicht jetzt stärker entwickeln könne als gewöhnlich. „Das ermöglicht Überwindung von Angst.“

Virtuelle Angebote sollen kompensieren

Mit derartigen Online-Angeboten hoffe man, den durch die Coronakrise bedingten Ausfall ein wenig kompensieren zu können, sagt Sebastian Snela, 1. Vorsitzender der Stiftung Domicilium e.V.

Virtuelle Angebote
Die Hospizgemeinschaft Domicilium. Foto: Stiftung Domicilium e.V.

Für die Hospizgemeinschaft bedeutet die Krise vermehrte Anstrengungen, um der Fürsorgepflicht für die Gäste nachzukommen. Derzeit bewohnen acht Kranke und Sterbende die Gemeinschaft. Man habe sofort Hygienepläne erstellt und zwei komplett getrennte Teams für das Hospiz und das Seminarhaus gebildet, sowie ein Ersatzteam im Hintergrund gehalten.

Drigend Atemschutzmasken gebraucht

„Aber wir brauchen dringend professionelle Atemschutzmasken“, sagt Sebastian Snela, im Augenblick reiche der Vorrat nur noch für zwei Wochen. Bisher sei das Haus noch nicht vom Virus betroffen und man wolle strikte Prävention betreiben. Er gehe davon aus, dass der Peak der Neuinfizierten noch nicht erreicht sei, „wir stehen erst am Anfang“.

In einem Interview mit Bayern 2 erklärte der Sohn von Helena und Bogdan Snela, die das Haus gründeten und der es jetzt in ihrem Sinn weiterführt: „Wir verbinden unsere Hospizgäste virtuell mit Verwandten und Freunden.“ Und man führe intensive Gespräche mit ihnen, die dokumentiert werden, wie sie sich für den Ernstfall entscheiden.

Einkehr und Stille

Für Sebastian Snela ist in dieser schweren Zeit Einkehr und Stille wichtig, um einen klaren Kopf zu behalten. „Ich muss eine professionelle Sicht einnehmen, um der Verantwortung gerecht zu werden“, sagt er. Aber er sei auch dankbar für die sich eröffnenden Chancen. „Wir halten zusammen“, ist er überzeugt. Es gebe wunderbare menschliche Begegnungen und daran könnten alle wachsen.

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