Symphkirchner Hotellgeschichten

Vaschingxkoncert

Die „Symphkirchner Holzphoniker“ erzählen im Vaschingxkoncert musikalische „Hotellgeschichten“. Foto: Verena Huber

Konzert in Holzkirchen

Fasching – die närrische Zeit. Die macht vor gar nichts Halt. Nicht einmal vor einem klassischen Konzert. Und das ist auch gut so. Die „Symphkirchner Holzphoniker“ bringen mit ihrem jährlichen Vaschingxkoncert ein bisschen Schwung in diese teils steife Angelegenheit. Kostüme, Einlagen und Witze vorprogrammiert.

Wie bei einer Polonaise ziehen sie in den Saal des KULTUR im Oberbräu in Holzkirchen ein. Allen voran ein Alt-Herren-Akkordeon-Spieler und eine Mäuse-Dame mit Trommel. Gemeinsam singen sie den bekannten Gassenhauer „Schaug hi, do liegt a toter Fisch im Wasser“. Was das alles mit dem Titel des Abends „Hotellgeschichten“ zu tun hat wird sich im Laufe des Konzertes erst noch rausstellen.

Alles rund ums Hotel

„Hotellgeschichten“ also – wer die Kostüme der Musiker studiert kann da ein gewisses Muster erkennen. Der geschulte Zuschauer findet dort vor allem Hotelpersonal, aber wohl auch ein paar ungewöhnliche Gäste. Sommerfrischler, Bergsteiger, eine Polizistin und ein Irokese. Eine bunte Mischung eben.
Genau wie das Programm des lustigen Konzertabends. Es kommen bekannte und weniger bekannte Melodien von Josef Strauß, Johann Strauss Sohn, Franz Lehár und anderen Komponisten zu Gehör. Und alle Stücke bekommen durch die gewitzten, meist frei erfundenen Geschichten von Sven Ahnsjö plötzlich einen Bezug zum „Hotell zum Oberbräu, dem vermutlich letzten Hotel ohne Übernachtungsmöglichkeit“.

Vaschingxkoncert
Andreas Ruppert und Sven Ahnsjö. Foto: Verena Huber

Die Zuhörer erfahren beispielsweise wie anno dazumal das Pizziccatto (Zupfen der Geigensaiten) rein zufällig erfunden wurde, als das Hotel-Orchester seine Geigenbögen verlor. Oder wie der für ein Amboss-Abzeichen übende Hans F. im Nachbar-Zimmer zur Komposition „Der kreuzfidele Kupferschmied“ anregte. Herrlich ist auch Ahnsjös Anekdote, dass das Fehlen von Schokolade in Goldpapier und das Auftauchen von Silberfischchen im Bad verantwortlich für den Titel „Gold und Silber“-Walzer von Franz Lehár sei.

Maßgeschneidert

Andreas Ruppert, der Dirigent der Holzkirchner Symphoniker, erzählt dem Publikum mit seiner Komposition „Aus den goldenen Zeiten unseres Hotells“ seine eigene kleine Geschichte. „Unser alter Aufzug“ – ein Walzer – wurde demnach von Elefanten gesteuert, die immer streikten, wenn die Last zu schwer wurde. Im „Hotell“ gab es außerdem einen Koch, dem die Tiere, die er verarbeiten sollte, furchtbar leidtaten. Anstatt sie zu töten – wie den „toten Fisch im Wasser“ – ließ er sie leben. Dafür sangen sie ihm jeden Abend den „Dankgesang der Fische im Gnadenaquarium“. Hier mutiert das Orchester kurzzeitig zu Karpfen, die ständig ihr Maul öffnen. „Hilfe, eine Maus! Ulf, tu doch was! Ahh!“ rief schließlich Ilse Schnösel und es begann eine wilde musikalische Verfolgungsjagd durch das ganze Hotel.

Lesetipp: Orchester mit strahlender Solistin

Nach ein paar weiteren sehr authentischen, frei erfundenen Musik-Geschichten, sind sich am Schluss auf jeden Fall alle einig: „Ohne Liebe geht in der Musik nichts!“. Was für ein schönes Fazit für diesen unterhaltsamen Orchester-Abend. Eine der drei darauffolgenden Zugaben durfte aus der närrischen Lustigkeit ausbrechen und das Publikum freiweg begeistern. Sven Ahnsjö griff zum Cello, Andreas Ruppert setzte sich ein weiteres Mal ans Klavier. Im Duett zeigten sie mit der „Meditation“ aus der Oper Thais, wie unglaublich gefühlvoll Musik sein kann.

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