TUN ist in bei „Anders wachsen“

Die Bienen reden nicht, sie bestäuben und sammeln Nektar. Foto: pixabay

Drei Veranstaltungen bei „Anders wachsen“

Nachdem im „Anders wachsen“ Programm des 4. Zyklus insgesamt 11 Veranstaltungen von März bis Juni abgesagt werden mussten, finden die drei letzten vor der Sommerpause statt, die zwei Vor-Ort-Gespräche zum selbst tun und die Abschlussveranstaltung „Konsumieren ist out, TUN ist in.“

„Endlich ist wieder etwas los“, freut sich Christof Langer, theologischer Referent beim Katholischen Bildungswerk Miesbach. Er bietet Im Rahmen der Reihe das Fixformat „Vor-Ort-Gespräche“ an. Die Notwendigkeit begründet er so: „Grenzenloses Wachstum auf einer begrenzten Welt ist nicht möglich. Wir brauchen Alternativen zum Wirtschaftswachstum. Wir Menschen sehen uns nicht in erster Linie als Marktkonkurrenten, sondern wollen viel lieber kooperieren. Einige experimentieren, leben Modelle, wie es sozial und ökologisch gut weitergehen könnte in unserer Region und weltweit. Wir besuchen sie, lassen uns von ihren Erfahrungen vor Ort erzählen und finden vielleicht den Mut, selbst etwas auszuprobieren.“

Wir brauchen Modelle

Bereits zum vierten Mal hat Christof Langer Leuchtturmprojekte im Kleinen besucht. „Wir brauchen Modelle“, sagt er, „Es müssen Menschen vorangehen und uns ein Beispiel geben.“ Es werde viel zu viel geredet, aber man müsse ausprobieren, experimentieren, wobei man auch ein Risiko eingehen müsse, dass es schief geht.

Lesetipp: Dort, wo zweibeinige Karotten willkommen sind

Und wenn man dann solche Menschen treffe, die etwas ausprobiert haben, dann mache das Mut und motiviere zum eigenen Tun. Dieses Mal hat sich Christof Langer das Thema Solidarische Landwirtschaft gewählt. Nachdem er im vorigen Jahr das Biotop Oberland in Lenggries anschaute, eine überaus erfolgreiche Genossenschaft, ist er am Freitag, 17. Juli um 18 Uhr bei Angelika Gsellmann in Großhöhenrain zu Gast.

SoLaWi zum Mitmachen

Angelika Gsellmann, gelernte Landwirtin, hat sich umgeschaut und SoLaWi-Projekte von Wien bis Hamburg kennengelernt. 2018 hat sie gemeinsam mit 20 Haushalten SoLaWi in Krügling aufgebaut. Der Bio-Bauer und Metzgermeister Stefan Gebhardt ist der ideale Partner vor Ort. Geld, Arbeit, Leben und Ernte werden geteilt. Mitmachen ist möglich.

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SoLaWi in Ebersberg. Foto: KN

Der Biobauer stellte das Land zur Verfügung und ermöglicht die Hofvermarktung. Alle Mitglieder des Kreises helfen mit, aber sie feiern auch miteinander am Lagerfeuer. So sei eine echte Gemeinschaft entstanden, sagt Christof Langer. Von diesem Modell könne jeder Landwirt lernen, um sich auch SoLaWi auf seinen Hof zu holen.

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Auf dem Gründach von Christof Langer tummeln sich die Bienen. Foto: Vernonika Langer

Christof Langer selbst hat an seinem Haus in Vagen aus dem Bestand das mögliche herausgeholt. Da wäre zunächst die Wohngemeinschaft. Wie überall ist ein Einfamilienhaus zu groß, wenn die Kinder ihre eigenen Wege gehen. Dann leben zwei Personen oder sogar nur eine Person in einem überdimensionierten Haus.

Wohnen mit Flüchtlingen

„Und wir wundern uns, wenn der Flächenverbrauch steigt“, meint Christof Langer. Er und seine Frau Monika haben eine irakische Familie ins Haus aufgenommen. „Das klappt und es ist spannend“, sagt er über dieses Experiment. Die Frauen seien verschleiert, er höre Gebete und erfahre etwas über irakische Küche.

„Ich will den Menschen die Angst nehmen“, begründet er sein Engagement, man müsse die Zuwanderer in die Wohngebiete aufnehmen, anstatt sie in Ghettos zu stecken. Natürlich müsse man sich anpassen und ihre Mentalität respektieren. „Schweinesteaks grillen und Bier trinken passen da nicht dazu.“

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Hühner laufen bei Christof Langer frei herum. Foto: Veronika Langer

Darüber hinaus hat Christof Langer in seinem Haus eine Menge Dinge integriert, die jeder ausprobieren kann. Gründach, Erdkeller, Lehmbau, Blockheizkraftwerk, Grauwassernutzung, zentrale Lüftung, Bienen und Hühner.

Gemeinschaftsacker und Patenobstbäume

Als Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins hat er auch einen Gemeinschaftsacker initiiert, auf dem zehn Familien ihr Gemüse anbauen, sowie Paten für Obstbäume gefunden. All das zeigt er am 23. Juli um 18 Uhr.

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„Verflixt und zugenäht“, ein papiertheater für die ganze Familie. Foto: papiertheater

Am kommenden Sonntag werden uns Susanne Winter und Johannes Volkmann vom papiertheater schon einmal ins Tun einführen. Mit ihrem Theaterstück für die ganze Familie „Verflixt und zugenäht“ zeigen sie ab 11 Uhr im KULTUR im Oberbräu Holzkirchen, wieviel Spaß es machen kann, zu reparieren, zu tauschen und zu teilen, statt immer nur zu kaufen.

Eigentlich sollte sich an das Theater ein großer Tausch- und Teilmarkt anschließen, der aber muss coronabedingt ausfallen.

Karten für „Verflixt und zugenäht“ im Kultur im Oberbräu am Sonntag, 12. 7. um 11 Uhr auf der Webseite. Vor-Ort-Gespräch am 17.7. um 18 Uhr in Krügling 6, 83620 Großhöhenrain und am 23.7. um 18 Uhr Ganghoferstraße 9, 83620 Vagen. Für beide Veranstaltungen bitte Anmeldung: KBW Miesbach 08025 / 99 29-0.

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