„Der ganz normale Irrsinn“ bei Prospero in Holzkirchen

Wo ist das Chaos wohl größer? Bei acht Personen im Alter von 3 bis 36 Jahren in einer 93 qm großen Wohnung oder bei sieben Personen in einem „Haus“ in einem Körper? Fragen, die bei Prospero im Fools Theater gestern Abend geklärt werden sollten.

Da war zunächst der Journalist und Autor Georg Cadeggianini zur Stelle, der aus seinem Buch „Aus Liebe zum Wahnsinn“ frisch und humorvoll Auszüge zum Besten gab. Er beschreibt höchst vergnüglich Szenen aus dem Alltag seiner 8-köpfigen Familie in München. Anstrengend ist es, aber Cadeggianini kommentiert diverse Erlebnisse aus dem vollen Leben, seien es Kindergeburtstage, Reisen oder das gemeinsame Pastamachen, immer mit einem Augenzwinkern. Denn italienische Pasta, das ist klar, müssen selbst gemacht sein und natürlich gelingen sie besonders gut, wenn auch die Kinder tüchtig mithelfen!

Petra Papke ließ „Ich und die anderen“ von Matt Ruff zu Wort kommen. Ich-Erzähler Andy Gage errichtet mit Hilfe seiner Therapeutin ein „Haus“ für sich und seine Persönlichkeiten in seinem Körper. Alle seine Hauptseelen, etwa der Vater oder Jake, der erwachsene 5 – Jährige, dürfen darin Platz nehmen und jeder bekommt sein spezielles Lieblingsfrühstück.
Soviel zum „ganz normalen Irrsinn“ bei Matt Ruff.

Wie hält`s „Der Mann mit der Ledertasche“ (Charles Bukowski) mit dem alltäglichen Wahnsinn? Nun, er staunt zunächst über seine veränderte Wohnung, findet sie aber wirklich viel schöner als sonst, zumal sich auch eine schicke Blondine auf seinem Sofa räkelt. Aber –wie es so geht im Leben – schließlich muss er feststellen: er hat sich in der Wohnung geirrt!
Seine eigene, ein Stockwerk höher, ist leider immer genauso wenig einladend wie früher.

„Der kleine Nick“ von Rene Goscinny berichtet von liebenswerten Erlebnissen, die einem kleinen Jungen so passieren können, wenn er alles richtig machen möchte, etwa beim Kauf eines Blumenstraußes für seine Mutter. Und Wladimir Kaminer beschreibt in seinem jüngst verfilmten Buch „Russendisco“ eindringlich das wilde Leben in Berlin.

Schließlich stellte Tobias Öller noch die hoch komplizierte Welt der „Quantentheorie und Philosophie“ (Werner Heisenberg) und Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“ vor. Beide Werke erforderten äußerste Konzentration und intensives Mitdenken vom Publikum.

Die musikalische Umrahmung des Abends lag diesmal in den Händen des Pianisten Uli Lücke, der die Zuhörer im Stil traditioneller Barmusik sowie mit eigenen Arrangements gekonnt in seinen Bann zog.

Prospero macht jetzt Sommerpause. Die nächste Ausgabe wird im Oktober wieder über die Bühne gehen.

Text: Monika Heppt Bildnummer: 1336678124

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