Nachher fängt die Zukunft an

Stephanie Groß (vorn) mit ihren Schülerinnen beim Schlussapplaus, links der Chor der Montessorischule. Foto: Renate Dietz

Tanztheater in Holzkirchen

Dass Tanzen nicht nur Spaß macht, sondern Kinder und Jugendliche auch anregen kann, über ihre Zukunftsträume zu reflektieren, zeigte das Tanztheater von Stephanie Groß am Wochenende in zwei Veranstaltungen im voll besetzten Festsaal von Kultur im Oberbräu.

Schon vor Beginn wuselten bunt gekleidete Kinder durch das Haus. Da waren Prinzessinnen und Roboter zu sehen, aber auch ernsthafte junge Damen in schwarzen Röcken und weißen Blusen. Diese eröffneten das Tanztheater mit einer Konferenz, in der sie offensichtlich wichtige Fragen der Menschheit diskutierten. Allerdings war das Interesse der Delegierten an langschweifigen Reden nur gering und so wurden andere Mittel des Ausdrucks gewählt.

Kleine Prinzessinnen tanzten in höfischer Manier, während der einzige Prinz gar fürchterlich mit seinem Schwert fuchtelte, danach aber konnten sich die Kinder bei ABBA’s „Dancing Queen“ ordentlich austoben. Ganz im Sinne der Romantik erfüllten die blauen Blumen mit anspruchsvoller Choreografie Wünsche. Die Roboter verrichteten mit abgehackten Gesten und Schritten Hausarbeit, aber dann ist offensichtlich der Akku leer und erst die Blumen können sie wieder zum Leben erwecken.

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Prinzessinnen im Sauseschritt. Foto: Renate Dietz

Die vom Klimawandel bedrohten Eisbären in weißen Tutus kämpfen um ihre Eisschollen, hier tauchen plötzlich die Prinzessinnen auf, um Hilfe in Form eines Eises zu gewähren. Das Thema „Smartphone“ illustrieren junge Mädchen in Rot, während der Chor der Montessorischule unter Leitung von Godela Hort mit „Keiner ruft mich an“ musikalisch begleitet. Die Jugendlichen führen das Thema fort, indem sie planlos aneinander vorbeilaufen und jeder nur herumdaddelt oder Selfies schießt.

Neben Tanzen und Musik kommt auch des gesprochene Wort in der sehr abwechslungsreichen Darbietung vor. Die Rednerin beschwört die schöne Vergangenheit, wo man noch Fahrrad fuhr, während heute Roboter Marmeladenbrote schmieren und nur noch die Oma das Schreiben mit der Hand beherrscht. „Wollen wir da wieder hin?“ fragt sie in den Raum.

Und dann zeigen die Jugendlichen die Ambivalenz ihres Lebens, das Aneinander vorbei, Gewalt und Mobbing ebenso wie Freundschaft, Gemeinschaft und Versöhnung. Und der Chor singt die Vision John Lennons „Imagine“.

Wünsche und Träume von der Zukunft

Während bei den Kleinen die Freude an der Bewegung und am Auftritt in dem großen Saal im Mittelpunkt stand, und Stephanie Groß die ganz Kleinen bei ihrem Auftritt begleitet, warteten die größeren Kinder und Jugendlichen mit anspruchsvoller Choreografie auf. Sehr konzentriert und ernsthaft waren sie bei der Sache und konnten dadurch die Botschaft ihrer Wünsche und Träume von der Zukunft transportieren.

Stephanie Groß hatte zu Beginn erklärt, wie es zu diesem Thema gekommen war. Sie hatte gefragt, wie sich die Kinder die Zukunft vorstellen. Von aliens sei da die Rede gewesen und von Schutzanzügen wegen der zu erwartenden Hitze aufgrund des Klimawandels. So habe sie die Frage lieber anders formuliert: Was sind eure Träume von der Zukunft und was macht das Leben lebenswert.

Die Antworten setzte sie gemeinsam mit ihren 4 bis 16jährigen Schülerinnen in das Tanztheater um. Der Applaus der Zuschauer bewies, dass es ihnen gelungen ist.

Informationen zu Stephanie Groß und ihrer tanzfiliale unter www.tanzfiliale.de

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