Medlz: Von Mozart bis Mercury

Nelly Palmowske, Sabine Kaufmann, Joyce-Linn Lella, Silvana Mehnert (v.l.). Foto: Petra Kurbjuhn

Konzert in Holzkirchen

Sie können Mozart und Beethoven ebenso wie sie Michael Jackson und Freddy Mercury können, die Medlz aus Dresden, das A Capella Quartett der Extraklasse, allerdings unterstützt durch einen Mann, den Buzzer.

Der steht im Hintergrund und kommt zuweilen zum Einsatz, um die Stimmen der vier Sängerinnen abzusenken, damit der Stimmumfang sich erweitert. Dann ist da noch eine Holzkiste und es gibt zwei Klangstäbe. Das ist alles. Mit diesen einfachen Mitteln gelingt es Sabine, Nelly, Joyce und Silvana, ein ganzes Sinfonieorchester ebenso wiederzugeben wie große Klangfarben des Rock und Pop zu zaubern. Mit ihren Stimmen.

Es geht im Festsaal des KULTUR im Oberbräu mit Mozarts Kleiner Nachtmusik als Orchestereinspielung los. Schließlich heißt das Programm „Von Mozart bis Mercury“ und mit Mozart, gesungen von den Medlz geht es weiter. Verhalten, klar. Da hört man, dass die Sängerinnen eine solide Ausbildung genossen haben, im Philharmonischen Kinderchor in Dresden. Vor fast 20 Jahren machten sie sich selbständig und internationale Karriere. Damals noch zu fünft.

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Joyce-Linn Lella. Foto: Petra Kurbjuhn

Seit einem Jahr ist Joyce dabei, die 20-Jährige. Sprachrohr der Band ist Sabine und mit Sarkasmus verkündet sie, dass sie ja aus Sachsen seien und mit der farbigen Sängerin etwas für ihr Image tun wollten. Der dunkle Alt von Joyce ist die ideale Ergänzung zu den eher hellen Sopranstimmen von Sabine und Nelly, während Silvana eine mittlere Tonlage beisteuert.

Ganz allein diese vier Stimmen schaffen es, einen Eindruck des Schlusssatzes der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven zu vermitteln, zunächst nur der orchestrale Teil, dann auch die Ode an die Freude Friedrich von Schillers. Gänsehaut. Und unvermittelt schwenken die Sängerinnen um in den Spiritualrhythmus von „The battle of Jericho“.

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Sabine-Kaufmann und Joyce-Linn-Lella. Foto: Petra Kurbjuhn

In lange türkisfarbene Kleider gewandet repräsentieren die vier Sängerinnen Musikgeschichte aus 200 Jahren, sie lassen Musik leben, machen sie spürbar, das Publikum geht begeistert mit. Und wenn Joyce, ganz Diva, „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ singt, dann macht es ebenso wie bei Marlene Dietrich im Original „Whow“!

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Nelly Palmowske, Silvana Mehnert, Sabine Kaufmann, Joyce-Linn Lella (v.l.). Foto: Petra Kurbjuhn

Einen Vorgeschmack auf den zweiten Teil liefert schon ein amerikanisches Medley mit „New York, New York“, wo etwas Bein gezeigt wird. Vergessen von der jungen Generation ist die Sängerin und Ulknudel Trude Herr. Die Medlz bringen ein Revival von der Sängerin aus den fünfziger Jahren.

Nach der Pause wird es nicht nur kurzrockig, sondern musikalisch richtig rockig. Silvana erntet mit ihrem Led Zeppelin Hit einen Riesenapplaus, die Stimmung ist am Kochen und wird sofort wieder sanft und still, wenn Nelly eine Ballade anstimmt. Der Wechsel von hartem Rock zu weichen Tönen gelingt den vier Sängerinnen mühelos.

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Zwei Paare aus dem Publikum dürfen raten. Foto: Petra Kurbjuhn

Silvana und Nelly holen sich Verstärkung aus dem Publikum auf die Bühne. Nicht zum Singen, sondern zum Raten. Zu Musik von Michael Jackson singen sie Texte von Udo Jürgens und zu Musik von ABBA Texte von Herbert Grönemeyer. Das ist witzig, beispielsweise die Verquickung von „Heal the world“ mit „Aber bitte mit Sahne“ und nicht ganz einfach zu erraten.

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Silvana Mehnert, Nelly Palmowske, Sabine Kaufmann, Joyce-Linn Lella (v.l.). Foto: Petra Kurbjuhn

Und dann ist das Konzert bei Freddy Mercury angekommen, mit „We will rock you“. Von Mozart bis Mercury ist es den vier Sängerinnen in exzellenter Weise gelungen, Musik ganz unterschiedlichen Genres in ihrer Version, modern und ganz auf Stimme reduziert, darzubieten. Das Publikum ist begeistert und viele melden sich in der Pause für die Auslosung für ein Wohnzimmerkonzert an, wir auch. Wenn wir gewinnen, laden wir Sie ein, damit Sie auch in den Genuss dieses einzigartigen a capella Gesangs kommen.

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